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Bückeburg Stadt Klärschlamm macht weiter Probleme
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Klärschlamm macht weiter Probleme
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00:19 01.07.2018
Quelle: pr.
Bückeburg

Das Gleiche gilt für die Niederschlagsentwässerung, die bei 31 Cent pro Quadratmeter überbauter oder befestigter Fläche liegt und ebenfalls bis 2019 nicht erhöht wird. Das ist in der Sitzung des Betriebsausschusses des Abwasserbetriebs deutlich geworden, der einstimmig auf den mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers versehenen Jahresabschluss 2017 zur weiteren Beratung an Verwaltungsausschuss und Rat verwies.

Die größte Investition des Abwasserbetriebs ist der Bau eines Faulturms auf dem Gelände der Kläranlage in der Kornmasch. Wenn alles nach Zeitplan läuft, wird der Turm im Juni 2019 fertiggestellt sein, wie Betriebsleiter Rainer Klenke im Ausschuss mitteilte. Offen ist noch, ob der Abwasserbetrieb tatsächlich mit den kalkulierten zwei Millionen Euro auskommt. Allgemein seien die Baukosten um rund zehn Prozent in den vergangen Monaten gestiegen.

Als weitere große Baumaßnahme ist in diesem Jahr die Kanalsanierung in der Bahnhofstraße angefangen und die Inliner-Sanierung ausgeschrieben worden. Auch kleinere Kanalerneuerungen sind im Plan.

Die Umsatzerlöse beliefen sich 2017 auf insgesamt 2,8 Millionen Euro. 1,96 Millionen Euro wurden mit den Schmutzwassergebühren eingenommen, die Regenwassergebühren belaufen sich auf 437 000 Euro. 160 000 Euro zahlt die Stadt für ihre versiegelten Flächen, also Straßen, Plätze, Wege und Gebäude. Unter dem Posten Materialaufwand schlagen allein die Stromkosten etwa für den Betrieb der Kläranlage oder von 24 Schmutzwasserpumpen mit 227 000 Euro zu Buche – ein Grund für den Faulturm, denn mit dem soll Energie zur Stromerzeugung gewonnen werden.

Verbesserungen nicht absehbar

Knapp 100 000 Euro gibt der Abwasserbetrieb für Chemikalien und Laborbedarf aus. Die Kosten für die Klärschlammbeseitigung stiegen 2017 auf knapp 250 000 Euro, 2016 hatte dieser Betrag noch bei gut 104 000 Euro gelegen. Angesichts der neuen Klärschlammverordnung sind immer weniger Landwirte bereit, Klärschlamm abzunehmen. Der Abwasserbetrieb war daher gezwungen, 2017 eine größere Menge Klärschlamm in die erheblich teurere thermische Verwertung zu geben: Der Schlamm wurde verbrannt. Da auch 2018 nicht absehbar ist, ob sich die Lage verbessert, werden entsprechend die Rückstellungen erhöht.

Der Personalaufwand ist auf 504 000 Euro gestiegen. Zurückzuführen ist die Steigerung insbesondere auf die Tariferhöhungen. Mit seinen neun Beschäftigten ist der Personalaufwand „sehr sparsam kalkuliert“, wie Wirtschaftsprüfer Jürgen Kupski von der Bitac GmbH Steuerberatungsgesellschaft Bielefeld feststellte.

Unter dem Strich bleibt ein Jahresüberschuss von 255 000 Euro. Davon werden rund 175 000 Euro in die Gebührenrückstellung gebucht. 72 000 Euro werden – wie in den Vorjahren – an die Stadt Bückeburg als Verzinsung ihres Eigenkapitals überwiesen.

2017 wird im Abwasserbetrieb eine Bilanzsumme von 22,57 Millionen Euro ausgewiesen, eine Steigerung um knapp 500 000 Euro. Das Eigenkapital beträgt 6,64 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote 30 Prozent. Das Anlagevermögen beläuft sich auf 21,7 Millionen Euro: eine Kläranlage, 24 Pumpwerke, vier Regenwasserpumpwerke, ein Mischwasserrückhaltebecken, sieben Regenrückhaltebecken, 94 Kilometer Schmutzwasserkanäle, 70 Kilometer Regenwasserkanäle, sieben Kilometer Muldenentwässerung, 23 Kilometer Mischwasserkanäle und 16 Kilometer Druckrohrleitungen. rc