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Bückeburg Stadt Keine Pause, kein Atemholen
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00:20 04.03.2015
Aus den Boxen dröhnt ein fetter, tanzbarer Bass, die Fans sind wie in Trance.  Quelle: mig (2)
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Bückeburg. Das Wummern des Basses ist das Erste, was vom Gelände zu hören ist. „Bumm, Bumm, BUUUMMM“ stampft der Rhythmus – mal schneller, dann wieder langsamer, in einer schier endlosen Folge. Kaum hat sich das Ohr angepasst, folgt ein lautes Knistern, ein Prasseln, das die Luft elektrisch aufzuladen scheint und einem durch und durch geht. Der Ton oszilliert, wird mal höher, dann wieder tiefer. „Pitchen“ heißt diese besondere Technik, und Timo Maas ist ihr Meister.

Das DJ-Handwerk ist im Grunde das eines Schneiders oder eines Monteurs. Maas mischt mehrere Tracks zu einem Neuem zusammen und macht so aus zwei oder drei, eins. Dazu nutzt er Techniken, wie das „Beatjuggling“ (eine Platte wird als Rhythmuseinheit benutzt) oder das „Beatmatching“ (zwei Platten werden synchronisiert). Wie alle anderen Künste auch, ist die des DJs zu 90 Prozent Handwerk. Handwerklich gute DJs gibt es viele – Maas gehört zu den zehn Prozent, die etwas wirklich Neues schaffen. Seine Soundscapes sind im besten Sinne eklektisch – sein Sampling ist schlicht genial.

Es ist kurz vor eins und „Jayson & Malcolm“ haben gerade die Turntables verlassen. Der Club ist brechend voll, und trotzdem herrscht draußen Hochbetrieb. Taxis fahren vor, manch einer kommt zu Fuß. Es sind an diesem Abend sicher mehrere Hundert Fans unterwegs. Fans, die eigentlich alle dasselbe wollen: Tanzen und Timo Maas sehen. „Wir sind extra aus Hannover hierher gekommen. Wann hat man schon die Möglichkeit, Timo Maas für zehn Euro zu sehen?“, sagt Heiko König, der den DJ von vielen Auftritten kennt.

Er habe schon in den neunziger Jahren zur Musik von Timo Maas getanzt, sagt König, beispielsweise im Hamburger „Tunnel“ oder in der „Kiste“ in Hannover. Maas, so König weiter, sei ein echter Artist, er kenne sonst kaum einen anderen DJ, dem es so gut gelinge, die Stimmung auf dem Dancefloor aufzunehmen und zu verstärken. „Bei Timo Maas kommt man immer auf seine Kosten“, ergänzt Thomas Brettschneider. Maas sei ein DJ ohne Allüren.

„Ihm liegt etwas an seinen Fans. Er ist nicht wie andere total abgehoben.“ Und was halten die beiden von den Kronenwerken? „Eine tolle Location“, findet König. „Das Gebäude ist total abgerockt und kultig und eignet sich bestens zum Tanzen.“

Tatsächlich: Nichts stört, nichts steht im Weg. So macht das stundenlange Tanzen Spaß. Dann, nach Mitternacht, eilt Timo Maas zum etwas erhöhten Pult und dreht an den Reglern. Aus den Boxen dröhnt ein fetter, tanzbarer Bass, sein Markenzeichen. Die Tänzer sind wie in Trance. Keine Pause, kein Atemholen. Eine Viertelstunde geht das so, dann stockt die Menge für einen Augenblick, lauscht – ein Rhythmuswechsel kündigt sich an.

Timo Maas mischt einen neuen Bass in die Lautsprecher. Die Tanzenden heben die Arme und johlen. „No words, just techno“, lautet die Devise. „Als würde alles zu einem großen Ganzen werden“, so beschreibt Heiko König dieses Phänomen.

Sowohl das Publikum als auch Timo Maas selbst hatten sichtlich Spaß am Auftritt in den Kronenwerken. „Tonite’s dance is in my hometown Bückeburg. Can’t wait to see those familiar faces“, hatte der 45-Jährige kurz vor der „Shining Clubsession“ auf Facebook geschrieben. mig

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