Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bückeburg Stadt Küken in Not
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Küken in Not
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:16 14.06.2018
Dieses Entenküken, dass mutterseelenallein auf dem zugemüllten Bücki-Brunnen schwamm und nach seiner Mutter rief, wird inzwischen in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen aufgepäppelt. Quelle: rc
Anzeige
Bückeburg

Da das Tierheim die Küken mit Bordmitteln nicht aufpäppeln konnte, wurden sie in die Wildtier- und Artenschutzstation nach Sachsenhagen gebracht.

Der Fall eines Kükens sorgte bereits für Reaktionen in den sozialen Medien. Unsere Zeitung hatte ein Video auf unserem Facebook-Kanal veröffentlicht, wo ein einsames Entenküken ohne Mutter im völlig zugemüllten und „veralgten“ Bücki-Brunnen in der Fußgängerzone schwamm. Ein Video, das zu hellem Entsetzen bei unseren Nutzern führte – nicht nur wegen des einsamen Kükens, sondern auch wegen des Zustandes des Brunnens, der inzwischen längst behoben ist.

Kurze Zeit später flüchtete das Küken in Richtung Kino/Eisdiele und ward nicht mehr gesehen. Wie sich jetzt herausstellte, war es noch am selben Tag von Monika Hachmeister vom Vorstand der Tierschutzliga, mit dem der Tierschutzverein verschmolzen ist, eingefangen und nach Sachsenhagen gebracht worden. Auch auf dem Sablé-Platz war Hachmeister im Einsatz, wo sie sechs verwaiste Entenküken einfing und ebenfalls nach Sachsenhagen fuhr, wo sie mit einem Spezialfutter aufgezogen werden. „Wir würden das im Tierheim nicht schaffen“, so Hachmeister.

Tiere unbedingt in Ruhe lassen

Sie kritisierte in diesem Zusammenhang das Verhalten von Passanten und Eltern. Die Küken und Enten müssten unbedingt in Ruhe gelassen werden. Man dürfe sie nicht erschrecken oder sogar vertreiben. „Denn dann kommt die Entenmutter nicht wieder und verlässt ihre Küken.“ Eltern sollten unbedingt darauf achten, dass ihre Kinder nicht hinter Enten herlaufen: „Damit werden die Enten verjagt.“ Sie habe bereits öfter Eltern angesprochen, sei aber auf taube Ohren gestoßen. Ihr Appell: „Bitte belassen Sie es beim Bewundern und Bestaunen. Hinter Hunden lassen sie Kinder auch nicht hinterherlaufen.“

Dass es die Enten samt Küken in den vergangenen Jahren immer mehr in die City zieht, führt Hachmeister auf das gute Futterangebot – manche Enten warten bereits mit langen Hälsen vor den Türen innerstädtischer Bäckereien – und die größere Ruhe in der Innenstadt zurück. Es gebe manchen Winkel in den Seitengassen, wo gebrütet werden könne. Durch die Feste auf dem Schloss sei es an der Graft, der einzigen größeren Wasserfläche im Innenstadtbereich, immer sehr unruhig, so Hachmeister. Eine zu hohe Population sei dort nicht zu beobachten. rc

Anzeige