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Landwirte klagen über fehlende Perspektiven

Bückeburger Niederung Landwirte klagen über fehlende Perspektiven

„Es konnte gezeigt werden, dass ein die jeweiligen Interessen übergreifender Dialog zur weiteren Entwicklung der Bückeburger Niederung möglich ist“, heißt es in einer Stellungnahme der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

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In der Landwirtschaft bestehen Befürchtungen, dass in der Niederung weitere Flächen aus der Bewirtschaftung genommen werden.

Quelle: bus

Bückeburg. Durch einen Moderationsprozess seien optimale Voraussetzungen auf den Weg gebracht worden, in dem Auenbereich „erfolgreich weiterzuarbeiten, vertrauensbildende Maßnahmen umzusetzen, ein Gebietsimage unter dem Oberbegriff ‚Kulturlandschaft Bückeburger Niederung‘ aufzubauen, Status-quo-Probleme einer Lösung zuzuführen und viele Teilprojekte mit gegenseitigem Gewinn-Potenzial umzusetzen“.

Die Stellungnahme ist zehn Jahre alt. Aktuell stellen sich die „optimalen Voraussetzungen“ ein wenig anders dar als seinerzeit. „Die arbeiten eigentlich gegen uns“, heißt es in Landwirtskreisen, wenn von Landkreis, Stadt, Fördervereinen oder Naturschützern die Rede ist. Und: „Auf uns wird wenig Rücksicht genommen.“ Sowie: „Was die Bauern wollen, interessiert niemanden.“ Und: „Von einem gemeinsamen Einvernehmen sind wir weit entfernt.“ Und: „Es kommt immer mehr Unmut auf.“

In der rund 600 Hektar umfassenden Niederung gelten strenge Regeln, zu welchem Zeitpunkt und unter welchen Voraussetzungen unterschiedliche Flächen gemäht oder beweidet werden dürfen. Auf manchen Böden dürfen sich dem vom Landkreis aufgestellten Bewirtschaftungsplan gemäß zwei Tiere pro Hektar tummeln, auf anderen vier. Die Beschwerdeführer befürchten, dass auf lange Sicht viele Areale völlig aus der Bewirtschaftung genommen werden. Das könnte ihrer Auffassung zufolge ein Höfesterben und die Industrialisierung der heimischen Landwirtschaft nach sich ziehen.

Dann drohe direkt vor der Haustür ein Szenario mit Massentierhaltung und Monokulturen, das eigentlich niemand wollen könne. „Ställe mit 2000 Kühen und Maisfelder, so weit das Auge reicht“, skizzieren einige Bauern die Zukunft. „Wir benötigen die Flächen, sonst verlieren wir unsere Existenz“, ist in den von Familien bewirtschafteten Betrieben zu vernehmen, in denen vielfach die nächste Generation zur Übernahme der Verantwortung bereitsteht.

Speziell mit Blick auf die Milchviehbetriebe werden Sorgen geäußert. „Immer mehr Grünland geht verloren.“ Schon heute müssten bei der Heuernte etliche Kilometer entfernt liegende Wiesen in Anspruch genommen werden. „Wir fahren bis nach Cammer oder ins Westfälische nach Kleinenbremen und Wülpke.“ Und: „Man wird mehr oder weniger verdrängt.“ Sowie: „Es ist richtig blöd, wenn einem mit den Flächen auch die Perspektiven genommen werden.“

Erschwerend hinzu komme, dass die öffentliche Hand beim Grunderwerb in der Niederung mit latent die Preise treibender Wirkung agiere. Die pro Hektar zu entrichtenden Summen seien in der zurückliegenden Zeit erheblich in die Höhe geschossen. „Was vor einigen Jahren noch für 1,20 Euro zu haben war, kostet heute mindestens zwei Euro.“ In den Betrieben wird ausdrücklich betont, dass ein unaufgeregtes Miteinander von Naturschutz, Hochwasservorsorge, Tourismus und Landwirtschaft wünschenswert sei. Wenn aber etwa Landkreisvertreter „ziemlich dreist“ aufträten und „keine richtige Auskunft“ gäben, stünde dem vor einem Jahrzehnt in Aussicht gestellten Dialog einiges im Weg. bus

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