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Kultur des Willkommens

Bückeburg / Flüchtlinge Kultur des Willkommens

Der Ortsverein Bückeburg der Arbeiterwohlfahrt (Awo) hatte zu seiner Weihnachtsfeier im Gasthaus Fenkner in diesem Jahr nicht nur Mitglieder und Freunde, sondern auch rund 30 der in Warber untergebrachten Flüchtlinge eingeladen.

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Bei der Awo-Weihnachtsfeier mit dem Schütte-Chor sitzen auch Flüchtlinge mit an der Kaffeetafel.

Quelle: mm

„Es handelt sich um Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, zum Teil schlimmes Leid in ihrer Familie erlebt und Hoffnung auf Frieden, Gesundheit, Freiheit und Arbeit haben“, sagte Vorsitzender Stephan Hartmann in seiner Begrüßungsansprache.

Trotz aller sprachlichen Barrieren wolle man mit den neuen Bürgern ins Gespräch kommen. Damit knüpfte die Arbeiterwohlfahrt an ihre eigene Verbandsgeschichte an. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte man sich um Flüchtlinge gekümmert, Spenden gesammelt, Kaffeenachmittage organisiert und Fahrten mit den Kindern unternommen.

„Wir warten nicht erst darauf, dass sich die Menschen an uns wenden, sondern werden aktiv, wenn wir erkennen, dass unsere Hilfe benötigt wird“, betonte Hartmann. So habe man gern das Grillfest im Garten der Übergangswohnungen in Warber mit unterstützt.

Einen Tag vor der Weihnachtsfeier hatte man zu Wochenbeginn auf dem Stand auf dem Weihnachtsmarkt Popcorn und Traubenfeuer gegen eine kleine Spende ausgeschenkt. Während der Weihnachtsfeier hat Hartmann eine Spende des Ortsvereins in Höhe von 200 Euro an den Awo-Kreisvorsitzenden Heinz-Gerhard Schöttelndreier überreicht. Das Geld soll für einen Ausflug der Flüchtlingskinder verwendet werden.

Bürgermeister Reiner Brombach, selbst Awo-Mitglied, erinnerte daran, dass in Deutschland seit fast 70 Jahren Frieden herrscht. Als 1989 die Blöcke aufgelöst wurden, seien alle davon ausgegangen, dass Frieden einkehrt und die Menschen aus der leidvollen Vergangenheit gelernt hätten. Die Realität sei heute eine andere. In allen Teilen der Welt gebe es Kriege und Terror.

„Wir leben in einem wohlhabenden Staat und haben – auch in Bückeburg – die Aufgabe, den Menschen zu helfen“, so Brombach. Es habe sich eine Willkommenskultur entwickelt, und durch die Wohlfahrtsverbände wie die Awo sei man vorbereitet gewesen. Es sei, so der Bürgermeister, eine große Aufgabe, die Neubürger in unsere Gesellschaft zu integrieren und ihnen gute Nachbarn und vielleicht auch Freunde zu sein. Brombach überreichte dem Ortsverein einen Spende für seine Arbeit.

 „Glückwunsch an den Awo-Ortsverein Bückeburg, wie selbstverständlich er die Flüchtlinge zu seiner Weihnachtsfeier eingeladen hat“, meinte Schöttelndreier in seinem Grußwort. Inzwischen hätten die meisten Deutschen Verständnis dafür, dass sie helfen müssen. Der Landkreis, so Schöttelndreier, sei für die Flüchtlingsbetreuung zuständig. Er habe sich an die Awo, eine bewährte Partnerin im sozialen Netzwerk, erinnert und ihr die Aufgabe übertragen. Im Schaumburger Land leben zurzeit rund 500 Flüchtlinge, und jeden Monat kommen etwa 80 neu hinzu. Es sei gelungen, sie mitten in der Bevölkerung in Warber und Bad Eilsen unterzubringen.

 Nach Kaffee, Tee und Kuchen und den ersten gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern wurden die Besucher vom Schütte-Chor musikalisch bestens unterhalten, der unter der Leitung von Jürgen Schütte zum Auftakt „Jingle Bells“ und „Verschneiter Wald“ sowie zum Finale das alte deutsche Weihnachtslied „Es ist ein Ros’ entsprungen“ vortrug. Zum Abschluss der Weihnachtsfeier schaute auch der Nikolaus herein und hatte für die Kinder etwas in seinem Sack dabei.

mm

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