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Kein Pokémon im Krankenhaus

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 „Wie wärs mit einem Ausflug nach Bad Eilsen? Bad Eilsen Kurpark, 100m vor Tuffsteinquelle ein Elektek!! Aber erst ab LVL 5/6.“ Diesen Hinweis gibt die Pokémon Go-Gruppe Bückeburg auf ihrer Facebook-Seite. Das ist aber auch schon der einzige Hinweis auf ein Pokémon hier. Zum Glück.

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Auf der Suche nach virtuellen Monster-Figuren wird auch vor Krankenhäusern nicht halt gemacht.

Quelle: dpa

Bückeburg/Minden. Das findet zumindest das Gesamtklinikum Schaumburg. Denn bisher sind keine Arenen oder einzelne Pokémon, die „im oder am Krankenhaus liegen“ in den drei Schaumburger Krankenhäusern in Bückeburg, Rinteln und Stadthagen „gesichtet“ worden, teilte der Pressesprecherin des Gesamtklinikums Schaumburg, Nina Bernard, auf Anfrage mit: „Und wir hoffen sehr, dass das auch so bleibt.“ Ein Krankenhaus sei ein zu schützender und beschützender Raum. Pokémon-Jäger, die Abläufe durcheinanderbringen, könne man im Krankenhaus-Betrieb überhaupt nicht gebrauchen.

 Das Johannes-Wesling-Klinikum Minden hat da größere Probleme. Als „unangemessenen Menschenauflauf“ betrachtet die Führung des Mindener Klinikums die Jagd, die sich dort seit dem vergangenen Wochenende abspielt. Denn vor dem Haupteingang liegt eine sogenannte Arena, die Spieler für ihr Team erobern können. Das funktioniert durch geschicktes Tippen und Wischen auf dem Handy. Wie der Pressesprecher des Klinikums, Steffen Ellerhoff, selbst beobachtet habe, haben Pokémon-Jäger am Wochenende die umliegenden Feldwege zugeparkt, gegrillt und teilweise sogar in Zelten im Bereich des Klinikums übernachtet oder es sich im „Aburetum medicum“, dem Heilpflanzen-Park des Klinikums, gemütlich gemacht. „Massenhaft Leute, die alle auf ihre Smartphones starren“, sagte er.

 Mehr als 300 Pokémon-Go-Spieler seien zwischen Freitag und Sonntag mehrfach von der Polizei aufgefordert worden, das Gelände des Klinikums zu verlassen. Friedlich seien sie jeweils der Aufforderung gefolgt. Richtig laut sei zwar niemand gewesen, aber durch die Masse der Menschen hätten nachts auch Gespräche in normaler Lautstärke gestört. Am Flügel des Eltern-Kind-Zentrums entlang seien die Spieler zudem in Gruppen vor den Haupteingang zur Arena gezogen, so Mitarbeiter des Klinikums.

 Einige hätten die sanitären Einrichtungen des Klinikums genutzt, so Ellerhoff. Beim Klinikum handle es sich um einen halböffentlich Raum, bisher sei aber keiner der Pokémon-Jäger in sensible Bereiche des Klinikums vorgedrungen. Dies verhindere auch der Sicherheitsdienst, der ohnehin abends und an den Wochenenden auftragsgemäß für Sicherheit sorgt: „Extra beauftragt haben wir diesen Dienst nicht.“ Ob ein Pokémon „direkt im Klinikum liegt“ – wie in einer Klinik in Amsterdam – könne er nicht ausschließen: „Wir suchen aber auch nicht danach.“ Auch einen Pokémon-Beauftragten werde man nicht einrichten. Wie Ellerhoff sagte, ist beim Betreiber inzwischen offiziell beantragt worden, die Arena als Punkt auf der großen Karte von Pokémon-Attraktionen im Internet zu löschen. Der Betreiber ließe in solchen Fällen mit sich reden.

 Gerüchte, dass sich des Nachts die Pokémon-Jäger an einem Schießstand in Bückeburg treffen und auch dort eine Arena sein soll, konnte Polizeisprecher Matthias Auer nicht bestätigen. Ein Kollege sei Donnerstagmorgen vor Ort gewesen und habe auch mit dem Pächter der Gastronomie des Schießstandes gesprochen. Auch er habe nichts Entsprechendes feststellen können. Auer: „Sollen sie sich dort treffen. Das ist weit ab vom Schuss, dort stört es niemanden.

VON RAIMUND CREMERS

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