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Klassische Halbtagsgruppen vom Aussterben bedroht

Bückeburg / Eltern wollen längere und flexiblere Betreuungszeiten Klassische Halbtagsgruppen vom Aussterben bedroht

Die klassische Halbtagsgruppe in Kindergärten ist vom Aussterben bedroht. Immer weniger Eltern fragen diese Betreuungsform für ihre Knirpse nach, sondern wollen längere – und flexiblere – Betreuungszeiten: weil sie berufstätig sind oder zurück in den Beruf wollen.

Bückeburg (rc). Forderungen, auf die jetzt zwei Einrichtungen in Bückeburg reagieren: zum einen die städtische Kindertagesstätte „Pusteblume“ in Röcke, zum anderen der evangelisch-lutherische Kindergarten „Bodelschwinghstraße“ im Petzer Feld. Während der Ausschuss für Jugend und Familie der Verlängerung in Röcke zustimmen konnte, müssen für die Bodelschwinghstraße noch einige Zahlen nachgereicht werden.

 In Röcke wird es ab dem 1. August 25 Plätze für Kinder geben, die von 7.30 bis 17 Uhr betreut werden können, dazu kommen fünf Krippenplätze für U-3-Kinder. Bis 15.30 Uhr ist die feste Betreuungsregel, danach können die Eltern ihre Knirpse abholen, wann immer es ihnen in ihre zeitlichen Planungen passt. Die zeitliche Betreuung ist an den Ganztagsbetrieb der Grundschule Evesen angepasst. „Darauf haben viele Eltern hingewiesen, als wir die Befragung nach dem Bedarf gemacht haben“, so Christian Schütte, Fachgebietsleiter Jugend, Schulen und Sport. Einziges Manko: Die Finanzierung ist – noch nicht – gesichert, da ein Zuschussbedarf von 15000 Euro besteht.

 Im Bodelschwingh-Kindergarten sind diese Zahlen noch nicht geklärt, die erhöhten Personal- und Betriebskosten müssen noch ermittelt werden. Der Grund, warum der Ausschuss dieses Vorhaben noch nicht abnickte. Wie in Röcke ist aber auch im westlichen Stadtgebiet die Nachfrage hoch, wie Pastor Jan-Uwe Zapke berichtete. 13 von 15 wollen die Übermittagsbetreuung. „Wir müssen schnell reagieren, damit die Eltern nicht abwandern.“ Wie in Röcke ist die nahe Grundschule Im Petzer Feld ein Grund für die Eltern für die längeren Betreuungszeiten. Ein zusätzliches Argument laut Zapke: Es sei der Wunsch von überforderten Eltern ihre Kinder länger betreuen zu lassen.

 Des einen Freund, des anderen Leid: Ratsfrau Renate Barkhausen (SPD), von Beruf Kindergartenleiterin in Petzen, beklagte sich, warum die Elternbefragung nicht für die ehemalige Großgemeinde gemacht worden sei, um den Gesamtbedarf zu ermitteln. Ihre Einrichtung leidet unter der veränderten Nachfrage der Eltern, weil die Räumlichkeiten andere Betreuungsformen als Halbtagsgruppen nicht zulassen.

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