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Kinderpornos auf dem Handy – drei Monate Haft

Bückeburg / Prozess Kinderpornos auf dem Handy – drei Monate Haft

Als die Polizei kommt, will der Bückeburger nur kurz in den Keller, um sein Mobiltelefon zu holen. Nach einer Weile geht ein Beamter hinterher. Gerade hat der Verdächtige auf der Toilette hastig einen Film vom Handy gelöscht, das gibt er gegenüber dem Polizisten selber zu. Die Mühe hätte der Mann sich sparen können, denn die Datei lässt sich später wiederherstellen.

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Quelle: dpa

Bückeburg (ly). Um diesen Film und sechs andere Kinderpornos, vom Mobiltelefon abgespeichert auf einen Datenstick, ging es jetzt in einem Prozess vor dem Bückeburger Amtsgericht. „Es wäre der Allgemeinheit nicht verständlich zu machen, wenn wir darüber den Mantel der Liebe decken und eine kleine Geldstrafe verhängen würden“, betonte Richter Armin Böhm.

Stattdessen gab es drei Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung wegen Erwerbs und Besitzes kinderpornografischer Schriften. Hinzu kommen 1200 Euro Geldbuße. Zum Teil zeigen die Filme schweren sexuellen Missbrauch von Kindern. In besonders abscheulichen Passagen werden Mädchen zum Geschlechtsverkehr mit Erwachsenen gezwungen.

Vorbestraft ist der Angeklagte bisher nicht. Ähnlichen Vorwürfen sah er sich allerdings bereits im Jahr 2007 ausgesetzt. Damals war das Verfahren gegen eine Geldauflage von 2000 Euro eingestellt worden. „Dies können wir nicht außer Acht lassen“, erklärte Staatsanwalt Wilfried Stahlhut. „Offenbar hat der Angeklagte nicht die richtigen Lehren daraus gezogen.“ Stahlhut hatte fünf Monate Haft gefordert, ebenfalls mit Bewährung.

In seinem Schlusswort versicherte der Angeklagte: „Ich habe mich aus diesen Plattformen zurückgezogen und bin dabei, mein Leben neu zu strukturieren.“ Gemeint sind Chat-Foren im Internet. Richter Böhm geht „zu seinen Gunsten“ davon aus, dass der Bückeburger „nun endgültig einen Schlussstrich gezogen hat“. Die Verurteilung soll ihm „zur Warnung dienen“.

Nach Darstellung des Angeklagten befanden sich auf dem Stick auch Dateien, die bereits Gegenstand des später eingestellten ersten Verfahrens waren. Ein danach heruntergeladenes Video will er für legal gehalten haben. Besorgt hatte der Mann sich die Dateien über MMS, einen Dienst im Bereich der Telekommunikation, mit dem auch Videosequenzen verschickt werden können.

Verteidiger Volkmar Wissgott hatte beantragt, das Verfahren wegen eines Mangels einzustellen. Er hält die Anklage für „nicht ausreichend konkretisiert“. Gegen das Urteil sind noch Rechtsmittel möglich, Berufung oder Revision.

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