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„Intransparent betriebene Politik“

Infoladen in Bückeburg „Intransparent betriebene Politik“

Viel ist über ihn geredet und debattiert worden während der Diskussion über die befristete Umnutzung des Obergeschosses der Jugendfreizeitstätte, insbesondere seitens der CDU.

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Mit einem Banner am Rathaus kämpft der Infoladen für den Bestand seines Raums in der Jugendfreizeitstätte.

Quelle: rc

BÜCKEBURG. Nun hat sich der Infoladen erstmals öffentlich geäußert, der einer von 16 betroffenen Gruppen und Einrichtungen gewesen wäre, wäre es tatsächlich zu einer Umnutzung des Obergeschosses gekommen. Der Infoladen war es, der außer dem Stadtjugendring zu der Kundgebung im Vorfeld der entscheidenden Sitzung des Verwaltungsausschusses aufgerufen hatte.

„Durch die intransparent betriebene Politik fühlten wir uns als Gruppe ausgeschlossen und dazu verpflichtet, unseren neu geschaffenen Raum im Jugendzentrum zu erhalten“, stellte die Sprecherin Lea Meier gegenüber unserer Zeitung klar. Daher habe der Infoladen, der sich selbst als Ort beschreibt, „der die Möglichkeit bietet, linke Politik zu betreiben“, Betroffene mobilisiert und die Kundgebung organisiert. Der Infoladen sei beruhigt, dass die Politik reagiert habe. Außerdem hoffe er, dass bald ein geeigneter Platz gefunden wird, um die Kinderkrippe unterzubringen. „An dieser Stelle sollte kein Konkurrenzkampf entstehen. Denn eine Stadt braucht Platz für alle Bedürftigen“, so Meier.

Ärger um die Sticker

Irritiert ist der Infoladen seinerseits vor allem über den Zeitungsartikel, in dem der CDU-Fraktionsvorsitzende Axel Wohlgemuth den Infoladen kritisiert. Natürlich würden im Infoladen Sticker angeboten, und selbstverständlich würde dafür Werbung gemacht, dass damit die Umgebung verschönert werden könne: „Allerdings finden wir, dass Sticker eine legitime Möglichkeit sind, die eigene Meinung auszudrücken und die eigene Wohnung oder Gebrauchsgegenstände zu verschönern.“ Es sei nicht dazu aufgerufen, illegal Sticker aufzukleben. Sticker und Ähnliches gebe es in regulären Shops. Und: „Man findet sie auch an Infoständen der CDU und anderer Parteien.“

Auf seiner Facebook-Seite habe der Infoladen tatsächlich Fotos von verpixelten Menschen veröffentlicht. Dies geschehe aber, um die Anonymität zu bewahren und somit Schutz vor Neonazis zu gewährleisten. Natürlich befürworte es der Infoladen, wenn Menschen Gesicht gegen rechts zeigen, dennoch könne man es nachvollziehen, dies aus dem genannten Grund nicht zu tun.

Raum ohne gesellschaftliche Zwänge

In der Öffentlichkeit werde oft von einem „Links-Rechts-Konflikt“ gesprochen. Aus Sicht des Infoladens könne die Problematik nicht so leicht heruntergebrochen werden, da die Ideologie der Neonazis in einer weltoffenen Gesellschaft gar nicht ausgetragen werden könne, ohne Konflikte auszulösen.

In dem Artikel stellte Wohlgemuth die Frage, was der Infoladen in einer städtischen Einrichtung zu suchen habe. Der Infoladen antwortet folgendermaßen: „Unser Ziel ist es, das politische Interesse Jugendlicher aufzufangen, damit sie sich gar nicht erst mit einer menschenverachtenden Ideologie identifizieren können.“ Der Infoladen wolle einen Raum ohne gesellschaftliche Zwänge schaffen und dazu animieren, sich Gedanken um ein friedliches, gut funktionierendes Zusammenleben zu machen. Abseits vom Konsens zu diskutieren, bringe die Gesellschaft voran und verhindere einen Stillstand. rc

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