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Bückeburg Stadt Kontakte auf der ganzen Welt
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07:48 15.05.2018
Wilfried Schroeter ist seit 1969 leidenschaftlicher Amateurfunker und ein absoluter Kenner seines Fachs. Unter DL1OBF ist der 68-Jährige erreichbar. Quelle: tla
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Bückeburg

Unter seinem Rufzichen DL1OBF ist der 68-Jährige erreichbar. Doch Reden ist bei den Funkern eher nebensächlich. Vielleicht würde man diese Kommunikation heute chatten nennen. Emojis kommen zwar nicht vor – dafür aber Telegrafieabkürzungen. „Cq“ heißt „an alle“ mit „cfg oder cfm“ wird beispielsweise bestätigt.

Mitglieder im Deutschen Amateur Radio Club haben zudem eine Prüfung abgelegt. Kenntnisse in Betriebstechnik und Gesetzeskunde sind dabei gefragt. „Früher gehörte auch Telegrafie dazu“, erzählte Schroeter.

Den Ortsverein in Bückeburg gibt es bereits seit 1947. Es ist also schon ein „historisches Hobby“, weil die Anfänge des Amateurfunks bis ans Ende des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Das war die Zeit, als Heinrich Hertz die Funkwellen entdeckte und damit ebenfalls dem Rundfunk den Weg ebnete. Funker sprechen von Sprachrelais, Digitalrelais oder Packet Radio. Die Anlage von Wilfried Schroeter ist noch verhältnismäßig neu. Einige Funkgeräte sind allerdings schon 30 Jahre alt.

Grüße nach Moskau

„Ich habe heute nur zugehört“, sagte der Vorsitzende des Amateurfunker-Clubs in Bückeburg. Und das macht er häufiger. Manchmal liest er nebenbei ein Buch. Freundschaften können jedoch ebenfalls entstehen. „Wenn man eine Person noch nicht kennt, spricht man zum Beispiel über das Wetter und sagt seinen Namen.“ Am Nachmittag hat er Kontakt zu einem Funker in der Nähe von Moskau aufgenommen – erreicht und bestätigt.

Die Ausbreitung von Funkwellen ist auch von der Tageszeit abhängig. „Nachts sind große Reichweiten möglich“, so Schroeter. Es gibt zum Beispiel Mittelwellen, Grenzwellen und Bodenwellen. Funkamateure senden im Kurzwellen- und im Ultrakurzwellenbereich. Die Wellenausbreitung auf Kurzwelle unterscheidet sich grundsätzlich von der auf Ultrakurzwelle (UKW). Der „Weitfunkverkehr“ auf UKW ist dabei sehr interessant, weil dort sehr weite Verbindungen eigentlich nicht alltäglich sind – und genau dies lässt das Herz eines jeden Funkers höherschlagen.

Von Island bis Schweden

Ebenso gefragt ist der Besuch direkt vor Ort. „Selten und abgelegen“ sind sehr beliebt. In diesem Zusammenhang nennt Schroeter Bouvet Island. „Eine Funker-Reisegruppe aus Chile ist gerade dort unterwegs. Sie muss allerdings einen Umweg machen.“ Er selbst war schon in Norwegen und Schweden – mit Funkgeräten im Gepäck.

Die Mitglieder des Ortsverbandes Bückeburg treffen sich jeden ersten Freitag im Monat ab 20 Uhr in der Oase Elim in Vehlen. „Der Pastor Günter Fischer ist auch Mitglied, so entstand der Kontakt“, sagt Schroeter. Neben den Clubmeisterschaften gibt es regelmäßige Workshops, Messen und Vorträge, bei denen sich Interessierte austauschen können. tla

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