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Kein Sport für Muskelpakete

Besuch bei Sensei Kopp im Dojo Kein Sport für Muskelpakete

Kendo? Ist das nicht der japanische Schwertkampf? Wer zum ersten Mal hört, dass es in Bückeburg eine Kendo-Gruppe (innerhalb der Budo-Sparte des VfL) gibt, dürfte überrascht sein.

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Kendo zeichnet sich mehr durch Schnelligkeit als durch Kraft aus.

Quelle: mig

BÜCKEBURG. Tatsächlich gibt es die Kendo-Gruppe in der Ex-Residenz schon seit vielen Jahren. Allerdings eher im Verborgenen – mehr als 20 waren es nie, die das Holzschwert geschwungen haben. Doch die, die heute noch dabei sind, sind es mit Leib und Seele. „Mich interessiert vor allem die Disziplin, die dahinter steht. Kendo ist körperlich, aber auch geistig sehr anspruchsvoll“, sagt Jörg-Dieter Kopp, einer der Leiter der Gruppe. Die Disziplin des Kendo finde sich aber nicht nur in dieser Sportart, „sie steckt in der gesamten japanischen Kultur“, ergänzt Hartmut Haselau, der sich vor allem für die japanische Philosophie und Lebensart interessiert. Diese besondere Kultur haben Haselau und Kopp vor Jahren selbst erleben dürfen. Japan, geben sie zu, habe sie als Land sehr beeindruckt.

In der Mitte der Turnhalle haben sich inzwischen die Schüler von „Sensei“ (Meister) Kopp aufgebaut. Dort im „Dojo“ werden hektische Bewegungen vermieden, es geht respekt- und würdevoll zu. Bei den Samurai spielen Chu (Loyalität), Yu (Mut) und Makoto (Ehrlichkeit) eine große Rolle. Das zeigt sich auch in der Halle der Grundschule Am Harrl.

Wenn Kopp spricht, schweigen alle

Jeder konzentriert sich auf die vor ihm liegende Aufgabe. Wenn Kopp spricht, schweigen alle. „Hier spricht nur einer – und das bin ich“, erläutert Kopp das zugrunde liegende Konzept. Kendo sei ein sehr fairer Sport, der viel Etikette beinhalte, erklärt er. „Das hat was Ritualhaftes“, sagt Haselau. Es gehe eben nicht nur darum, körperlich besser zu werden: „Im Grunde geht es um die Einheit von Körper, Geist und Schwert, also um das, was man heute modern als Achtsamkeit bezeichnet.“

Unterdessen hat Kopp zwei Schüler in den Blick genommen. „Shidachi“ ruft er ihnen zu, und die beiden setzen sich gemessenen Schrittes in Bewegung, nehmen die Grundhaltung ein und verbeugen sich. Dann kommt das Bambusschwert Bokken zum Einsatz. Kopp, der den Kampf beobachtet, erläutert leise die einzelnen Schläge, sagt, dass es zwei Haltungen gibt: defensiv und offensiv – und dass sich Kendo mehr durch Schnelligkeit als durch Kraft auszeichnet.

Mit der richtigen Atmung zum Erfolg

„Wir brauchen hier keine Muskelpakete“, sagt Kopp. Oft sei es sogar so, dass Frauen besser zurechtkommen, weil sie schneller sind. Fast ebenso wichtig ist die richtige Atmung, die die Kraft auf einen bestimmten Punkt konzentriert. „Das ist auch der Grund für die lauten Schreie, die wir immer wieder ausstoßen“, sagt Haslau. Nur wer richtig atme, könne Schlaggeschwindigkeiten um die 150 Stundenkilometer erreichen. Angst müsse trotzdem niemand haben. „Dieser Sport ist ausgesprochen verletzungsarm“, weiß Haselau.

Wer es selbst einmal ausprobieren möchte: Die Gruppe trainiert jeden Mittwoch von 19.30 bis 21 Uhr in der Halle der Grundschule Am Harrl. Kontakt: E-Mail Hartmut.Haselau@t-online.de. mig

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