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Kampf um mehr Sauberkeit

Müll im Stadtgebiet Kampf um mehr Sauberkeit

„Bückeburg ist eine schöne Stadt mit einer schönen Umgebung und hat es nicht verdient, so zugemüllt zu werden“, sagt Gerhard Bleick. Doch anstatt nur zu kritisieren, geht der Kleinenbremer seit einigen Jahren mit gutem Beispiel voran.

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Gemeinsam mit seinem Sohn Hannes präsentiert Gerhard Bleick die acht Säcke mit an Straßenrändern eingesammeltem Unrat.

Quelle: pr

Bückeburg/Kleinenbremen. An einem oder mehreren Tagen im Jahr sammelt er den von anderen Menschen in die Landschaft geworfenen Müll ein. Und zumindest an einem Tag mit von der Partie war diesmal wieder sein Sohn Hannes (15).

Gemeinsam suchten die beiden die Ränder und Gräben mehrerer Straßen nahe ihres Wohnortes nach solchem Unrat ab und wurden dabei in hohem Maße fündig: Insgesamt acht große Säcke füllt der Müll, überwiegend kleinerer Plastikabfall, den sie jüngst auf diese Weise zusammengetragen haben. Vieles davon hatten sie auf einigen hundert Meter Länge an der Bundesstraße 83 – auf Höhe der Fischteiche – und an der bei Kleinenbremen gelegenen Zufahrt zu dieser Bundesstraße eingesammelt.

Gelobt werden möchte Bleick für sein Engagement ausdrücklich nicht. Dass er sich wegen seiner privaten Müllsammelaktion dennoch an diese Zeitung gewandt hat, erklärt er damit, dass er sich einfach über die Umweltfrevler ärgert – und darüber, dass seitens der Stadt Bückeburg respektive der lokalen Politik nichts gegen den vielerorts herumliegenden Müll unternommen wird.

Zufahrt zur Bundesstraße seit Jahren voller Abfall

„Keineswegs bin ich dazu bereit, den Mist auf dem Bückeburger Stadtgebiet zu vertüten“, betont Bleick. Schon seit einigen Jahren würden im Bereich der Zufahrt auf die Bundesstraße 83 Flaschen und Plastikabfälle darauf warten, von Bückeburgern beziehungsweise den zuständigen Fachkräften der Stadt Bückeburg gefunden zu werden. Aber „Gott sei dank, es wird Frühjahr – und das Gras und die Büsche wachsen und werden das Elend wieder gnädig zudecken.“

Im Klartext: „Man kann ausführlich über die Leute lamentieren, die diesen Müll wegwerfen, man kann aber auch tätig werden“, findet der Kleinenbremer – und macht einen Vorschlag: „Wie wäre es, wenn die Parteien und Geschäftsleute, die Bückeburg als touristisches Zentrum allerorten preisen, mal einen ‚Tag des offenen Müllbeutels‘ propagieren und selbst Hand mit anlegen?“ Das wäre ein „Veranstaltungshighlight“, über das Marketingexperten zurecht jubeln könnten, so Bleick. „Der Bürgermeister vorneweg. Dann wäre er schon wieder mit einem Bild in der Zeitung vertreten.“ Bleick hat jedoch noch weitere Adressaten ausgemacht: „CDU, SPD, die Weltenretter von den Grünen – Motto: ‚Über das Weltklima labbern, vor Ort nichts tun’ – im Schlepptau“, dazu „die sich langweilenden ‚Flüchtlinge‘“, die so etwas „für das Land, in dem sie leben und von dem sie leben“, tun könnten. Auch die Kirchen sollten ihren Beitrag dazu leisten, beim Säubern der „verdreckten“ Ex-Residenz zu helfen.

"Wie eine lang gezogene Müllhalde"

So hat es Bleick wörtlich auch Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach per E-Mail mitgeteilt, ebenso dem Städtischen Ordnungsamt und der Hamelner Geschäftsstelle der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die für die B83 zuständig ist. Mitsamt dem Hinweis, dass es rund um das „Bauerngut“-Betriebsgelände, dem „McDonald‘s“-Schnellrestaurant, dem Bundeswehr-Flugplatz in Achum sowie rund um Petzen, aber auch um die Bückeburger Märkte „Kaufland“ und „Obi“ herum zum Teil „wie auf einer lang gezogenen Müllhalde“ aussehe.

„Wer das nicht glaubt, kann da gerne mal mit dem Fahrrad lang fahren und Sehen lernen.“ Es sei unglaublich, wie viel Plastikverpackungen, Flaschen und sogar Müllsäcke dort herumliegen und die Landschaft verschandeln. „Und die Stadt und viele Bürger? Die schauen weg oder machen das Fenster auf und schmeißen noch fröhlich einen Kaffeebecher aus dem fahrenden Auto. Sollen das doch irgendwelche Idioten wieder aufsammeln“, schimpft Bleick. Unabhängig von der Resonanz auf seine öffentliche Kritik sei für ihn eines klar: „Das nächste Jahr ziehen wir wieder los, weil nichts besser wird, wenn man darauf wartet, dass andere das machen. Auf den Dank der Politik verzichten wir.“

Brombach hat Bleick inzwischen schriftlich geantwortet. Dabei dankt der Bürgermeister dem Kleinenbremer für dessen persönlichen Einsatz. Zudem teilt er mit, dass in Bückeburg in der Vergangenheit bereits ähnliche Müllsammelaktionen etwa seitens der Feuerwehren und Vereine organisiert worden seien. Doch offenbar gebe es „noch viel zu tun, um die Landschaft von den Hinterlassenschaften verantwortungs- und gedankenloser Zeitgenossen zu reinigen“. Daher werde er Bleicks E-Mail an die im Stadtrat vertretenen Parteien und Gruppen weiterleiten „und zur Nachahmung Ihres Beispiels animieren“. wk

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