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Bückeburg Stadt Kaninchen in Mülltüte „entsorgt“
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Kaninchen in Mülltüte „entsorgt“
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00:19 08.06.2018
Nach ihrer glücklichen Rettung haben sich die beiden Löwenköpfchen gut in ihrer neuen Unterkunft im Bückeburger Tierheim eingelebt. Quelle: jp
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Bückeburg

Wer sich jahreslang im Tierschutz engagiert, wird tagtäglich mit dem Leid von Vierbeinern konfrontiert – und manchmal auch mit der Gefühllosigkeit und Gleichgültigkeit, die einige Zeitgenossen an den Tag legen, um sich ihrer überdrüssig und unbequem gewordenen Hausgenossen zu entledigen.

Trotzdem gibt es immer wieder Fälle, bei denen selbst den kummergewohnten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Tierheims Bückeburg die Spucke wegbleibt. In diesen Tagen war dies nach Angaben von Tierheimleiterin Tanja Tiedke wieder der Fall, als zwei Kaninchen gebracht wurden. Die beiden weißen-schwarzen Flauschohren waren unweit des Tierheims von Unbekannten in eine Plastikmülltüte gestopft und dann im Bereich zwischen Tierheim und Segelflugplatz Wülpke einfach in die Landschaft geworfen worden.

Tiere drohten zu ersticken

Zum Glück wurde der Hund einer Spaziergängerin auf die beiden herrenlos gewordenen Langohren aufmerksam – und schlug an. Ansonsten wären die beiden Tiere angesichts der Hitze in ihrem Plastikgefängnis sicherlich entweder jämmerlich erstickt oder verdurstet. Tiedke zeigte sich von dem Fall umso schockierter, weil sich die Tiere beim Eintreffen im Bückeburger Tierheim als ungemein zahm und zutraulich erwiesen, sie also gegenüber ihrem früheren Besitzer großes Vertrauen besessen haben müssen.

Hohe Wellen schlug der Fall, als die Tierheim-Leiterin über den Fall im sozialen Netzwerk Facebook berichtete: „Diejenigen sollte man auch aussetzen, aber so, dass man sie nicht findet!“ Oder: „Was gibt es nur für Menschen?“ Und: „Ich bin fassungslos … wie kann ein Mensch so grausam sein?“ Auch „Manche Menschen sind echt das Letzte“ und „Abartige Kreaturen, die so etwas tun“ lauteten nur einige der auf den Beitrag hinterlassenen Kommentare. Das Tierheim kündigte indes an, den Fall als Tierquälerei dem Kreisveterinäramt zu melden.

Keine bestimmte Rasse

Zurzeit erholen sich die beiden Kaninchen, die keiner bestimmten Rasse zuzuordnen sind, sondern in einer Zoohandlung vermutlich unter der Bezeichnung der offiziell nicht anerkannten Rasse „Löwenköpfchen“ geführt würden, in ihrer neuen Unterkunft im Bückeburger Tierheim.

Wer die Pflege der Kaninchen unterstützen will, hat dazu auf tierschutzliga.de Gelegenheit.

Aus zwei mach eins

Nach der Fusion mit der Tierschutzliga macht sich der Tierschutzverein daran, nach und nach lang aufgeschobene Investitionen im Tierheim am Hasengarten in Angriff zu nehmen. Jetzt sind die Hundeboxen dran, die bereits beim Neubau des Tierheims nicht mehr den Vorschriften entsprachen, weil sie zu klein waren. Lange Jahre konnte der Missstand nicht behoben werden, aber jetzt macht sich das Tierheim an die Arbeit. Peu à peu werden im laufenden Betrieb je zwei Boxen zu einer Box zusammengelegt, wie das Vorstandsmitglied der Tierschutzliga, Monika Hachmeister, gegenüber unserer Zeitung sagte. Je nach Verträglichkeit werden bis zu zwei Hunde in den Boxen untergebracht. Dennoch wird sich die Aufnahmekapazität von derzeit 34 Hunden verringern.

Dies hat Auswirkungen auf die Aufnahme von Pensionstieren, die nicht mehr im gewohnten Umfang aufgenommen werden können, auch wenn es sich um Hunde handelt, die aus dem Tierheim vermittelt wurden. „Das tut uns leid“, sagte Hachmeister, es sei aber nicht zu ändern. Sie bat um Verständnis und rief Hundebesitzer auf, sich frühzeitig um einen Pensionsplatz für ihren Hund zu kümmern.

Pflasterung gesucht

Noch ein weiteres Projekt hat das Tierheim in Angriff genommen. Rund um das Tierheim sollen einige Bereiche gepflastert werden, damit nach Regenfällen im Hundeauslauf nicht alles matschig ist und durch die Hunde nach ihrem Freigang Schmutz in Gebäude und Boxen getragen wird. Daher sucht die Tierschutzliga- Dependance derzeit gebrauchte Gehwegplatten und Pflasterung, wie Vorstand Monika Hachmeister mitteilte. Die Pflasterung wird nach Absprache auch abgeholt. „Uns helfen auch zehn Quadratmeter – alles, was wir nicht bezahlen müssen“, so Hachmeister.

Wer Pflaster übrig hat, bitte im Tierheim unter Telefon (05722) 5220 während der Öffnungszeiten melden: montags und freitags geschlossen, sonst 15 bis 17 Uhr, sonntags 11 bis 13 Uhr.

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