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Jede Menge Adrenalin und Schweiß

Bückeburg / Übung von THW und DRK Jede Menge Adrenalin und Schweiß

Bei einer gemeinsamen Übung der beiden Bückeburger Ortsgruppen des Technischen Hilfswerkes (THW) und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist es am Sonnabend ordentlich zur Sache gegangen.

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126 Kilogramm müssen erst einmal gewuppt werden: Mit vereinten Kräften transportieren Rettungskräfte des THW und DRK das „Verpuffungsopfer“ Luka Aldenhoff über ein Treppenhaus ab.

Quelle: wk

Bückeburg.   Ohne Rücksicht auf die Bausubstanz der Sparkasse an der Bahnhofstraße, die ohnehin abgerissen wird, rückten die Katastrophenhelfer dem Gebäudeinneren mit Brechstangen und schwerem Gerät zu Leibe, um den nachfolgenden Rettungssanitätern den Weg zu verletzten Menschen freizumachen und zu bergen. „Das ist ein hervorragendes Übungsgelände“, bestätigte der THW-Zugführer Ralf Kater. Allein schon von der Größe und der Komplexität her habe das mehrstöckige und recht verwinkelte Bürogebäude ein „absolut realitätsnahes“ Training der Rettungskräfte ermöglicht, wie man es so schnell nicht wieder bekomme.

 Das Unglücksszenario passte zudem gut zu der bereits leer geräumten Immobilie: So war dem Lagebericht zu entnehmen, dass sich während umfangreicher Sanierungs- und Renovierungsarbeiten eine große Verpuffung ereignet habe, in deren Folge mehrere Handwerker vermisst und mutmaßlich verletzt seien. Mitglieder einer auf die „Realistische Unfalldarstellung (RUD)“ spezialisierten Abteilung des DRK-Kreisverbandes Schaumburg hatten sich zudem alle Mühe gegeben, den von freiwilligen Helfern gespielten acht Opfern mit Theaterschminke und Kunstblut ein der jeweiligen Aufgabe entsprechendes Aussehen zu verleihen.

 Luka Aldenhoff beispielsweise hatten die „Kreativkünstler“ auf diese Weise einen besorgniserregenden offenen Bruch der rechten Hand verpasst. Damit wartete der zusätzlich über starken Schwindel klagende 20-Jährige in eine Raumecke im dritten Obergeschoss gekauert auf das Eintreffen der Rettungskräfte, die ihn mit einer Trage aus dem Gebäude und dann zu einer davor errichteten Verletztensammelstelle transportieren sollten. Ein Unterfangen, das sich als schweißtreibende Aktion für die THW-Aktiven und zwei DRK-Ersthelfer erweisen sollte, denn nicht ohne Grund war Aldenhoff wegen seines stattlichen Körpergewichtes von 126 Kilogramm für diese Verletztenrolle ausgewählt worden. Beim Abtransport über ein schmales Treppenhaus mussten sich die mit dieser Aufgabe betrauten Retter daher mächtig ins Zeug legen – insbesondere, wenn es darum ging, den mit einem Seil auf der Trage fixierten („eingebundenen“) jungen Mann in den Treppenhauskehren über das Geländer zu bugsieren.

 Ein nachhaltiges Erlebnis war dies offenbar auch für Aldenhoff: „Das selbst mal zu erleben, ist etwa ganz anderes, als wenn man es nur im Fernsehen sieht“, verriet der angehende IT-Assistent. „Hier bekommt man schon einen Adrenalinstoß.“ Vor einer zuvor von beratschlagenden THW-Mitgliedern als Alternative laut angedachten, letztlich aber doch nicht in die Tat umgesetzten Abseilaktion über einen Fahrstuhlschacht hatte er nach eigenen Angaben indes „einen Riesenschiss“ gehabt.

 Ein anderes Übungsszenario sah dagegen vor, einen verletzten Arbeiter aus einem Fahrstuhl zu bergen, der bei der erdachten Verpuffung in eben diesem Fahrstuhlschacht abgestürzt war. Zunächst versuchten die Katastrophenhelfer vergeblich, mit Brecheisen – dann erfolgreich mit einem hydraulischen Spreizer – die Tür des Fahrstuhls aufzubrechen. Als dies geschafft war, lag es an den bereitstehenden DRK-Rettungskräften, die am Rücken verletzte Person aus dem Schacht auf ein so genanntes „Spineboard“ (eine Trage ähnlich einem Surfbrett, aber mit Gurtsystem zur Fixierung und Tragegriffen) zu betten und nach draußen zu einem der Krankenwagen zu transportieren.

 „Ein großes Problem war die Kommunikation“, resümierte THW-Zugführer Marcel Skoruppa bei der Manöverkritik, wenn auch die Übung in der zweiten Hälfte koordinierter abgelaufen sei. Angesichts der jungen Truppe und der jungen Führungskräfte seien die gezeigten Leistungen sonst aber durchweg in Ordnung gewesen.

 Die Koordination untereinander stufte auch Sven Lampe, der stellvertretende DRK-Bereitschaftsleiter, als noch verbesserungswürdig ein, zeigte sich darüber hinaus aber ebenfalls zufrieden mit der Übung. Diese sei auch deshalb eine Herausforderung gewesen, „weil wir durch dieses Szenario eine Masse an Verletzten zu versorgen hatten“, ergänzte der DRK-Bereitschaftsleiter Heiko Büsing. Insgesamt waren 23 THW-Mitglieder und 20 DRK-Mitglieder im Einsatz.

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