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Kind an den Fischteichen missbraucht

Prozess in Bückeburg Kind an den Fischteichen missbraucht

Ein vorbestrafter Kinderschänder hat in Bückeburg einen vier Jahre alten Jungen sexuell missbraucht. Der Mann berührte das Kind im Intimbereich, machte Fotos mit einer Digitalkamera und brachte den Vierjährigen dazu, ihn ebenfalls anzufassen.

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Bückeburg. Tatort waren die Fischteiche an der Bundesstraße 83. Täter und Opfer kannten sich. An jenem Sonntagnachmittag im Mai 2016 hatten beide einen Spaziergang gemacht.

 

Nach dem sexuellen Übergriff hat die 1. Große Jugendkammer am Landgericht den Bückeburger (52) jetzt zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Außerdem ging es in dem Prozess um Pornos, die bei dem 52-Jährigen gefunden worden waren. Zwei von zehn Bilddateien, gespeichert auf je einer Diskette und einem USB-Stick, zeigten eindeutig Jugendliche. Die Fotos hatte der Mann im Internet heruntergeladen.

 

Zur Tatzeit stand der Bückeburger unter Führungsaufsicht. Dabei bekommen entlassene Straftäter Weisungen. So durfte der 52-Jährige keinen Kontakt zu Kindern haben. Gegen diese Weisung hat er verstoßen. Zuletzt war der Wiederholungstäter von einem anderen Gericht wegen zum Teil schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in insgesamt 16 Fällen zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das war 2007.

Wie ein Häufchen Elend saß der 52-Jährige jetzt vor Gericht, den Blick gesenkt. Er konnte kaum sprechen und verdeckte sein Gesicht meistens mit einer Hand, möglicherweise aus Scham. Um das Kind zu schützen, verhandelte die Kammer über weite Strecken unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dies galt auch für das Geständnis des Angeklagten. Dem Jungen ersparte der Bückeburger dadurch eine Aussage vor Gericht.

 

In der Urteilsbegründung zitierte Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der Jugendkammer, zwei Sätze des Angeklagten: „Mir ist die Situation entglitten. Ich wusste nicht, was mit mir los war.“ Weitere Details aus dem Geständnis wurden nicht bekannt. Zugunsten des Angeklagten wertete die Kammer außer dem Geständnis, dass es sich um eine Spontantat gehandelt habe, der 52-Jährige die Tat bereue und das Kind weder zu Hause noch im Kindergarten Auffälligkeiten zeige. Gegen den Bückeburger sprechen vor allem dessen Vorstrafen und, dass er die Tat unter Führungsaufsicht begangen habe.

 Nach dem Missbrauch hatte der Junge seinem Vater erzählt, was passiert war. Der Vater erstattete daraufhin Anzeige. Bereits im Vorfeld der Hauptverhandlung gestand der Verdächtige die Tat in polizeilichen Vernehmungen. Er sitzt seit Mai in Untersuchungshaft.

 Im jetzt zu Ende gegangenen Prozess hatte Staatsanwältin Karin Dubben drei Jahre Haft gefordert, Verteidiger Alexander Ulbrich dagegen eine zweijährige Bewährungsstrafe beantragt. Der Schuldspruch lautet auf sexuellen Missbrauch eines Kindes, Herstellung kinderpornografischer und Besitz jugendpornografischer Schriften.

ly

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