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Kinder schnuppern Landluft auf dem Bauernhof der Familie Tecklenburg

„Der Kackeschieber kommt!“ Kinder schnuppern Landluft auf dem Bauernhof der Familie Tecklenburg

 „Er kommt!“, rief ein kleiner Junge um die acht Jahre laut. Kaum waren diese Worte ausgesprochen, blieben alle Kinder stehen und schauten wie gebannt in die gleiche Richtung. Einige hockten sich hin, um besser sehen zu können. Keiner sprach, alle warteten. Und dann war es so weit: Der Kackeschieber war da. Unter lautem Plätschern fiel über eine Breite von circa drei Metern die grünliche Masse hinab in den dafür vorgesehenen Behälter. Die Kinder strahlten, einer der Größeren sagte leise: „Echt cool!“

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„Fühl mal, wie weich!“: Für die Kinder war es etwas ganz Besonderes, einmal eine Kuh anfassen zu können.

Quelle: ah

Bückeburg/Luhden (ah).  Wie spannend Gülle sein kann, wie aufregend es ist, einen 120-PS-Trecker zu besteigen, und wie schön es sich anfühlt, ein Kälbchen zu streicheln, dass haben 17 Kindern im Rahmen des Arbeitskreises „Ferienaktion Bückeburg“ in Luhden erlebt. Trotz Erntestress haben die Bückeburger Landfrauen es auch in diesem Jahr wieder geschafft, einen Besuch auf dem Bauernhof zu organisieren. Zum elften Mal in Folge trafen sich interessierte Sechs- bis Neunjährige auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Tecklenburg, um zu sehen, was da alles kreucht und fleucht.

 Nach der Anreise mit dem großen Bus begrüßte Marina Tecklenburg zusammen mit weiteren Vertretern der Landfrauen Bückeburg, ihre kleinen Gäste. Zunächst bastelte sich jeder der Jungen und Mädchen unter Anleitung ein Namenschild aus Pappkarton. Nach einer Stärkung durch die von den Landfrauen gestifteten Muffins und Getränke kam das erste Highlight: die Besichtigung der großen Maschinen. Einen Mähdrescher aus der Ferne zu beobachten ist schon spannend genug, aber diesen aus der Nähe zu sehen eine ganz andere Sache. Einmal für ein paar Minuten hinter dem Lenkrad eines großen Treckers zu sitzen oder in die Tiefe eines Futtermischwagens zu schauen, lies manches Kinderherz höher schlagen.

 Dann folgte eine kleine Lehrstunde, in der die Gastgeberin anhand von getrockneten Pflanzen und Körnern zeigte, dass es nicht nur eine Sorte Körner und Getreide gibt, sondern unterschiedliche Arten und viele unterschiedliche Sorten. Mit einer Handgetreidemühle wurden dann die Körner zu Mehl gemahlen. Die dabei anfallenden Körnerschalen, die Spelzen verfütterten die Kinder gleich im Anschluss an die glücklichen Hühner, die im grünen Garten nebenan ihr Freiluftrevier haben.

 Als die Melkzeit näher rückte, marschierte die muntere Truppe zum Kuhstall, um das eigentliche Herz des Milchviehbetriebes kennen zulernen: die Kuhherde. Nach anfänglichem Zögern war es ein ganz besonders schöner Moment für alle kleinen Besucher, zu erleben, dass die Tiere, Kälber wie auch ausgewachsene Kühe, keinerlei Scheu vor Menschen haben. Wenn man sich rücksichtsvoll näherte und vorsichtig die Hand ausstreckte, waren die Vierbeiner sofort da und ließen sich füttern. Besonders vorwitzige Kühe machten ihren Hals lang, und schleckten einmal mit ihren riesige, raue Zunge über die Bekleidung der Kinder. Nach einer kurzen Schreck-Sekunde wurde aber auch dieser Moment unter der Kategorie Erlebnis abgebucht.

 In einem riesigen Wärmetopf, dem Milchtaxi, rührten die Kinder zusammen mit Marina Tecklenburg die Milch für die kleinen Kälber an. Nach kurzer Kostprobe stellten alle fest, dass Milchpulver durchaus schmackhaft ist. Unter Anleitung durften dann die Kinder aus dem Milch-Taxi heraus die angewärmte Milch in die Trinkeimer der Kälber füllen.

 Wer danach immer noch nicht genug hatte, half dabei, Silage zu verteilen oder versuchte sich, an einem „Plastik-Euter“ die Kunst des Melkens per Hand zu erlernen. Zum Abschluss halfen alle Kinder abwechselnd das Futter zu verteilen und ließen sich erklären, wie eine automatische Melkmaschine funktioniert. Ein wahres Abenteuer für die Kleinen.

 Die Landfrauen haben sich vor einiger Zeit dazu entschlossen, ihr „Bauernhofprogramm“ auf die Sechs- bis Zehnjährigen auszurichten, da für diese Altersklasse relativ wenig im Ferienspaßprogramm angeboten wird, so Marina Tecklenburg: „Uns ist es wichtig, dass die Kinder sehen und erleben, wie es auf einem Bauernhof aussieht und wie er funktioniert. Dass die Tiere gut untergebracht sind und wir wirklich gut mit ihnen umgehen. Oder das Heu nicht Stroh und Stroh keine Silage ist, so etwas wissen die Kinder nicht..“ Man merkt, dass die gelernte Erzieherin umfangreiche Erfahrung mit Kindern hat und man spürt auch an den anderen Landfrauen, dass es allen wirklich wichtig ist, das Landleben den Kindern nahe zu bringen. Im vergangenen Jahr wurden die Bückeburger Landfrauen für dieses Engagement durch die Stadtjugendpflege Bückeburg Arbeitskreis Ferienaktion für ihre zehnjährige Mitarbeit ausgezeichnet.

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