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Bückeburg Stadt Kritik am Umgang mit Heeresfliegern
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00:23 09.02.2015
An der Jägerkaserne wirbt die Bundeswehr mit einem großen Plakat für Pilotennachwuchs. Quelle: rc
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Bückeburg

Bereits im Berichtszeitraum 2013 verursachte die mit der Einnahme der neuen Struktur verbundene Reduzierung des fliegerischen Personals bei der Heeresfliegertruppe von rund 900 auf etwa 600 Hubschrauberpiloten Ärger bei den Betroffenen: „Daran hat sich wenig geändert. Die Situation wird sich sogar noch verschärfen, da weitere Reduzierungen anstehen“, schreibt der Wehrbeauftragte in seinem Bericht für 2014.

 Diese Reduzierung betreffe das Personal, das im Jahr 2013 noch als sogenanntes „Zukunftspersonal“ in einem aufwendigen Verfahren ausgewählt worden war. Aufgrund des notwendigen Regenerationsbedarfs in der Heeresfliegertruppe sei bereits jetzt ein Engpass absehbar: „Die Planungen haben sich insoweit als wenig vorausschauend erwiesen.“

 Wie der Wehrbeauftragte im Detail schreibt, hätten die von der Entpflichtung Betroffenen insbesondere das intransparente Verfahren, die Auswahlkriterien und den wenig sensiblen Umgang mit den entpflichteten Piloten kritisiert, der sich allein schon in dem Begriff „Zukunftspersonal“ gezeigt hätte. Die Neugestaltung könne noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden. Denn bereits wenige Wochen nach der Auswahlkonferenz „Zukunftspersonal Heeresfliegertruppe“ habe sich herausgestellt, dass künftig insgesamt wesentlich weniger Ressourcen als notwendig zur Verfügung stehen, also Fluggeräte und Flugstunden. Dies sei einerseits dem erhöhten Schulungsbedarf, andererseits den Verzögerungen bei der Lieferung neuer Waffensysteme geschuldet.

 Nach der Neukonzeption der Heeresfliegertruppe ist vorgesehen, den fliegerischen Dienst in den Einsatzverbänden und den Ausbildungseinrichtungen zu konzentrieren. In der Vergangenheit aktiv fliegende Piloten, die auf anderen Dienstposten eingesetzt wurden, könnten die Streitkräfte auch nicht mehr früher verlassen; im Gegensatz zu den 2013 entpflichteten Hubschrauberpiloten. Für die Betroffenen bedeute dies, den Verlust der beruflichen Perspektive und erhebliche finanzielle Einbußen durch den Wegfall der Fliegerzulage.

 Der Wehrbeauftragte ruft daher die Planer auf, den weiteren Prozess für die betroffenen Soldaten und deren Familien in personeller Hinsicht transparent, stufenweise und möglichst sozialverträglich zu gestalten. Dazu gehöre auch darüber nachzudenken, ob und wie etwa der Verlust der Fliegerzulage und damit einem beträchtlichen Teil der Besoldung durch geeignete andere Instrumente aufgefangen werden könne.

 Darüber hinaus gelte es, den bisher selten genutzten Weg des Leasens von zusätzlichem Fluggerät zur Erhöhung der Ausbildungskapazität in die Überlegungen einzubeziehen. Ebenso müsse die Zahl der Ausbilder erhöht werden, mahnt Königshaus: „Denn Piloten, die im Einsatz sind, können nicht ausbilden.“ Ein Mangel an Ausbildern mindere wiederum den Nachwuchs. Dies führe letztendlich zu weiteren Belastungen des vorhandenen Personals: „Dieser Kreislauf muss durchbrochen werden.“ rc

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