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Juristische „Keule“ verschont Räuber

Bückeburg Juristische „Keule“ verschont Räuber

Glück gehabt: Weil sich zumindest nicht ausschließen lässt, dass sie in ihrer Entwicklung noch auf dem Stand von Jugendlichen sind, hat das Landgericht zwei Räuber aus Garbsen nach dem vergleichsweise moderaten Jugendstrafrecht verurteilt.

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Bückeburg. Ende März hatten die 18 und 20 Jahre alten Männer kurz vor Feierabend eine Tankstelle an der Petzer Straße überfallen, die Kassiererin mit einer Scheckschusspistole bedroht und rund 455 Euro erbeutet. Elf Tage später gingen sie in Garbsen nach ähnlichem Muster vor. Dort betrug die Beute etwa 110 Euro.

Wegen schwerer räuberischer Erpressung verhängten die Richter gegen den jüngeren Täter vier Jahre und neun Monate Jugendhaft, gegen den älteren Mann zwei Jahre und acht Monate. In beiden Fällen wurden frühere Verurteilungen einbezogen. Der 18-Jährige hat bereits mehr auf dem Kerbholz. So erklärt sich die Differenz. „Sollten Sie neue Straftaten begehen, kommt die Keule des Erwachsenenstrafrechts“, warnte Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Jugendkammer: „Da werden Sie sich wundern“, fügte er hinzu. Ab dem 21. Geburtstag greift das allgemeine Strafrecht.

Beide Männer sind vorbestraft, beide haben Knasterfahrung. Der 18-Jährige stand zudem unter Bewährung. Er machte eher aus Freundschaft mit. Frühere Haftstrafen, so der Richter, hätten die Angeklagten nicht sonderlich beeindruckt. Durch die Trennung von seiner Freundin, die von ihrer Familie außer Landes gebracht worden war, sei der ältere Heranwachsende vor den jüngsten Überfällen aus der Bahn geworfen worden. Drogensucht brachte ihn in Geldnot.

Dennoch attestierte Kütemeyer ihm eine „nicht unerhebliche kriminelle Energie“. Zur Begründung hieß es: „Es gehört einiges dazu, in eine Tankstelle zu gehen und mit vorgehaltener Waffe Geld zu fordern.“ Von der Beute in Bückeburg überließ der junge Mann seinem Komplizen 15 bis 20 Euro, während er das in Garbsen erbeutete Geld komplett einstrich. Für die Angeklagten sprachen vor allem deren Geständnisse. Mit ihrer Entscheidung folgte die Kammer dem Antrag von Staatsanwalt André Lüth, den auch Anselm Schanz, einer der beiden Verteidiger, sofort „unterschreiben“ würde, wie er im Plädoyer erklärte. Im Schlusswort sagte Schanz‘ Mandant: „Die Tat ist in keiner Weise zu entschuldigen.“

Nach dem ersten Raub hatte sich das Duo unweit des Tatortes bei einer Verwandten des 20 Jahre alten Haupttäters versteckt, der in Bückeburg zur Schule gegangen ist. Der Plan hatte nur einen Haken: Beim Überfall waren beide Männer unmaskiert, die Videokamera in der Tankstelle zeichnete alles auf. Elf Tage danach zog in Garbsen zumindest der jüngere Mann seine Kapuze hoch. Da war es jedoch bereits zu spät. Sechs Tage nach dem zweiten Raub wurden die Gesuchten festgenommen. Bereits nach der ersten Tat war dem 18-Jährigen klar: „Unmaskiert – das kann nichts werden.“ ly

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