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Keine Zeit vergeudet

Schüler-Praktikum Keine Zeit vergeudet

Die Schüler der 10. Klasse am Gymnasium Adolfinum haben dieser Tage ihr zweiwöchiges Betriebspraktikum absolviert. Dabei gehen die Interessen der Schüler ziemlich weit auseinander.

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Madiha (von links), Ana und Paula mit zwei Wachbeamten vor ihrer Wirkungsstätte – dem Bückeburger Justizzentrum.

Quelle: hc

Bückeburg. Von einem Praktikum beim Gerichtshof über eines beim Zahnarzt bis zum Physiotherapeuten reicht die Spannweite der Stellen. In einem sind sich alle Praktikanten einig: Das Praktikum bietet einen guten und realen Einblick in den jeweiligen Beruf.

 Ihr erstes Praktikum bringen die jungen Leute vom Gymnasium Adolfinum bereits in der 9. Klasse hinter sich. Etwa 100 Schüler müssen sich für eine Woche in den von ihnen ausgewählten Beruf hineinversetzen und treten zum ersten Mal in Kontakt mit dem Arbeitsleben. Erfahrungen, die wichtig sein können für größere Selbstständigkeit und ein selbstbewussteres Auftreten der Jugendlichen.

 Zudem bieten Praktika einen guten Einblick in den jeweiligen Beruf und sollen den Schülern die spätere Berufswahl erleichtern. Da viele in diesem Alter gar nicht wissen, was sie nach einem bestandenen Abschluss machen sollen, und dann womöglich willkürlich irgendeinen Beruf wählen, bietet so ein Praktikum eine gute und wichtige Chance, etwas Passendes zu finden.

 Das zweiwöchige Praktikum ist gezielt in die zehnte Klasse gelegt worden. Die Schüler können ihre Berufswahl vertiefen. Des Weiteren hilft ihnen das Praktikum auch bei der Wahl der (Leistungs-)Kurse für die Oberstufe. Und denjenigen, die nach dem Ende der zehnten Klasse von der Schule abgehen möchten, bietet es ebenfalls eine Grundlage.

 Kübra Kisakol hat sich dazu entschieden, ihr Betriebspraktikum bei der Grundschule Am Harrl zu machen. Ausschlaggebend für ihre Wahl: Sie hat Freude am Umgang mit Kindern, wie sie im Gespräch mitteilt. „Mir macht es Spaß, den Kindern etwas beizubringen“, erklärt sie. Auch ihr habe das Praktikum bei ihrer Entscheidung erheblich geholfen. „Ich wollte schon immer gerne Lehrerin werden, und jetzt hab ich genug Erfahrungen gesammelt, um mich entscheiden zu können“, sagt sie. Ihre Erfahrung: Zwar bereitet der Beruf viel Spaß, aber er fordert auch viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Nicht immer ist der Umgang mit den Kleinen einfach. Dennoch: „Ich glaube, um diesen Beruf auszuüben, braucht man die Freude am Umgang mit Kindern“, unterstreicht sie noch mal – sie hat sie.

 Zwei Schülerinnen haben am Landgericht ihr Praktikum gemacht. Sie sind ebenfalls um wichtige Erfahrungen reicher. „Einige Dinge können wir jetzt ausschließen, andere haben unser Interesse geweckt“, berichten Madiha Ul-Hasan und Paula Nickel im Gespräch. Paula glaubt, der Beruf des Richters sei schon ziemlich interessant. Für sie jedoch sei das eher nichts. Madiha ist regelrecht begeistert von der Vorstellung, irgendwann mal diesen Beruf auszuführen – vielleicht als Richter, vielleicht als Anwalt. Einen sehr guten Einblick in das Berufsfeld haben beide bekommen, da sind sie sich einig. „Bis auf unsere Arbeitszeiten, denn die Richter arbeiten viel länger“, erklärt Paula.

 Ana Dine hat ihr Praktikum im selben Gebäude gemacht – beim Amtsgericht. Sie könne sich ebenfalls vorstellen, einen juristischen Beruf auszuüben, sagt sie. Und sie hat beobachtet: „Die Atmosphäre ist entspannt und locker.“ Und Paula und Madiha bekräftigen: „Oftmals ist es sogar sehr lustig.“

 Auch die Autorin dieses Artikels ist Praktikantin. Hilal sagt: „Für mich war das Praktikum ebenso interessant wie spannend. Mein Eindruck: Das Praktikum bei der Zeitung hat mir die Berufswahl erleichtert. Ich habe mich schon immer für einen Beruf in den Medien interessiert; mit den Erfahrungen der letzten zwei Wochen kann ich nun entscheiden, ob das für mich in Frage kommt.“

 Letztlich hängt es ja doch von den jeweiligen Interessen der Schüler ab, welchen Beruf sie später wählen werden. Aber dass das Praktikum nur vergeudete Zeit wäre, das war von keinem der Praktikanten zu hören. hc

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