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Jürgen Welker geht für zwei Jahre nach Mexiko

Adolfinum-„Feuerwehrmann“ Jürgen Welker geht für zwei Jahre nach Mexiko

Als Jürgen Welker kürzlich im Adolfinum auftauchte, wo er viele Jahre lang als Kunstpädagoge und Beratungslehrer wirkte, wurde gewitzelt und frohlockt: „Wieder eine Feuerwehraufgabe?“ Der pensionierte Pädagoge hatte bereits mehrfach als Reserve ausgeholfen, als Not am Mann war.

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Auch als Künstler ein Aktivposten: Jürgen Welker.

Quelle: vhs

Bückeburg. Nun aber geht es zu neuen Ufern, kritisch betrachtet in vermintes Gelände: Für zwei Jahre hat Welker mit der Leitung des „Colegio Humboldt“ in Puebla (Mexiko) einen Vertrag abgeschlossen.

 An der Begegnungsschule mit deutschsprachigem Zweig, die von gut 1500 Schülern besucht wird, unterrichtet Welker Kunst und Ethik. Unterrichtssprache ist Deutsch. Mit einem Augenzwinkern weist Welker darauf hin, dass für sein „geliebtes Zweitfach Biologie“ kein Bedarf bestehe. Das war in Peking, wo er von 2009 bis 2011 an der deutschen Botschaftsschule unter Vertrag stand, noch ganz anders. In Mexiko erhofft man sich nun, dass Welker dem Fach Ethik schon durch seine reiche Beratererfahrung wichtige Impulse geben kann, insbesondere in der Oberstufe, wo das Fach zum Prüfungsfach im Abitur werden soll.

 Anderen Lehrkräften, die mit dem Auslandsschuldienst liebäugeln, empfiehlt der pädagogische Weltenbummler, unkonventionelle Wege zu wagen. Den Kontakt mit „Humboldt“ habe er auf der Didacta hergestellt, wo inzwischen einige deutsche Auslandschulen regelmäßig ihr Profil zeigen. Der übliche Weg über das Bundesverwaltungsamt zu Köln könne parallel dazu beschritten werden. Die konkreten Vertragsbedingungen hingen ohnehin immer vom Bedarf der jeweiligen Schule ab. Für den rüstigen Pensionär heißt das nach Maßgabe aller Bundesländer: „Volle Stelle, ganze 24 Unterrichtsstunden die Woche!“

 Aus der 1,5-Millionen-Stadt Puebla, wo die Volkswagen AG schon lange ein Werk betreibt, trudeln inzwischen die ersten Wohnungsangebote ein. Eine Kollegin ist dort damit beauftragt, die Ankunft in gut 2200 Meter Höhe („unweit entfernt von vier Vulkanen“) hilfreich anzubahnen. Um seine Spanischkenntnisse kümmert Welker sich selbst. Kleineren Fortbildungen an der hiesigen Volkshochschule folgt im Sommer ein Intensivkurs vor Ort, den die Schule finanziert. Man erwartet, dass Elterngespräche schon im kommenden Frühling auf Spanisch geführt werden können.

 Besonders freut sich der Schaumburger, der sich der hiesigen aktiven Kunstszene verbunden weiß, aber kaum eine größere international geprägte Ausstellung in Hamburg, Berlin, München oder Kassel auslässt, auf die kulturellen Schätze Mittelamerikas. Nur nebenbei erwähnt der Ex-Adolfiner, dass es reiner Zufall sei, mit Sandra Behsler eine weitere ehemalige Pädagogin des Bückeburger Gymnasiums in Mexiko zu wissen: „Das habe ich alleine erledigt, aber dass Frau Behsler meine neue Schule betreut, nehme ich als gutes Zeichen.“ Die ehemalige stellvertretende Schulleiterin ist in Mexiko für Qualitätssicherung an deutschen Auslandsschulen zuständig.

 Als Welker anlässlich seines 65. Geburtstags zum Abschied lud, bekam er tatsächlich ein Messer geschenkt – „als Schmuckstück“. Welker weiß um die massiven sozialen und politischen Probleme in Mexiko, er kennt genug Meldungen und Berichte über Bandenkriminalität und organisiertes Verbrechen. In hoch bewachten Luxus-Compounds abzutauchen und über die Weltpolitik zu schwadronieren, war schon in China nicht seine Art. Aber natürlich ist ihm die persönliche Sicherheit wichtig, soweit sie durch Lebensstil und Alltagsgestaltung beeinflusst werden kann. Es liegt nicht nur an seiner Sympathie für Tai Chi und an den Sicherheitsbestimmungen der Fluggesellschaften, dass „das Messer natürlich nicht mitgenommen wird nach Mexiko“. Für die reichen Früchte Mittelamerikas wird er schon das Richtige finden.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

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