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Integrationsteam für Grundschule Am Harrl

Bückeburg: Förderung und bessere Bildungschancen Integrationsteam für Grundschule Am Harrl

Die Grundschule Am Harrl und das Familien-Hilfe-Zentrum „Weidenkorb“ gehen gemeinsam einen Weg einer engen Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule.

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Quelle: SN

Bückeburg. An der Schule wird ein Jugendhilfe-Integrationsteam aufgebaut, das unmittelbar an der Schule arbeitet und seitens der Schule ein Klassenzimmer zur Verfügung gestellt wird. Ziel ist es, durch die in den Schulalltag integrierte sozialpädagogische Förderung benachteiligter Kinder diesen Kindern eine verbesserte Integration und auch bessere Bildungschancen zu ermöglichen sowie das Schulmodell der 2013 eingeführten Inklusiven Schule zu stärken. Angestrebt wird auch eine weitere Deeskalation des Schulalltags.

 Wie berichtet hat die Schule mit einer zunehmenden Gewaltbereitschaft von Schülern zu kämpfen und in einer Petition die Einrichtung einer Schulsozialarbeiterstelle gefordert. Über diese Stelle wird derzeit in den politischen Gremien noch diskutiert. „Wir unterstützen ausdrücklich dieses Anliegen der Schulsozialarbeit als ergänzende Hilfe“, sagte „Weidenkorb“-Geschäftsführer Lothar Jensen.

 Wie Jensen erläuterte, arbeitet der „Weidenkorb“ schon seit vielen Jahren eng mit der Grundschule Am Harrl zusammen: „Die Versorgung von Kindern mit Integrationsbedarf ist uns ein Anliegen.“ Derzeit gebe es etwa 22 verhaltensauffällige Kinder, die bereits in einer schulintegrativen Gruppe betreut werden. Die zunehmende Gewaltbereitschaft sei an dieser Grundschule am Stärksten ausgeprägt, die anderen Bückeburger Grundschulen hätten aber auch zunehmend mit diesem Problem zu kämpfen.

 Zurückzuführen sei die Problematik darauf, dass den Grundschulen auch im Zuge der Einführung der inklusiven Schule und der Auflösung der Förderschulen sehr viele neue Aufgaben übertragen worden sind, die mit den vorhandenen Mitteln nicht gelöst werden könnten: „Da ist eine Lawine auf die Grundschule zugelaufen, ohne dass genügend Mittel bereitgestellt wurden.“ Die Schüler mit Integrationsbedarf, etwa fünf bis zehn Prozent, werden im normalen Schulrahmen beschult, pro Klasse und Woche gibt es zwei Stunden Fördermöglichkeit – zu wenig. Das Problem sei, dass diese Kinder oft nicht in der Lage sind, sich sozial einzugliedern und überfordert sind. Darauf reagierten sie entweder mit Rückzug oder Aggression. Die Schule habe wenig Möglichkeiten zu reagieren: „Wenn ein Schüler wütend wird, ist die ganze Stunde für die ganze Klasse gelaufen, weil sich der Lehrer um den Schüler kümmern muss“, schilderte der Experte. An der Grundschule Am Harrl sei diese Problematik seit etwa einem Dreivierteljahr „hochgekocht“.

 Da setzt nun die Zusammenarbeit von Grundschule und „Weidenkorb“ mit dem Aufbau des Integrationsteams an. Eine erfahrene Mitarbeiterin des „Weidenkorbes“, Diplom-Pädagogin Stefanie Feltz, ist seit Anfang Mai an vier Tagen an der Schule, zwei weitere Mitarbeiterinnen werden folgen, dann wird fünf Tage immer einer vor Ort sein. Für jeden Schüler wird in enger Abstimmung mit Lehrern und Eltern überlegt, wie das Kind entlastet werden kann. „Kribbelige Stunden“ könne das Kind im Integrationsteam verbringen, nannte Jensen ein Lösungsbeispiel. Und stellte fest: „Jede gelungene Schulstunde ist ein Gewinn für alle. Die Kinder wollen lernen und mitlernen.“

 Nach Angaben des Geschäftsführers ist die enge Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe „für die Region etwas vollkommen Neues“, während es in Berlin schon Staatsprogramm ist. Er sei sicher, dass der Aufbau des Integrationsteams schnell zu einer deutlichen Entkrampfung der Gesamtsituation und zu einem besseren Klima des Zusammenseins führen werde. Er gehe davon aus, dass nach etwa einem Jahr das Kind schleichend aus dem Integrationsbedarf herauswachse.

 Bezahlt wird das Team aus Mitteln der Jugendhilfe, zum Teil aber auch aus eigenen Mitteln, wie Jensen sagte. Der Weidenkorb wurde vor zwölf Jahren als Familien-Hilfe-Zentrum gegründet. Inzwischen hat er rund 140 Mitarbeiter, die an 15 Standorten in der Umgebung arbeiten, die Verwaltung sitzt in Bückeburg an der Bahnhofstraße. rc

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