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Konzept für freies WLAN wird erstellt

Bückeburger Bäder Konzept für freies WLAN wird erstellt

Freies WLAN ist in vielen Teilen der Welt mittlerweile so selbstverständlich wie der öffentliche Nahverkehr. Auch in Deutschland springen immer mehr Einrichtungen (und sogar ganze Kommunen wie jüngst die Stadt Münster) auf den Zug auf, ihren Besuchern und Einwohnern kosten- und drahtlosen Internetzugriff zu gewähren. Auch in den Bückeburger Bädern könnte es bald so weit sein. Wie Reiner Wilharm, Geschäftsführer der Bäder GmbH auf Anfrage mitteilte, hat man das Thema derzeit „auf dem Schirm“.

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Noch können Kathrin Gast und Joanne Boenisch während eines Bergbad-Aufenthalts nur auf eigene Rechnung im Internet surfen. Vielleicht jedoch schon im kommenden Sommer funktioniert das über freies WLAN.

Quelle: jp

Bückeburg (jp).  „Wir würden unseren Besuchern gerne freies WLAN anbieten, müssen dazu allerdings noch einige wichtige Fragen klären“, so Wilharm. Sobald ein fertiges Konzept vorliegt, werde man dies dem Aufsichtsrat der Bäder GmbH zur Entscheidung vorlegen. Die Punkte, die zuvor jedoch noch abgearbeitet werden müssen, haben es in sich. Die Kosten:

 Im Gegensatz zum Mindener Sommerbad (siehe Kasten) gibt es hier keinen Kooperationspartner wie die Minden Marketing GmbH, der ein solches System fix und fertig zur Verfügung stellt, sodass die Bäder GmbH den Aufwand für Installation und Betrieb allein schultern müsste. Die technische Machbarkeit:

 Das Bückeburger Gelände ist wesentlich größer als das des Mindener Freibades und vor allem alles andere als eben, was die Frage nach der Position und der Sendeleistung der erforderlichen Hotspots aufwirft. Die Haftungsfrage:

 Das magische Wort in diesem Zusammenhang lautet „Störerhaftung“ und ist der maßgeblichste Grund dafür, weshalb Deutschland verglichen mit allen anderen Industriestaaten in Sachen WLAN bis heute ein Entwicklungsland ist. Begeht nämlich ein WLAN-Nutzer im Internet Rechtsverstöße, beispielsweise durch das Herunterladen urheberrechtlich geschützter Inhalte, so kann unter Umständen der Anbieter des Zugangs dafür juristisch zur Mitverantwortung gezogen werden. Statt vieler freier Netzzugänge züchtete diese im Telemediengesetz geregelte Störerhaftung in Deutschland eine förmliche Industrie von Abmahnanwälten heran und schreckte bislang vor allem private Anbieter sowie freie Gruppen und Vereine ab.

 Dabei ist bis heute juristisch nicht geklärt, ob sich alle WLAN-Anbieter auf das sogenannte „Provider-Privileg“ berufen können und ob dieses nur vor Schadenersatzansprüchen oder auch vor Abmahnkosten schützt. Die von der Bundesregierung geplante Neuregelung der Störerhaftung sieht zwar mittlerweile eine weitgehende Befreiung der Anbieter vor derartigen Risiken vor, verlangt aber im Gegenzug „zumutbare Maßnahmen“ wie eine Verschlüsselung sowie eine namentliche Kenntnis aller Nutzer. Dagegen protestieren inzwischen der Bundesverband der Verbraucherzentralen, der Verein Digitale Gesellschaft sowie der Förderverein Freie Netzwerke offiziell bei der EU-Kommission.

 Aber auch dabei ist das Mindener WLAN Vorreiter: Dort können sich die Nutzer ohne persönliche Registrierung ins Internet einwählen. Umfangreiche juristische Vorkehrungen des Netzbetreibers machten es möglich, dass Abmahnanwälte hier vergeblich auf Beute hoffen. Laut Wilharm ist es denkbar, freies WLAN testweise in der kommenden Wintersaison im Bereich der Gastronomie des Dr.-Faust-Hallenbades anzubieten. Auf Basis der Ergebnisse einer solchen Testphase werde man dann entscheiden, ob und wann ein Zugang auch im Bergbad zur Verfügung gestellt werde.

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