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Klimaschutz als Schulfach

Projekt des Landkreises Klimaschutz als Schulfach

Die „Generation der Energiewende“ wird für den zukunftsfähigen Umgang mit unseren Ressourcen sensibilisiert. Dazu hat der Landkreis das Projekt „Klimaschutz macht Schule: Klimaschutz und nachhaltiger Ressourceneinsatz an Schaumburger Schulen“ auf den Weg gebracht.

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Unterzeichnen im Büro des Bürgermeisters die Klimaschutzvereinbarung: Schulleiter Frank Suchland (von rechts) von der Grundschule Evesen, Antje Kronenberg für die Grundschulen Am Harrl und Im Petzer Feld sowie Klimaschutzmanager Burkhard Wolters vom Landkreis.

Quelle: rc

Bückeburg. Bisher war das Projekt den 15 weiterführenden Schulen im Landkreis vorbehalten. Seit Beginn des Jahres sind auch die Grundschulen beteiligt. Zwölf sind bisher im Boot, darunter drei aus der Stadt Bückeburg: die Grundschule Am Harrl, die Grundschule Im Petzer Feld und die Grundschule Evesen.

Die Rektoren dieser Schulen unterschrieben jetzt im Büro von Bürgermeister Reiner Brombach die entsprechende Vereinbarung. Die Stadt fördert das Projekt zusätzlich mit einer Prämie von 3000 Euro. Damit die Schulen teilnehmen können, mussten zuvor einige Teilnahmebedingungen erfüllt werden. So hatte die Gesamtkonferenz einen Teilnahmebeschluss zu fassen, einen Klimaschutzbeauftragten zu bestimmen oder ein Klimaschutzteam zu bilden. Zum Abschluss des Jahres muss ein Aktivitätsbericht vorgelegt werden.

Kleine Veränderungen mit großem Sparpotenzial

Wie Burkhard Wolters, Klimaschutzmanager, Projektkoordinator und Betreuer der Schulen beim Landkreis, sagte, geht es um Verhaltensänderungen und einen anderen Blick auf die Dinge, nicht nur bei Schülern, sondern auch bei Lehrern, Hausmeistern oder aber Eltern. Die Klimaschutzteams, gebildet aus allen Beteiligten, könnten nun in ihren Schulen zeigen, wie sich allein durch den bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Wärme, Strom und weiteren Ressourcen die CO2-Emmissionen senken lassen, so Wolters. Kindern und Jugendlichen werde die Wirksamkeit ihres eigenen Handels aufgezeigt, sie könnten erfahren, wie sie selbst ganz konkret einen Beitrag für den Klima- und Umweltschutz leisten können. „Schon kleine persönliche Verhaltensänderungen bergen bedeutende Sparpotenziale in sich.“ Durch die frühzeitige Auseinandersetzung mit dieser wichtigen Thematik werde die Entscheidungs- und Handlungskompetenz der Kinder unterstützt sowie eine nachhaltige Veränderung des Nutzerverhaltens gefördert. Das Klimaschutzprojekt führe darüber hinaus zu einer Verminderung der Umweltbelastungen sowie der Treibhausgase und bewirke Kosteneinsparungen durch Verbrauchreduktionen sowie der Schonung von Ressourcen. Der Klimaschutzmanager: „Das ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.“

Und wie sieht die Situation nun in den Grundschulen aus? Wie Lehrerin Diemut Stöwer von der Grundschule Im Petzer Feld berichtete, ist als erstes eine Arbeitsgemeinschaft gegründet worden, die sich des Themas annimmt. Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, was überhaupt Klima ist. Eine Frage, die Grundschüler gar nicht so einfach beantworten können. Denn vielfach wird Klimaschutz und Klimawandel als ein Katastrophenszenario gesehen – mit steigendem Wasserspiegel oder dem Verlust von Lebensraum für Eisbären, weil das Eis in der Arktis schmilzt. In der Schule wird jetzt vermittelt, wo Energie verbraucht wird – nicht nur für Licht oder Heizungen, sondern auch für Computer. Sinnvoll sei auch, wenn man zu Fuß zur Schule komme, statt im Eltern-Taxi gebracht zu werden. Vielfach fehle das Erleben, das Kindern vermittelt werden müsse.

Wertvolle Rohstoffe im Elektroschrott

Das kann zum Beispiel die Grundschule Evesen, weil sie gleich hinter ihrer Schule die Streuobstwiese hat, anhand der die jahreszeitlichen Wechsel gut vermittelt werden können, wie Schulleiter Frank Suchland betonte. Die Schule hat seit Kurzem eine Wurmkiste und ein Hochbeet, außerdem eine Toner- und Handy-Sammelstation. „Damit erfahren Kinder, dass in elektronischen Geräten viele wertvolle Rohstoffe verarbeitet sind, die wieder recycelt werden können – und müssen.“ Vielfach müsse man auch nur ganz einfach denken und den Kindern zeigen: „Wo ist die Heizung? Und wie sieht sie überhaupt aus?“ Und im Zusammenhang mit dem kürzlich stattgefunden „Gesunden Frühstück“ gehen die Schüler der Frage nach, wo eigentlich mitten im Winter Erdbeeren herkommen.

An der Grundschule Am Harrl wird das Thema Mülltrennung großgeschrieben, wie Schulleiterin Antje Kronenberg berichtete: „Wo kommt der Joghurtdeckel hin?“ Es müsse „ganz kleinschrittig“ angefangen werden, berichtete sie aus den ersten Tagen, Kindern das komplexe Thema Klimaschutz näher zu bringen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Energiesparkoffer, der mit einer Reihe von Messgeräten bestückt ist. Schüler können so erfahren, wie das richtige Lüften des Klassenraums geht oder wie ein Heizungsthermostat im Inneren aussieht und funktioniert. Oder wie viel Strom ein Gerät verschlingt, das im „Stand-by-Betrieb“ vor sich hindämmert und darauf wartet, benutzt zu werden. „Wenn alles funktioniert, werden Kinder zu Kritikern von ganz alltäglichen Sachen“, so Kreisklimamanager Wolters, auch gegenüber Erwachsenen wie etwa ihren Eltern. Eben die Generation Energiewende.

Im Landkreis nehmen insgesamt 27 Schulen mit mehr als 13000 Schülern an dem Projekt „Klimaschutz macht Schule“ teil. Das Projekt wird Ende des Jahres auslaufen.  cre

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