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„Kleingeistiger Ordnungsfaschismus“

Empörung nach Lärm-Kritik am Spectaculum „Kleingeistiger Ordnungsfaschismus“

Ein gewaltiges Echo hat der schriftliche Zornausbruch von Gisbert Hiller, Chef des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums (MPS), sowie die Berichterstattung dieser Zeitung ausgelöst.

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Im Sommer 2015 demonstrierten zahlreiche heimische Künstler und Musiker wie hier die Trommler von „Uchena & Friends“ mit der Konzertreihe „Summer in the City“ für „den Erhalt der Kultur und der guten Laune“.

Quelle: jp

BÜCKEBURG. Sowohl unter dem Facebook-Post des Mittelalter-Veranstalters als auch der Online-Version unseres Artikels meldeten sich jeweils mehr als hundert Leser zu Wort und machten ihrer Entrüstung über den erneut ausgebrochenen „Bückeburger Lärmstreit“ Luft. Rund 40000 lasen die Facebook-Posts.

Anlass waren die wiederholten Eingaben eines Bückeburgers gegen das derzeit auf der Mausoleumswiese stattfindende MPS beim Ordnungsamt des Landkreises. Dort soll der Beschwerdeführer die Befürchtung vorgebracht haben, vom Spectaculum Heimkehrende könnten an seinem Haus vorbeikommen und seine Nachtruhe stören – und gefordert haben, nach Programm-Ende um 0 Uhr das gesamte Gelände sofort räumen zu lassen.

Die „Bückeburger Lärmproblematik“ hat eine lange, in den Sommermonaten besonders heftig kochende Vorgeschichte. Im Juli 2015 eskalierte der Konflikt am bislang heftigsten, als der offensichtlich im höchsten Maße geräuschsensible Bückeburger den an einem Sonntag in der Fußgängerzone stattfindenden Frühschoppen des Blindow-Jazz-Meetings von der Polizei abbrechen ließ. Diverse heimische Künstler riefen daraufhin die Konzertreihe „Summer in the City“ ins Leben, um mit mehrmaligen, immer genau 30-minütigen Open-Air-Auftritten für den Erhalt der örtlichen Kultur zu demonstrieren.

„Wir haben Eier und zeigen es dem Querulanten in friedlicher Form"

Auch zahlreiche Bückeburger machten jetzt mittels Online-Kommentaren ihre Empörung über den Dauerstreit und seine Auswirkungen auf Kultur, Gastronomie und Nachtleben öffentlich. „Hiermit rufe ich alle Bückeburger zu einem friedlichen Protest gegen das Aussterben der Innenstadt auf“, schrieb Alexander Fensch via Facebook. „Wir haben Eier und zeigen es dem Querulanten in friedlicher Form, dass wir das so nicht für gut heißen, was er da durchzieht!“

CDU-Ratsherr Thorwald Hey erinnerte daran, dass im August vergangenen Jahres ein Konzert seiner Band Route 66 im historischen Wirtshaus „Zur Falle“ auf Veranlassung wiederum des gleichen Bückeburgers von der Polizei beendet wurde. Anschließend habe der Beschwerdeführer sogar noch eine Drohne aufsteigen lassen, um festzustellen, ob sich noch jemand im Biergarten aufhielt.

Es sei sowohl für die Bückeburger als auch die MPS-Besucher von außerhalb unzumutbar, dass – so wörtlich – „solch kleingeistiger Ordnungsfaschismus überhaupt öffentliches Gehör findet“, ärgert sich Musiker Mars Hell aus Bückeburg. „Bald haben wir hier nur noch Altersheime, Apotheken und als letzte kulturelle Veranstaltung den Wochenmarkt“, lautete die Befürchtung von Dirk Worgull aus Bückeburg. Andreas Schmidt-Probst aus Krainhagen legt der Stadt sowie den Bückeburger Gewerbetreibenden nahe, zu kalkulieren, was ihnen an Gewerbe- und Steuereinnahmen durch die ausgefallenen oder eingeschränkten Veranstaltungen und die ausbleibenden Touristen verloren gehe. jp

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