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In den Fußstapfen der Fürstin

Konzert zum Geburtstag In den Fußstapfen der Fürstin

Wenn am Sonntag ab 17 Uhr das „Bückeburger Bach-Orchester“ sein 25. Bestehen mit einem Konzert im Schloss feiert, kommt das vielleicht schönste Geschenk vom Hausherrn. Alexander zu Schaumburg-Lippe wird das Violinkonzert D-Dur KV 218 von Wolfgang Amadeus Mozart dirigieren.

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Unter dem Bild der Fürstin Juliane: Mitglieder des Meisterkurses der Internationalen Richard-Sahla-Gesellschaft.

Quelle: mig

Bückeburg. Aus dem obersten Stockwerk des Landesarchivs dringen an diesem Morgen ungewohnte Töne. Spielt da einer Violine? Ein Besucher bleibt stehen, sichtlich irritiert. Dass in diesen Minuten der einwöchige Meisterkurs der „Internationalen Richard Sahla Gesellschaft“ in den Räumen des Archivs beginnt, ist dem Hobby-Forscher ganz offensichtlich nicht bekannt. Eine Treppe höher begrüßt Gründungsmitglied Friedrich-Wilhelm Tebbe den Nachwuchs. Insgesamt zwölf Teilnehmer aus aller Herren Länder haben sich für den Violin-Kurs eingetragen, unter anderem kommen sie aus Spanien, Japan oder Frankreich.

 Nicht ganz so weit hatte es der 18-jährige Martin Sedlak, der aus dem Süden Deutschlands angereist ist. Er wolle hier die Osterferien über lernen, sagt der junge Mann. Die Ferien, findet er, seien für so eine intensive Übungseinheit ideal. In den nächsten Tagen möchte Sedlak möglichst viel von Ingolf Turban lernen und sich mit den anderen Teilnehmern austauschen. „Man bekommt nicht alle Tage die Chance, einen so bekannten Geiger kennenzulernen und von seinen Erfahrungen zu profitieren“, sagt der 18-jährige Musiker. Und in Zukunft? Wie soll es weitergehen? Sedlak ist sich sicher: Nach dem Abi Geige studieren „und in einem Orchester spielen“. Angst davor, an zu großer Konkurrenz zu scheitern, hat er nicht. Sein Motto sei: „Wenn man Spaß dran hat und man es will, schafft man es auch.“

 Junge Talente zu fördern und sie mit hochkarätigen Dozenten zusammenzubringen: Das sind, laut Tebbe, die Gründe, warum die Sahla-Gesellschaft einen Meisterkurs anbietet. „Die jungen Menschen sollen von den Erfahrungen ihrer Lehrer profitieren und sich untereinander austauschen.“ Im Kurs könnten sie ihre schon erworbenen Kenntnisse erweitern und vertiefen. Tebbe sieht das Ziel der im Jahr 2013 gegründeten „Internationalen Richard Sahla Gesellschaft“ nicht nur darin, das kompositorische Werk Sahlas wiederzubeleben und dessen Lebenswerk zu erforschen. „Wir wollen uns für den Nachwuchs einzusetzen und junge Musiker fördern.“

 Einen besseren Dozenten als Professor Turban hätten sich die Schüler jedenfalls kaum wünschen. Der renommierte Solist – laut Tebbe „einer der besten der Welt“ – wurde noch während seines Studiums unter Sergiu Celibidache erster Konzertmeister der Münchner Philharmoniker. 1988 verließ Turban das Orchester, um sich auf seine Solistenkarriere zu konzentrieren. Danach arbeitete Turban mit bedeutenden Dirigenten und Orchestern auf der ganzen Welt zusammen. 1991 etwa debütierte er an der Mailänder Scala und in Washington, wobei sein besonderes Interesse immer dem Repertoire „abseits gängiger Wege“ gegolten hat und gilt, wie seine zahlreichen Einspielungen zeigen. Turban hat an Hochschule für Musik in München eine Violin-Professur inne und ist Gründungsmitglied der Sahla-Gesellschaft.

 Noch ein Wort zum Konzert am Sonntag: Dies beginnt mit einem Werk von Johann Christoph Friedrich Bach, der Sinfonie D-Dur W I, 5. Diese Sinfonie – eine „Rekonstruktion“ – ist zum ersten Mal wieder am Ort ihres Entstehens in der vollständigen Fasung zu hören (Hörner, Oboen, Flöten). Der „Bückeburger Bach“ ist der Namensgeber des Bückeburger Bach-Orchesters, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. Alexander zu Schaumburg-Lippe hat die Einladung der Internationalen Richard Sahla Gesellschaft angenommen, Mozarts Violin-Konzert D-Dur KV 218 (Solist: Turban) zu dirigieren. Er tritt damit in die Fußstapfen seiner Ur-Ur-Ur-Urgroßmutter. Zu ihrer Zeit galt Fürstin Juliane als ausgezeichnete Sängerin – unter anderem wirkte sie an der Aufführung der Oper „Die Entführung aus dem Serail“ mit, für die der „Bückeburger Bach“ verantwortlich zeichnete. mig

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