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In seinen Bilder lebt der „Kultursenator“ weiter

Bückeburg / Todesfall In seinen Bilder lebt der „Kultursenator“ weiter

„In Bückeburg kann man sich zu allen Seiten umdrehen und man findet überall etwas Schönes!“ Es noch gar nicht so lange her, dass Karl-Heinz Rosenfeld dieses Bekenntnis zu seiner Heimatstadt in einer Veranstaltung zum Thema „Kulturstadt Bückeburg“ ablegte.

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Ein Leben für die Kunst und für Bückeburg: Karl-Heinz Rosenfeld ist verstorben. © Archiv

Bückeburg (kk). Sein Zitat sagt nicht nur viel über Bückeburg aus, sondern auch über den Menschen Rosenfeld: Zeit seines Lebens war er durch und durch Lokalpatriot im besten Sinne des Wortes, dem die Schönheit seiner Heimat nicht nur in seinen Bildern über alles ging. Am Sonnabend ist der Künstler, Pädagoge und Kommunalpolitiker im Alter von 87 Jahren in seinem Haus an der Ulmenallee im Kreis seiner Familie verstorben.

Das Hässliche habe ihn nie interessiert, hat Rosenfeld einmal im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt. Und das wird auch in seinen Bildern deutlich: Sie zeigen schöne Landschaften, schöne Menschen, ohne dabei jemals kitschig zu wirken. Fast jeder Pinselstrich legt Zeugnis ab von seiner großen Liebe zum Impressionismus, für das Erlebnis des Augenblicks.

Als Schöngeist hat Rosenfeld immer versucht, andere für Kunst und Kultur zu begeistert. Generationen von Herderschülern erinnern sich noch an seinen Kunstunterricht, der nicht nur Spaß gemacht hat, sondern im wahresten Sinne des Wortes neue Perspektiven eröffnet hat. Neue Talente hat er nach Kräften gefördert, mancher aus der jüngeren Generation der Bückeburger Künstler ist durch seine Schule gegangen. Für die Volkshochschule hat er Kurse angeboten, für den Kulturverein Vorträge und Ausstellungsbesuche organisiert. Als geselligem Menschen mit der Gabe zur Rede ist es ihm nie schwer gefallen, andere mit seiner Begeisterung anzustecken.

Das hat ihm sicherlich auch seinen Einstieg in die Politik erleichtert. 1972 wurde er erstmals in den Stadtrat gewählt, dem er bis 1996 fast ununterbrochen angehörte. Für die Christdemokraten, denen er über 40 Jahre angehörte, füllte er verschiedene Funktionen aus, unter anderem als Vorsitzender des Kulturausschusses oder als stellvertretender Bürgermeister.

Berühmt und vielleicht auch ein wenig gefürchtet war die Beharrlichkeit, mit der er sich für „seine“ Projekte stark machte. Altbürgermeister Helmut Preul prägte den Begriff vom „Kultursenator“ Karl-Heinz Rosenfeld. Was zunächst als Scherz gemeint war, wurde im Laufe der Jahre fast zum Ehrentitel, der keinen Zweifel an der Kompetenz und Integrität seines Trägers zuließ.

Die Städtepartnerschaften belebte Rosenfeld unter anderem mit Kunstausstellungen in den Partnerstädten – kein Wunder, dass dabei auch der eine oder andere echte „Rosenfeld“ Bewunderung fand.

Bei den Kommunalwahlen fand man Rosenfeld meist auf den hinteren Listenplätzen. Ein Zeichen von Bescheidenheit, aber auch von sicherer Selbsteinschätzung. Gewählt wurde er nämlich fast immer mit guten Ergebnissen.

Neben der Kultur galt sein Augenmerk im Rat der städtebaulichen Weiterentwicklung seiner Heimatstadt. Dabei lag ihm die Erhaltung und Sanierung historischer Bausubstanz besonders am Herzen. Erwähnt seien hier nur der Umbau der Alten Lateinschule zur Bücherei oder die Einrichtung der Begegnungsstätte.

Ein Baudenkmal ist auch das Haus, in dem er mit seiner Familie an der Ulmenallee lebte. Die alte Villa strahlt mit seinen vielen Bildern einen ganz eigenen Charme aus. Rosenfeld verkroch sich hier nie im stillen Kämmerlein, er machte das Haus zum Beispiel im Rahmen der Tage des offenen Denkmals zur Begegnungsstätte nicht nur für Kunstfreunde.

Es fällt schwer, sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement zu würdigen, ohne dabei nicht die eine oder andere Tätigkeit fahrlässig zu unterschlagen. Genannt seien hier deshalb stellvertretend nur das Eintreten für den Freundeskreis des Krankenhauses Bethel und die Segelflieger.

Eine schwere Krankheit hinderte Karl-Heinz Rosenfeld in den vergangenen jahren zunehmend, sich in gewohnter Weise am öffentlichen Leben zu beteiligen. Gefragt waren sein Rat und sein Engagement aber nach wie vor. Auch Neuem gegenüber, wie der Langen Nacht der Kultur, zeigte er sich sehr aufgeschlossen. Besonders schmerzte es ihn aber, dass er nicht mehr im gewohnten Umfang malen konnte wie bisher.

Karl-Heinz Rosenfeld wird am morgigen Donnerstag um 14 Uhr auf dem Friedhof an der Scheier Straße beigesetzt. Das Mitgefühl der Bückeburger gilt in diesen Stunden seiner Frau Ingeborg, seinen Kindern und Enkeln.

Eins scheint gewiss: Selbst wenn die persönliche Erinnerung an den Menschen Karl-Heinz Rosenfeld eines Tages verblasst – in seinem Bildern wird sie noch lange weiterleben.

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