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Kohlenkirche und Kummerhaufen

Spurensuche-Poster nimmt den Schaumburger Bergbau in den Blick Kohlenkirche und Kummerhaufen

Den Schaumburger Bergbau nimmt ein Poster in den Blick, das jetzt von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Spurensuche vorgestellt worden ist.

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Bückeburg. Damit greift die bei der Schaumburger Landschaft angesiedelte Arbeitsgruppe ein Thema auf, dessen letzte Kapitel in den sechziger Jahren geschrieben wurden. „Es ist aber wichtig, dass die Erinnerung an diese Epoche wach gehalten wird“, erläuterte Sigmund Graf Adelmann.

 Der Landschafts-Geschäftsführer brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, mit Georg Römhild (Borchen) einen ausgewiesenen Experten als Autor gewonnen zu haben. „Ich wüsste niemand, der über größere Kenntnis auf diesem Gebiet verfügt“, legte Adelmann dar. Zudem profitiere die Veröffentlichung davon, dass Römhild die Situation als Außenstehender betrachten könne.

 Der Schaumburger Steinkohlenbergbau nahm Römhilds Ausführungen entsprechend seinen Anfang gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Das Graben nach Kohle in sogenannten Kuhlen könne schon früher praktiziert worden sein. Die aktuelle Publikation führt 28 Details der Materie vor Augen. Die Auswahl reicht von der „Haldenschar“ am Bückeberg-Hang und dem „Kummerhaufen“ in Südhorsten über den „Kohlenweg“ im Schaumburger Wald und die Schachtanlage Seggebruch bis zum Berginspektorenhaus in Obernkirchen und dem Zechenhaus am Stadthäger Georgschacht.

 Die zwischen Krebshagen und Hörkamp gelegene „Haldenschar“ vermittelt das Bild einer historischen Bergbaulandschaft des 19. Jahrhunderts. Die Halden bergen taubes Gestein, das beim Schachtteufen anfiel. Der Südhorstener „Kummerhaufen“ gilt als Musterbeispiel seiner Gattung. Der flache, mit Bäumen bestockte Hügel steht anscheinend unangetastet fest in der Landschaft.

 Der „Kohlenweg“ diente einst Exportzwecken. Die bis heute erhaltene Trasse umfasste einen Sommer- und einen Winterweg. Ziel war die Verschiffungsstation im westfälischen Lahde an der Weser. Die Seggebrucher Anlage war im Nordwesten des Obernkirchener Kohlenfeldes angelegt worden, um den Rohstoff auch peripher abzubauen. Das frühere Zechenhaus von Schacht Seggebruch beherbergt heute ein Seniorenheim.

 Im Berginspektorenhaus wohnte der Direktor des Gesamtbergamts. Die Liste der obersten Bergbeamten weist allein zwischen 1890 und 1902 sieben Männer aus. Aufgrund der bemerkenswerten Fluktuation wird das Haus also einiges erlebt haben. Dem Zechenhaus am Georgschacht bestätigen Bauexperten eine für die damalige Zeit (um 1905) exzellente Bauausführung. Das Bauwerk wird wegen seiner Großzügigkeit häufig als „Kohlenkirche“ bezeichnet.

  Die 2004 initiierte Posterserie und die thematisch in ihrem Umfeld zu findenden „Historischen Ortsspaziergänge“ greifen bodenständige Kulturgüter und örtliche Besonderheiten auf. Die Serie widmete sich bisher unter anderem Schaumburger Mützen, Toren, Brücken und Grenzen ebenso wie Baumgestalten, Eisenbahnen, Denkmälern und dörflichem Alltagsleben. Darüber hinaus lässt die Gruppe gegenwärtig eine App entwickeln, mit der das Projekt auf mobile Telekommunikationsgeräte geholt werden kann.

 „Mit den Publikationen soll das Verständnis für Zeitzeugnisse aller Bereiche menschlichen Schaffens und bei den Menschen vor Ort insbesondere ein Gefühl für den Wert dieser Kulturgüter geweckt werden“, erklärte AG-Sprecher Karl-Heinz Oelkers. Die Arbeit der rund 120 ehrenamtlich engagierten Spurensucher stärke das Bewusstsein der Menschen für den Umgang mit Natur und Landschaft, meinte Adelmann.

 Die in einer Auflage von 150 Exemplaren erschienenen Plakate sind zum Selbstkostenpreis von 4,50 Euro bei den Tourist-Info Bad Nenndorf, Bad Eilsen, Bückeburg, Rinteln, Stadthagen und Obernkirchen sowie im Museum Rodenberg erhältlich.

Von Herbert Busch

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