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Bückeburg Stadt Kläranlage wird modernisiert
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Kläranlage wird modernisiert
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19:15 04.10.2017
Die Kläranlage an der Kornmasch wird modernisiert: Sie erhält 2018 einen Faulturm. Quelle: kk
BÜCKEBURG

Technisch gesehen ist die sogenannte „anaerobe Schlammstabilisierung“ ein bewährtes Verfahren, das aber nur allmählich Einzug in kleinere Klärwerke hält. Friedrich Klare von KLT-Consult erläuterte jetzt dem Betriebsausschuss des städtischen Abwasserbetriebes die Pläne. Gerade aus Umwelt-Gesichtspunkten biete die neue Technik eine Reihe von Vorteilen: Die Klärschlamm-Menge werde reduziert, gleichzeitig werde Biogas gewonnen. Das Gas werde in einem Blockheizkraftwerk zur Energieerzeugung direkt vor Ort eingesetzt. Strom und Wärme sollen in der Kläranlage wieder verbraucht werden. Damit verringern sich die Strom- und Heizkosten im Klärwerk. Auch die CO2-Belastung für die Atmosphäre werde verringert.

Technik wird umgekrempelt

 Für insgesamt knapp 2,7 Millionen Euro wird die Technik des Klärwerks in der Kornmasch gründlich umgekrempelt. Experten sprechen von der Umstellung von einem einstufigen auf ein zweistufiges Verfahren. Die Maßnahmen im Einzelnen: Ein altes Reservebecken wird reaktiviert und als Vorklärbecken genutzt. Dort setzt sich bereits ein Teil der Feststoffe aus dem Abwasser ab. Ein Teil dieses noch recht flüssigen Schlammes wird in den neuen Faulturm gepumpt, der übrige Teil wie bisher weitergehandelt.

Methangas zur Energieerzeugung

 Im Faulturm landet auch der eingedickte Schlamm aus den bisherigen Becken. In der neuen Anlage läuft dann der zweistufige Prozess im geschlossenen Raum ab: Bakterien zersetzen bei einer „Wohlfühltemperatur“ von 37 Grad biologisch abbaubare Stoffe im Schlamm. Dabei entsteht Methangas, das zur Energieerzeugung genutzt wird. Der verbleibende Schlamm enthält weniger Schadstoffe und weniger Wasser als bisher, ist trockener. Unter dem Strich bedeutet dies einen geringeren Energieaufwand bei der endgültigen Entwässerung und ein geringeres Volumen. Das senkt die Entsorgungskosten für den Klärschlamm. „Der ist dann fit für die Verbrennung“, bringt es Klare auf den Punkt. Mittelfristig muss nämlich weniger Klärschlamm zur Düngung in der Landwirtschaft eingesetzt werden, stattdessen muss dieser verbrannt werden.

 Unter dem Strich mache die neue Anlage nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell für die Stadt Sinn, rechneten Rainer Klenke (Geschäftsführer Abwasserbetrieb) und Jürgen Sobotta (Fachbereichsleiter Finanzen) vor: Schon ab dem zweiten Betriebsjahr amortisiere sich die Anlage – allerdings nur dank des Millionenzuschusses des Landes. kk