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Jetzt knallt’s

Barocktage Jetzt knallt’s

Bei den „Lebendigen Barocktagen“ ist es auf Schloss Bückeburg nicht nur lebendig zugegangen, sondern auch laut. Historischer Hintergrund des fulminant ausgestatteten Festes mit über 200 Akteuren bildeten nämlich nicht wie bisher die Friedensjahre, sondern das kriegerische 1757.

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Im großen Festsaal stößt man auf den Franzosen-König an.

Quelle: jp

Bückeburg. Es war der Zeitpunkt, als sich zum einen die österreichisch-preußischen Gegensätze in Europa, zum anderen der Kampf der Großmächte England und Frankreich um die Vormachtstellung in Nordamerika gerade zum Weltkrieg ausgeweitet hatten.

Auch am Sitz des Grafen zu Schaumburg-Lippe sind die ruhigen Tage gezählt. Es sieht schlecht aus für die preußisch-hannoversche Seite: Nach der fatalen Niederlage Friedrichs des Großen in der Schlacht von Kolin gegen den österreichischen Feldmarschall Daun ist auch der Herzog von Cumberland mit den verbündeten britisch-braunschweigischen Truppen bei Hastenbeck (Hameln) gegen die Franzosen unterlegen. Als Folge ziehen sich die Alliierten bis hinter die Aller zurück, und weite Teile Norddeutschlands – auch Bückeburg – erleben den Einmarsch französischer Besatzungstruppen.

Musketen und Kanonen sprechen

Während das jedoch in der Realität kampflos abging, ließen französische, königlich-preußische und schaumburg-lippische Truppen während der „Lebendigen Barocktage“ Musketen und Kanonen sprechen. Die Zuschauer erlebten dabei an beiden Tagen morgens eine kugel- und pulverdampfreiche Eroberung des Bückeburger Schlosses durch französische Infanterie. Am Nachmittag wurden die Franzosen bei der Erstürmung einer kompletten Schanze im Schlosspark wieder verjagt.

„Einen wirklichen Kampf um Bückeburg hat es im Siebenjährigen Krieg nicht gegeben“, so Marcus Stickdorn von der Gesellschaft für hessische Militär- und Zivilgeschichte, der zusammen mit seiner Frau Stefanie Hahlbohm wieder für die künstlerische Leitung verantwortlich zeichnete. „Eine solche Veranstaltung erfordert aber immer den Spagat zwischen Zuschauer- und Darstellerinteresse, und dann muss die Authentizität bisweilen ein paar Abstriche machen.“

Barocke Schokoladenkultur

Absolut historisch korrekt war hingegen alles, was man als Besucher am Rande der einzelnen Darbietungen und Vorführungen oder im Gespräch mit einem der Darsteller erfahren konnte. So wie beispielsweise bei Isabel Gronack-Walz aus Köln, die im gelben Salon barocke Schokoladenkultur präsentierte, angefangen von der aus der Neuen Welt importierten Kakaobohne bis zum fertigen Luxusgetränk. „Schokolade war das Modegetränk der Oberschicht im 18. Jahrhundert. Goethe führte stets seine eigene Schokolade mit sich, und Friedrich der Große nahm sie im Krieg mit ins Feld, um sich damit wach zu halten.“

Neben der stimmungsaufhellenden und aufputschenden Wirkung galt vor allem die aphrodisierende Wirkung der Schokolade als sprichwörtlich: „Wollte man damals eine Dame von Stand verführen, gab man ihr Schokolade zu trinken.“ jp

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