Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Keiner denkt ans Abschaffen

MPS Keiner denkt ans Abschaffen

Auch die Facebook-Gemeinschaft „Pro MPS Bückeburg“ hat vor der Kommunalwahl von den Bückeburger Politikern eines wissen wollen: Wie sie zur Zukunft des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums (MPS) stehen, nachdem Chef und Gründer Gisbert Hiller vor Kurzem ankündigte, sich bis 2024 aus der Mehrzahl der Orte zurückzuziehen.

Voriger Artikel
Zu großem Dank verpflichtet
Nächster Artikel
230 Hektar für den Naturschutz

Die Facebookgruppe „Pro MPS Bückeburg“ will nach eigenen Angaben den zahlreichen MPS-Befürwortern eine Stimme geben, „um dem Eindruck vorzubeugen, es gebe in der Bevölkerung eine Mehrheit gegen diese Veranstaltung“.

Quelle: JP

BÜCKEBURG. Zwar soll es an den meisten davon eine mittelalterliche Folgeveranstaltung unter Regie von MPS-Aufbau-Chef Dirk Melchior geben, doch scheint man sich bei den Fans mittlerweile Sorgen um den Standort Bückeburg als Ganzes zu machen.

Die 3500 Unterstützer zählende Facebook-Gemeinschaft „Pro MPS Bückeburg“ war im Juli von dem Bückeburger Uwe Grabsch als Reaktion auf den wieder aufgeflammten „Bückeburger Lärmstreit“ ins Leben gerufen worden. Sie hat sich nicht nur den langfristigen Erhalt des Festivals auf die Fahne geschrieben. Vielmehr sollen alle kulturellen Veranstaltungen unter freiem Himmel besser davor geschützt sein, durch Beschwerden eingeschränkt oder unterbunden zu werden. Als Kritiker der Behörden sieht sich die Gemeinschaft nicht. „Wir begrüßen es vielmehr sehr, wie der Landkreis jüngst seine Genehmigungspraxis beim MPS verteidigt hat“, so Grabsch. „Vor allem aber wollen wir der großen, schweigenden Masse an MPS-Befürwortern eine Stimme geben, um dem Eindruck vorzubeugen, es gebe in der Bevölkerung eine Mehrheit gegen diese Veranstaltung.“

„Wie stehen Sie ganz konkret zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Bückeburg?“ Und: „Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie einen langfristigen Verbleib unterstützen?“ So lauteten die Kernfragen, die Grabsch schriftlich an die Parteien richtete. Am schnellsten erfolgten die Reaktionen der kleineren Parteien. FDP-Kandidat Hendrik Tesche ärgerte sich ebenfalls über – so wörtlich – „die Macht weniger, durch die ‚Lärmbelästigungskarte‘ Veranstaltungen lahmzulegen und Feiern, Stadtfeste und fröhliches Miteinander der Bürger zu verhindern oder stark einzuschränken“. Tesche würde gerne MPS-Fans und Anwohner an einem Runden Tisch zusammenbringen.

Einen solchen vorgeschlagen hat bereits WIR-Ratsherr Andreas-Paul Schöniger bei Landrat Jörg Farr, bislang allerdings ohne Erfolg. Auch er sieht sich klar im Lager der Spectaculum-Befürworter: „Der Erhalt für Bückeburg ist wichtig, denn das MPS lockt zahlreiche Menschen in die Stadt, und Einzelhandel und Tourismusbereich profitieren davon. Die eingeleiteten Überprüfungen haben laut Aussage des Landkreises zudem ergeben, dass es zu keinen Verstößen gegen gesetzliche Auflagen gekommen ist.“

Fester Bestandteil der Stadt

Für Janina Kobitzky von der Wählervereinigung „Bürger für Bückeburg“ (BfB) gehört das MPS zum festen Bestandteil der Stadt. „Diese Veranstaltung sorgt für eine Integration aller Bürger, sie unterstützt den Tourismus und wertet das Image Bückeburgs zusätzlich auf. Wir dürfen nicht zulassen, dass einzelne Mitbürger diese kulturell wertvolle Veranstaltung kaputtmachen und aufgrund dieser Beschwerden die Auflagen für das MPS so verschärft werden sollen, dass eine langfristige Fortsetzung für den Veranstalter kaum mehr möglich ist.“ Dafür werde sich die BfB „mit aller Energie“ einsetzen.

Für CDU-Stadtverbandschef Hermann Kempf ist das MPS aufgrund seines Bekanntheitsgrads und seiner Reichweite „nach außen ein wahnsinnig positives Aushängeschild für unsere Stadt“. Seine Partei werde alles dafür tun, das kulturelle Angebot der Stadt in seiner derzeitigen Vielfalt zu erhalten. Dazu zähle auch das MPS: „Ich kenne keinen Kommunalpolitiker, der nur ansatzweise an eine Abschaffung denkt.“

Nüchterner fiel die Antwort von SPD-Fraktionschef Bernd Insinger: „Grundsätzlich begrüßen und fördern wir solche Veranstaltungen und bitten auch in unseren Aussagen zur Kommunalwahl, diesen Veranstaltungen gegenüber Toleranz zu zeigen.“ Die SPD werde weiterhin dafür eintreten, die Möglichkeiten für Sonderveranstaltungen wie das MPS zu nutzen. jp

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

O’zapft is heißt es in der Stadthäger Festhalle wieder am Freitag und Sonnabend, 23. und 24. September. Dann dominieren die Farben Blau und Weiß in der Halle und fesche Frauen in farbenfrohen Dirndln tanzen auf den Tischen... mehr