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Jedes zweite Geschäft unbesetzt

Leerstand in Bückeburg Jedes zweite Geschäft unbesetzt

Der oberen Langen Straße und auch dem Beginn der Obertorstraße in Bückeburg geht es nicht gut. Dort steht derzeit jedes zweite von insgesamt 16 Ladenlokalen leer. Als Grund für die Leerstände nennt Wirtschaftsförderin Bettina Remmert wie in anderen Städten auch vor allem den Online-Handel.

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Der NKD-Markt gleich neben der Stadtkirche ist seit Anfang des Jahres geschlossen. Eine Spoielothek hat Interesse.

Quelle: rc

Bückeburg. Als jüngstes Geschäft hat zum Jahreswechsel der NKD-Markt seine Pforten geschlossen. Auch in der Obertorstraße stehen mehrere Geschäfte beziehungsweise Gastwirtschaften leer oder schließen bald.

 „Leider ist die Südseite keine A-Lage und einige der leer stehenden Immobilien nicht im besten Zustand“, sagt Bückeburgs Wirtschaftsförderin Bettina Remmert. Zum Glück – nicht nur für die obere Lange Straße, sondern die gesamte Stadt – gebe es aber mit dem Schild-Center auf der Nordseite „den absoluten Frequenzbringer“.

 Zu den Gründen der Leerstände nennt Remmert an erster Stelle die Umwälzungen im Einzelhandel: Stichwort Online-Handel. Auch durch den Tourismus sehe die Situation in der Langen Straße im Bereich der Fußgängerzone wesentlich positiver aus – nur ein Geschäft steht derzeit leer –, als im oberen Bereich.

 Die Stadt müsse alles versuchen, sich möglichst attraktiv zu halten, so Remmert weiter, die auch dem Vorstand des Bückeburger Stadtmarketing (BSM) angehört, der Vereinigung der Einzelhändler und Gewerbetreibenden.

Newsletter geplant

BSM-Vorstand Giovanni di Noto lobt: Es sei viel getan worden in den vergangenen Jahren. Der Optiker und Hörgeräteakustiker setzt ebenso wie Remmert auf Aktivitäten wie etwa den Streetfood-Markt oder die „Lange Nacht der Kultur“, an der inzwischen zahlreiche Geschäfte auch der oberen Langen Straße teilnehmen. Aber: Es müsse nachgedacht werden, was noch getan werden kann, so di Noto. Er verweist darauf, dass in Kürze das BSM auf Facebook aktiv werde und Newsletter nicht nur für Mitglieder eingerichtet würden.

 Natürlich schade jeder Leerstand, sagt di Noto. Er sehe die Geschäftswelt aber im Verhältnis zu umliegenden Städten als stabil an. Auch für die obere Lange Straße sei er zuversichtlich. Nur: „Wir dürfen nicht zugucken und müssen aktiv Impulse setzen.“ Insgesamt beurteilte er Bückeburg als „schnuckelig mit einem geringen, aber schönen Branchenmix“.

Digital und lokal verbinden

Was in Zukunft anders gemacht werden kann, darauf verweist die Wirtschaftsförderin: Das digitale und stationäre Einkaufen müsse besser miteinander verbunden werden, verweist sie auf die „Beacon Mile“ der Stadt Minden, auf der Einkaufenden beim Flanieren durch die Stadt auf dem Handy gezeigt wird, was es in den Geschäften zu kaufen gibt, oder aber die Initiative „Kauf hier – lokal und digital“.

Mit dem freien WLAN sei ein weiterer Schritt gegangen worden, auch wenn sich das Angebot bisher auf öffentliche Gebäude der Stadt beschränke. Die Verwaltung werde diesbezüglich noch einmal gezielt Geschäftsleute ansprechen. „Die schweigende Mehrheit“, wie es Remmert nennt, hatte sich nicht geäußert, als das BMS nach dem WLAN-Bedarf gefragt hatte.

 Hinweise, wie sich das BSM und die Geschäftswelt besser aufstellen können, erwartet Remmert auch aus dem Einzelhandelsgutachten, das fünf Jahre nach seiner Verabschiedung derzeit überarbeitet wird. Das Fazit der zum 30. März nach Hameln wechselnden Wirtschaftsförderin: „Es wird sicherlich nicht einfacher.“ rc

Ein Kommen und Gehen

Acht Ladenlokale stehen derzeit auf der Nordseite der Langen Straße leer, weitere am Anfang der Obertorstraße bis kurz über die Kreuzung mit dem Unterwallweg.

  • Der NKD-Markt gleich neben der Stadtkirche ist am Jahresende geschlossen worden. Einen potenziellen Nachnutzer gibt es bereits. Eine Spielothek will dort eröffnen, wie Bürgermeister Reiner Brombach SN-Informationen bestätigt. Ein entsprechender Antrag werde aber in Kürze aus „städtebaulichen Gründen“ abgelehnt, so Brombach.
  • Die leer stehenden ehemaligen Ladenlokale der Boutique „Medea“ und „Kalli“ Ploch sind im Grunde vermietet. Allerdings gibt es aus Gründen des Denkmalschutzes und Brandschutzauflagen Probleme beim Umbau.
  • In der Residenzpassage wird das leer stehende Geschäft der Straßenfront in Kürze mit einem Telefonladen belegt, der derzeit noch im hinteren Bereich der Passage ansässig ist.
  •  Das Büro des ehemaligen DRK-Stützpunktes im Mehrfamilienhaus gegenüber dem Schild-Center wird in Kürze mit einer Praxis aus dem medizinischen Bereich belegt. In dem Räumen links des Eingangs, die bisher als Zusammenkunftsraum der Hausbewohner genutzt wurde, wird nach Angaben von Joachim Scheffler von der „Immobiliengalerie“ ein Versicherungsbüro der DBK eröffnet.
  • Das Ladenlokal von Eisen-Brandt ist umgebaut worden. Ob es bereits einen Mieter gibt, war nicht in Erfahrung zu bringen.
  • Die Herder-Apotheke steht seit über zwei Jahren leer.
  • Die Gaststätte an der Ecke Obertorstraße/Unterwallweg, dem ehemaligen „Kroll“, ist Anfang des Jahres verkauft worden. Im Obergeschoss hat vor kurzem eine Shisha-Bar eröffnet. Das Erdgeschoss steht leer.
  • Auf der anderen Straßenseite hat das Restaurant „Krawczyk‘s“ im Sommer nach nur kurzer Öffnungszeit wieder geschlossen.
  • Gegenüber, auf der anderen Seite der Obertorstraße, zeichnet sich ein weiterer Leerstand ab. Im „Paper-Maxx“ hängt ein großes Schild „Ausverkauf“. Die Inhaberin will sich nicht äußern. Das Amtsgericht Bückeburg hat Anfang Dezember in einem Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der „paper-maxx OHG“ einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
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