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Klagen über Fluglärm

Heeresflieger Klagen über Fluglärm

Zahlreiche Anwohner im Bereich der Heeresflieger in Achum haben sich über Fluglärm beschwert. Der Ortsrat Meinsen-Waber hat sich jetzt dem Thema angenommen.

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Hubschrauber und der Fluglärm sind Thema im Ortsrat Meinsen-Warber gewesen. Das Foto zeigt den Achumer Flugplatz während einer Show-Veranstaltung.

Quelle: bus

BÜCKEBURG. Der Tagesordnungspunkt Fluglärm hat im Ortsrat Meinsen-Warber die unterschiedlichen Wahrnehmungen bei vermeintlichen Belästigungen durch fliegende Hubschrauber vor Augen geführt.

Während der Fachmann sagte „Kein Pilot fliegt bewusst über Häuser“, meinte ein Bürger: „Die fliegen direkt bei uns rüber und leuchten uns mit ihren Scheinwerfern an.“

Als Fachmann hatte der Ortsrat den Leiter der Flugeinsatzzentrale beim Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Achum, Oberstleutnant Steen Pfähler, eingeladen. „Mehrere Bürger haben sich unabhängig voneinander bei mir beschwert, dass Heeresflieger-Hubschrauber auf nicht vorgesehenen Routen fliegen“, erläuterte Ortsbürgermeister Dieter Wilharm-Lohmann den Hintergrund des Tagesordnungspunktes.

Das „echte“ Fliegen proben

„Wir fliegen nicht zum Spaß, sondern haben einen Auftrag durch die Politik“, stellte Pfähler seinen Ausführungen voran. Für die Flüge gebe es vorgegebene Routen und festgelegte Verfahren. Trotz der in Achum zur Verfügung stehenden Simulatoren könne auf reale Flüge nicht verzichtet werden. „Es gibt immer noch Unterschiede zwischen Simulation und Realfliegerei“, betonte der Oberstleutnant. Trotz der enormen Kostenunterschiede – eine Simulatorstunde schlägt mit etwa 200 Euro, eine Realstunde mit mehr als 10000 Euro zu Buche – müsse das „echte“ Fliegen geprobt werden.

Pfähler berichtete über einen in Tallensen-Echtorf wohnenden Beschwerdeführer, der beklagt, dass in den zurückliegenden 15 Jahren „alles viel schlimmer“ geworden wäre. Die Helikopter flögen jeden Tag über sein Haus. Die konkrete Auswertung eines bestimmten Tages habe ergeben, dass zu dem angeführten Zeitpunkt definitiv kein Hubschrauber über das Haus des Beschwerdeführers geflogen sei.

Inzwischen habe der „nette Herr“ es geschafft, außer dem Luftfahrtamt der Bundeswehr auch das Bundesamt für Infrastruktur und Dienstleistung sowie den Bürgermeister der Samtgemeinde Nienstädt und den Bundestagsabgeordneten Maik Beermann in die Geschehnisse einzubeziehen. Nun habe Beermanns „Geschäftszimmerlöwe“ Benjamin Müller einen neuen Telefonfreund gewonnen, gab Pfähler zu verstehen.

Meinungen gehen auseinander

Der Oberstleutnant führte aus, dass in Achum im zurückliegenden Jahr 6941 Flugstunden absolviert wurden. „Ich habe mich an die Geräusche gewöhnt und höre sie gar nicht mehr“, meinte Ortsratsmitglied Thomas Vauth. „Ich bin ganz anderer Meinung, die Hubschrauber fliegen in unterschiedlicher Höhe unmittelbar über den Häusern“, gab ein Sitzungsgast zu Protokoll.

Wilharm-Lohmann riet dazu, die von Pfähler vorgestellten Beschwerdemöglichkeiten wahrzunehmen. „Letztlich wollen wir alle miteinander leben“, so der Ortsbürgermeister. Pfähler fügte hinzu: „Schreiben Sie genau auf, was Sie erlebt haben; es gibt auch die Möglichkeit der Bestrafung.“

Nachdem der Fluglärm in den Achtzigern ein beherrschendes Themen und eine Bürgerinitiative aktiv war, ist nach der Festlegung von Flugrouten und -verfahren sowie der Einrichtung einer Lärmschutzkommission Ruhe eingekehrt. 2009 gab es die letzten gehäuften Beschwerden – bei damals knapp 10000 realen Flugstunden. bus

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