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Klimawandel bei „Schaumburger Plattform“

Bückeburg / Vortrag Klimawandel bei „Schaumburger Plattform“

Zahlreiche unterschiedliche Aspekte des Klimawandels hat die fünfte „Schaumburger Plattform“ aufgegriffen. Während der von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) im Bückeburger Hubschraubermuseum organisierten Veranstaltung ergriffen mehrere Grußredner und sieben Referenten das Wort.

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Rund 160 Gäste folgen der Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik ins Hubschraubermuseum.

Quelle: bus

Bückeburg. Hauptredner der unter das Motto „Sicherheit hat viele Gesichter – Klima und Sicherheit“ gestellten Zusammenkunft war Niedersachsens Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Stefan Wenzel.

 Der Politiker beleuchtete den Aspekt „Klimawandel und Niedersachsen“ und machte darauf aufmerksam, dass das Land ein Energieszenario in Auftrag gegeben hat, um zu ermitteln, was bis 2050 der ökonomisch und ökologisch beste Weg sei, um die Ziele zu erreichen. „Wie können wir gleichzeitig Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit sowohl für kleine Haushalte als für große Industrieanlagen bewerkstelligen“, sei eine wichtige Frage. Die Thematik werde von der Landesregierung an einem runden Tisch mit 50 Organisationen diskutiert.

 Der Minister richtete ein besonderes Augenmerk auf den Fortbestand der Wälder. „Alles, was wir als Menschen technisch beherrschen, wird nicht ausreichen, wenn wir nicht unsere Wälder im globalen Rahmen erhalten“, betonte Wenzel. „Die Lungen unserer Erde sind von essenzieller Bedeutung.“ Sie müssten unbedingt Bestandteil der Klimaschutz- und Energiewendepolitik sein.

 Der Politiker weiter: „Die Sicherheit und die gute Zukunft unserer Nachbarn wird schließlich auch unsere Zukunft sein.“ Wobei er mit „Nachbarn“ sowohl unmittelbare Anwohner als auch Europäer und die Bewohner benachbarter Kontinente meinte. „Wir müssen für eine gute und faire wirtschaftliche Zusammenarbeit sorgen“, legte der Hannoveraner dar. „Am Ende leben wir alle auf einem kleinen Planeten und sind gemeinsam verantwortlich, diesen zu bewahren.“

 Die Klimawissenschaft, erläuterte Wenzel, zeige sehr deutlich die Folgen unterlassenen Handelns auf. „Aus meiner Sicht wäre es völlig unverantwortlich, nicht zu reagieren und nicht vorsorgend zu versuchen, unseren nachfolgenden Generationen möglichst keine Krisenszenarien zu hinterlassen.“ Gleichwie liege es ihm fern, Angst hervorzurufen. Im Gegenteil: „Ich möchte lieber Hoffnung verbreiten, Hoffnung darauf, dass wir noch vieles zum Guten wenden können.“

 Daniel Klingenfeld, der zum Thema „Klimaschutz als Friedenspolitik“ vortrug, unterfütterte die Erörterungen mit Fakten. „Wir können dem Klimawandel nicht alles in die Schuhe schieben“, meinte der Experte vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Unbestritten sei indes: „Wenn Knappheiten zunehmen, steigt das Konfliktpotenzial.“

 Wolfgang Schulenberg – Thema: „Klimawandel im sicherheitspolitischen Kontext“ – kündigte an, dass der Klimawandel einen prominenten Platz im noch nicht veröffentlichten nächsten Weißbuch der Bundeswehr einnehmen werde. Wer sich jetzt nicht auf den Klimawandel einstelle, werde dereinst zu den Verlierern der Geschichte zählen, merkte der Vertreter des Referats „Strategische Grundlagen und Politische Analysen“ des Bundesministeriums für Verteidigung.

 Susanne Dröge von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik –Thema: „Die EU und das Pariser Klimaabkommen – woran hakt es?“ – ermöglichte den 160 Besuchern Einblicke in Zusammenhänge zwischen Klimapolitik und Außenhandel, Emissionshandel, Klimasteuern und Grenzausgleichsmaßnahmen sowie umweltfreundlichen Wirtschaftsstrategien. Mit Blick auf internationale Übereinkünfte erinnerte sie an das diffizile Geflecht der zahllosen unterschiedlichen Interessen. „Es ist schwierig, einen Konsens zwischen den vielen beteiligten Ländern herzustellen“, so Dröge.

 Petra van Rüth vom Umweltbundesamt, Dessau, – „Klimawandel und die Deutsche Anpassungsstrategie“ – stellte Details aus dem jüngst veröffentlichten „Monitoringbericht 2015“ vor, in dem eine interministerielle Arbeitsgruppe die Strategien der Bundesrepublik publiziert. Dagmar Dehmer – „Wie Medien über ein Dauerproblem berichten“ – machte auf das Dilemma aufmerksam, dass sich an der Kernbotschaft seit 1990 nichts geändert habe. „Man weiß zwar über Einzelheiten besser Bescheid, aber die Grundaussage von der Veränderung des Klimas ist jetzt schon relativ alt.“ Medien täten sich mit solchen Langzeitthemen schwer. Zudem hätten die dramatischen Veränderungen in der Medienlandschaft zu Sprachlosigkeit geführt, gab die Politikredakteurin des „Tagesspiegel“ zu verstehen.

 Horst Roch von der Leitstelle Klimaschutz des Landreises führte regionale Facetten vor Augen. Schirmherr Karsten Becker, energiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag, der die Veranstaltung mit einer Zusammenfassung beschloss, bilanzierte: „Die Plattform hat einen nennenswerten Beitrag zu der im Titel benannten Konstellation geliefert.“ Obwohl der Klimawandel hinsichtlich der Sicherheitsgefährdung tagesaktuell thematisch nicht mit der Bedrohung durch den Islamischen Staat konkurrieren könne, dürfe er keineswegs vernachlässigt werden. bus

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