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Klage gegen Partnervermittlung scheitert

Frau bekommt kein Geld zurück Klage gegen Partnervermittlung scheitert

Eine 76-Jährige aus Petershagen, die mit den Vorschlägen einer Partnervermittlung unzufrieden war und das Unternehmen verklagt hat, bekommt das investierte Geld nicht zurück.

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Quelle: SN

Bückeburg. In einem Zivilprozess vor dem Landgericht in Bückeburg konnte die Seniorin nicht beweisen, dass die Angebote ungeeignet waren. Richterin Susanne Lozinski hat die Klage daraufhin abgewiesen.

 Es ging um fast 6000 Euro. So viel hatte die Agentur für fünf Partnervorschläge kassiert. Das sei zwar eine Menge Geld, das Gericht sieht aber „keine Anhaltspunkte, dass die vereinbarte Vergütung in einem krassen Missverhältnis zur Gegenleistung steht“.

 Zwei der fünf Herren hatte die ältere Dame getroffen, mit einem dritten Mann telefoniert, bevor sie entnervt aufgab und zum Anwalt ging. Die Petershägerin war damals, zu Beginn des Jahres 2015, auf der Suche nach einem Partner, der sportlich und unternehmungslustig ist, gut tanzen kann, nicht raucht und auch mal mit ins Theater geht – Stubenhocker zwecklos.

 Nicht beweisen konnte sie im Prozess die Behauptung, ein 75-Jähriger aus der Samtgemeinde Rodenberg habe sich gar nicht mit ihr treffen wollen, sondern sei von der Agentur dazu überredet worden. Vor Gericht bekundete der Mann als Zeuge, zu dem Zeitpunkt im Januar 2015 durchaus Interesse gehabt zu haben. Dass er keine weitere Vermittlung wünsche, will er der Agentur erst nach dem Treffen mitgeteilt haben.

 Angeblich kann der Senior auch nicht tanzen. Dies scheint ebenfalls falsch zu sein. Zumindest versicherte der Rodenberger, tanzen zu können. „Ich habe so meine Frau kennengelernt“, erzählte er.

 Ein zweiter Mann (80) hatte zu Protokoll gegeben, dass er tanzen könne, jedoch keinen Wert darauf lege. Am liebsten sitzt der Bückeburger daheim auf dem Sofa. „Er sucht eine Frau für die Couch“, hatte sich die Petershägerin beklagt.

 Mal angenommen, es stimmt: In der Partnervermittlung konnte man das vermutlich nicht wissen. Auf dem Fragebogen der beklagten Agentur hatte der 80-Jährige angekreuzt, dass er gern Spaziergänge, Ausflüge und Reisen unternimmt. Wenn Kunden falsche oder nicht gänzlich zutreffende Angaben machten, so Richterin Lozinski, könne dies nicht zulasten der Partnervermittlung ausgelegt werden.

 „Im Rahmen eines Partnervermittlungsvertrages müssen sich nicht nur die Kunden auf den Vermittler verlassen, sondern auch der Vermittler auf seine Kunden, denn er kann einen geeigneten Partner nur dann vermitteln, wenn die Kunden offen und ehrlich ihre Wünsche und Interessen kundtun“, heißt es im Urteil der 2. Zivilkammer.  ly

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