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Bückeburg Stadt Kommandoübergabe beim IHTC
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Kommandoübergabe beim IHTC
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00:28 19.03.2018
Die Truppenfahne für den neuen Kommandeur Oberst Ulrich Ott (von links) wird von Generalmajor Norbert Wagner übergeben. Brigadegeneral Uwe Klein ist des Kommandos über das IHTC enthoben. Quelle: tol
Bückeburg

Ott wurde durch den Kommandeur des Ausbildungskommandos, Generalmajor Norbert Wagner, das Kommando übertragen und die Truppenfahne überreicht. Anschließend erklangen vor Hunderten von Ehrengästen auf dem Flugplatz in Achum die deutsche und die französische Nationalhymne. Nach dem Auszug der Ehrenformation war der Übergabe-Appell beendet. Zu Beginn war General Klein mit einer EC-135 auf dem Hallenvorfeld gelandet – sein letzter Flug nach mehr als 44 Jahren als Soldat.

 Er sei ein Kommandeur und Offizier alter Schule gewesen – mit „herausragender Einsatzbereitschaft, vorbildlicher Führung und umfassender Kameradschaft“, würdigte Generalmajor Wagner die Verdienste Kleins: „Er hat geführt, erzogen und ausgebildet, Höhen und Tiefen, die Einsamkeit als Führer oder den Umgang mit Tod und Verwundung erlebt und Ausbildung mit Leidenschaft vorgelebt.“ Seit 2014 war Klein Kommandeur des IHTC, eine Aufgabe die mehr als einen Dienstposten umfasste, so Wagner: „Aber diese Führungsverwendung war auch erfüllend, vor allem, wenn wieder einmal mit minimalen Ressourcen maximale Leistung erbracht wurde.“

 Eine Aussage, auf die Klein in seiner Abschiedsrede detaillierter einging, als er die Umbrüche aufzählte, die die Heeresflieger in den vergangenen Jahren verkraften mussten und Kritik an Entscheidungen vorgesetzter Dienststellen und des Verteidigungsministeriums deutlich durchklang. Oder wie es der General formulierte: „… was uns widerfahren ist.“ 2014 hätten die Heeresflieger gemeinsam als Heeresfliegerwaffenschule begonnen und diese bei laufendem uneingeschränkten Ausbildungsbetrieb zum IHTC umgegliedert. Dabei sei das Ausbildungszentrum C in Celle aufgelöst, mit der Bo-105 gleich eine ganze Hubschrauberflotte „ausgephast“ und ein dazugehörender Heeresflugplatz samt Ausbildungskommando und samt Personal abgegeben worden: „Damit war erneut ein Kapitel der Heeresflieger-Geschichte zugeschlagen.“ Gleichzeitig sei die Führungsverantwortung für die deutsch-französischen Ausbildungseinrichtungen für Tiger-Piloten und Tiger-Techniker sowie die Gesamtverantwortung für das Luftfahrzeugtechnische Personal des NH90 übernommen worden.

 Personelle Schrumpfung

 Mit dem Einnehmen der neuen Organisationsstruktur sei leider auch eine personelle Schrumpfung verbunden gewesen, so der scheidende Kommandeur weiter. Sowohl im Bereich der Fluglehrer als auch mit der Aufgabe der Luftfahrzeugtechnischen Abteilung seien nicht nur schmerzhafte menschliche, aber noch mehr fachliche Lücken hinterlassen worden, „die bis heute objektiv nicht unserem Auftrag entsprechend geschlossen werden konnten“. Es müsse weiter mit überzeugenden Argumentationen daran gearbeitet werden, dass der personelle wie materielle Unterbau des IHTC und die Leistungsanforderungen des Auftrags in Einklang gebracht werden können. Grundsätzlich gelte, dass eine größere Flexibilität bei Personal und Ausstattung unabdingbar sei für eine fortgesetzte, schon jetzt stark nachgefragte Internationalisierung. „Es müssen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass wir mit Blick auf die nie schlafende Konkurrenz in Europa und Übersee eine starke Position einnehmen.“

 Aus seiner Sicht als General der Heeresflieger sei es ihm „auf den Magen“ geschlagen, dass die Heeresflieger binnen zweier Jahre 40 Prozent ihrer Dienstposten verloren haben, darunter bewährte Piloten und Techniker mit jahrzehntelanger Erfahrung. Das Sachargument, eine geringere Zahl von Hubschraubern und damit weniger verfügbare Flugstunden hätten diese Einschnitte erfordert, sei richtig: „Dass damit aber auch ein Verlust an Fertigkeit und Know-how verloren ging, die kurz- bis mittelfristig nicht wiederzuerlangen sein werden, bleibt dennoch unbestritten.“ Das Hauptaugenmerk in den kommenden Jahren müsse auf eine intensive Nachwuchsarbeit gelegt werden.

 Zu derzeit diskutierten Plänen, die Fach- und Führungskompetenz der Heeresfliegertruppe wieder in einer Hand zusammenzuführen, merkte Klein an, dass damit die berechtigte Hoffnung bestünde, auf absehbare Zeit endlich die Talsohle zu durchschreiten und die Heeresflieger, die Hubschrauberkräfte des Heeres und das IHTC wieder zur „Normalform“ ihres Wirkbetriebes zurückführen zu können.

Fliegen in Bückeburg gelernt

Mit Oberst Ott – wann er zum General befördert wird, ist nur eine Frage der Zeit – tritt ein führungs- und einsatzerfahrener Kommandeur die Nachfolge Kleins an. Er ist ebenfalls Pilot, hat das Fliegen in Bückeburg gelernt und ist seit 35 Jahren Soldat. Seine letzte Verwendung war Gruppenleiter Grundsatz/ Grundlagen Flugbetrieb Heer in Stadtallendorf, im Einsatz war er in Bosnien-Herzegowina, im Kosovo und in Afghanistan.

 Er freue sich auf seine neue Verwendung sagte Ott im Rahmen eines Pressegesprächs. Das IHTC sei „hervorragend“ aufgestellt, dessen Zukunftssicherheit müsse gewährleistet werden. Er freue sich am meisten auf die Menschen, ob jung oder alt. Die größte Herausforderung sei, dass der Schulbetrieb nicht zu schulmäßig werde: „Am Ende der Ausbildung stehen Einsatzpiloten, die ihr Handwerk beherrschen müssen.“ Das IHTC müsse modern bleiben und immer am Puls der Zeit sein, um auch Verbündete von seiner Qualität zu überzeugen. rc