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Jeder Menge alter Pfusch am Bau

Arbeiten im Zeit- und Kostenrahmen Jeder Menge alter Pfusch am Bau

Während eines Ortstermins hat sich der Bau- und Umweltausschuss einen Überblick über den Stand der Dinge des Umbaus der ehemaligen Blindow-Schule in eine Krippe und Kindertagesstätte gemacht. Der Architekt Kresimir Gorenc versicherte, dass sich derzeit noch alles im Zeit- und Kostenrahmen befinde. 

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Ortstermin des Bau- und Umweltausschusses in der Krippe an der Hinüberstraße: Baubereichsleiter Jörg Klostermann (rechts) und Architekt Kresimir Gorenc (links) informieren.

Quelle: rc

Bückeburg.  Der erste Bauabschnitt mit den fünf Krippengruppen kann demnach Ende des Jahres in Betrieb genommen werden. Bei den Kosten zeichnet sich ab, dass sie gegenüber den ursprünglich kalkulierten Ansätzen unterschritten werden können. Das haben jedenfalls die ersten Ausschreibungen ergeben. Gorenc: „Bei den Kosten liegen wir bei allen Gewerken zum Teil deutlich unter den Ansätzen.“

 Deutlich wurde, dass insbesondere das Kellergeschoss der einst vom Landkreis Schaumburg-Lippe in den fünfziger Jahren erbauten ehemaligen Berufsschule die größten Sorgen bereitet hat. Gorenc: „Was wir hier erlebt haben, übertrifft alle Vorstellungen. Selbst in den Fünfzigerjahren ist eigentlich anders gebaut worden. Wir werden ständig mit neuen Situationen konfrontiert.“ Er berichtete von Schächten „ohne Sinn und Verstand“, von Kanälen und Abflüssen, die unter dem Gebäude durchgeführt worden sind statt außen herum. Eine Dränage fehlte völlig. Die Bodenplatte war auf den blanken Erdboden aus einer etwa sieben Zentimeter dicken Mörtelschicht gegossen worden – ohne Bewehrungen. Alles war „unvorstellbar nass“. Die Feuchtigkeit war bis auf 1,40 Meter Höhe in das Mauerwerk hochgestiegen.

Entkernung kurz vor Abschluss

Die Trockenlegung samt neuer Dränage, neuer Abwasser- und Regenwasserkanäle, einer Horizontalsperre, Dampfsperren und einer neuen Kellerplatte sind nach seinen Angaben inzwischen abgeschlossen. Auch die Entkernung beider Bauabschnitte samt der Entfernung einiger Zwischenwände steht kurz vor dem Abschluss, sodass jetzt mit dem „Wiederaufbau“ des Gebäudes begonnen werden kann, wie es Baubereichsleiter Jörg Klostermann formulierte. Sanitär-, Elektrik- und Heizungsarbeiten, der Einbau neuer Fenster und Türen laufen an. Die Ausschreibung für die Rohbauarbeiten erfolgt in Kürze. Er hoffe, dass einige Angebote eingehen, so Gorenc. Das Problem sei, dass Baufirmen so ausgelastet seien wie seit 1990 nicht mehr. Aber, so Gorenc: „Noch sind wir im Zeitstrahl.“ Auch die Außenanlagen sollen noch dieses Jahr fertig werden.

 Einige Zeit hat die Begutachtung des Gebäudes auf Asbest, PCB und anderer Schadstoffe gedauert. Fünf wurden insgesamt durchgeführt. Die Gutachter stießen dabei auf wenige asbestgebundene Platten, die einfach ausgebaut und entsorgt werden können. Erhöhte PCB-Werte wurden an einigen Fenstern in Fluren und an Tür- und Fensterlaibungen gefunden, vermutlich durch Anstriche aufgebracht. Die Fenster werden ohnehin alle ersetzt, in den Laibungen der Putz abgeschlagen und neuer aufgebracht.

Zu viel für das Gebäude bezahlt?

 Nach den gesetzlichen Vorschriften müssen die beiden geplanten Bereiche, Krippe- und Kindertagesstätte, baulich voneinander getrennt sein. Der Gebäudeflügel entlang der Hinüberstraße wird der Krippenbereich mit je zwei Gruppen im Erd- und Obergeschoss sowie einer im Dachgeschoss. Der Flügel entlang der Hannoverschen Straße wird im zweiten Bauabschnitt zur Kindertagesstätte ausgebaut, obwohl bereits zwei der ursprünglich geplanten fünf Kindergartengruppen auch zu Krippengruppen umfunktioniert werden müssen, um den Ansturm der Eltern nach Krippenplätzen zu befriedigen.

 Immerhin genehmigte es das zuständige Niedersächsische Sozialministerium, dass das Treppenhaus von beiden Einrichtungen genutzt werden darf. Daher ist der Einbau nur eines Fahrstuhls notwendig. In dem Anbau der Schule, der ehemaligen Hausmeisterwohnung, wird in Zukunft die Verwaltung untergebracht.

 Bedenken des Ausschusses, ob die Stadt ob der Mängel nicht einen zu hohen Kaufpreis bezahlt habe, entkräftete Baubereichsleiter Jörg Klostermann damit, dass vor dem Kauf ein Gutachter das Gebäude in Augenschein genommen hatte und einen Großteil der Mängel gefunden hatte. Bei Nachverhandlungen sei der Kaufpreis so weit gedrückt worden, dass im Grunde nur noch der Grundstückswert bezahlt worden sei, hieß es am Rande des Ortstermins. Knapp über eine Million Euro soll der Kaufpreis nach Informationen unserer Zeitung betragen haben.

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