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Kratzer am Motorrad: War’s die Katze?

Schadensersatz gefordert Kratzer am Motorrad: War’s die Katze?

Von ihren Fans werden Katzen gern als Samtpfoten bezeichnet. In diesen Samtpfoten stecken jedoch scharfe Krallen. In einem Fall, der zurzeit das Amtsgericht in Bückeburg beschäftigt, soll ein Stubentiger damit Nachbars Motorrad zerkratzt haben. Von den Eigentümern des Tieres verlangt der Biker nun 1165,30 Euro Schadensersatz.

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BÜCKEBURG. Das Urteil in dem Zivilverfahren steht noch aus. Richter Klaus Neubert will zunächst ein Gutachten zur genauen Höhe des Schadens einholen. Nach dem jüngsten Verhandlungstag zeichnet sich ab, dass der Motorradfahrer die geforderte Summe wohl nicht in voller Höhe ersetzt bekommt, falls die Klage denn Erfolg hat. Richter Neubert deutete bereits an, dass der Biker für kleinere Schäden selbst aufkommen müsste, etwa an den Seitendeckeln oder der Endblende des Auspuffs.

Neun Tage war die Katze verschwunden

 Neun Tage lang hatte eine Bückeburgerin nach ihrer verschwundenen Katze gesucht und sogar Plakate aufgehängt. Dann hörte sie ein Maunzen aus der Garage ihrer Nachbarn. Passiert ist dies im November 2015, das beschädigte Motorrad, eine top gepflegte Yamaha des Baujahres 1997 mit einer Laufleistung von knapp 50000 Kilometern, war eingemottet und befand sich im Winterschlaf. Wie die Mieze dahingekommen ist, bleibt unklar. Vielleicht konnte sie unbemerkt in die Garage huschen. Das wäre möglich, weil die Tür offenbar mehrfach geöffnet wurde.

 Die Frau des Bikers erinnert sich, dass der Raum nach dem Auffinden des Tieres „sehr verdreckt“ gewesen sei. Außerdem will sie „Tatzenspuren“ und „tiefe Kratzer“ an der Maschine ihres Mannes entdeckt haben, vor allem auf dem Tank. Im Herbst seien beide Motorräder (die Frau fährt ebenfalls) winterfest gemacht und sauber in die Garage gestellt worden.

Wildtierwissenschaftler eingeschaltet

 Ob tatsächlich eine Katze am Werk war, muss erst einmal geklärt werden. Deshalb hat das Zivilgericht einen Sachverständigen eingeschaltet, seines Zeichens Wildtierwissenschaftler an der Universität Göttingen. In seiner Expertise kommt der Gutachter eindeutig zu dem Schluss, dass eine Katze die Übeltäterin war und kein anderes Tier.

 „Können Sie sagen, dass die Spuren konkret von der Katze meiner Mandanten stammen?“, fragte Rechtsanwalt Sebastian Müsing, der das Ehepaar mit dem Stubentiger vertritt, den Gutachter. Nein, das kann er nicht. Um dies sicher feststellen zu können, müsste das Gericht zusätzlich ein DNA-Gutachten in Auftrag geben. Für Richter Neubert kommt das jedoch nicht in Frage. „Es würde in keinem Verhältnis zum Streitwert stehen“, winkt er ab.

 Theoretisch könnten natürlich auch andere Tiere infrage kommen, Marder zum Beispiel. „Marder kann ich ausschließen“, sagt der Sachverständige. Problemlos ist die Untersuchung übrigens nicht verlaufen. Der Gutachter musste dafür erst nach toten Katzen und Mardern suchen, die Opfer des Straßenverkehrs geworden sind. ly

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