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Bückeburg Stadt „Lassen Sie uns baden gehen“
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt „Lassen Sie uns baden gehen“
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20:25 20.08.2017
Quelle: mig
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BÜCKEBURG

Als der Wettergott die Schleusen öffnete, gab es dann doch kein Halten mehr. Kurz vor der Pause senkte sich eine fast schon massive Wasserwand vom Himmel herab – die Bläser waren zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr gedämpft zu vernehmen.

Dabei ließ es sich im Grunde – trotz des Starkregens – gut aushalten im Garten des Palais. Siegfried Groth und Helmut Rinne, die Organisatoren des „Blindow Jazz Meetings“, hatten dafür gesorgt, dass genug Zelte zur Verfügung standen. Und auch die Bühne war gut geschützt – richtig nass wurde kaum einer. Im Gegenteil: Unter den Planen war es richtig kuschelig. Und bei leckerem Essen und guten Getränken ließ es sich in der „Bückeburger Regenhölle“ aushalten. Dass überhaupt so viele Gäste gekommen waren, zeigt, dass das „Meeting“ – fünf Jahre nach Beginn – von der Bevölkerung angenommen wird. „Toll, dass trotz des schlechten Wetters so viele gekommen sind“, freute sich Groth in seiner Begrüßung.

Musik für jede Wetterlage

Einen Wermutstropfen gab es an diesem Abend aber doch. Von der Musik des Blasorchesters war zeitweise kaum etwas zu hören. Der Regen prasselte einfach zu laut. Etwas besser wurde es nach der Pause. Ob die Musiker ihr Versprechen eingelöst hatten, „den Regen wegzublasen?“ Wer weiß das schon. Petrus ist dieser Tage ein launiger Patron.

Eines stand nach diesem „Wasserkonzert“ immerhin fest: Mit Musik der Bückeburger Jäger lässt sich jedes (Un-)Wetter gut ertragen. Vom markigen „Hoch Heidecksburg“ bis zum romantischen „Amor, Amor“ zeigte das Orchester einmal mehr, über was für eine große Bandbreite es verfügt. Mal böhmisch-mährisch, dann wieder klassisch-konzertant. Die Jäger sind die Großmeister des guten Klangs – egal, ob es regnet oder schneit. Ein großes Lob gebührt auch dem musikalischen Leiter des Blasorchesters, dem hoch konzentrierten Sven Schnee. Schnee kitzelt noch das letzte Quäntchen mehr an Leistung aus seinem Ensemble heraus – obwohl hinter ihm gerade die Welt untergeht.

Wie ein perfektes Uhrwerk

Im Gepäck hatte das Orchester außer viel „Blasmusik“ auch „Walzerklänge“ und eine „Kuschel-Polka“. Tanzen wollte zwar – trotz mehrfacher Aufforderung – niemand, aber zum Träumen luden die Melodien durchaus ein. Etwa das wunderbare „Rendezvous“, das sich melodisch und rhythmisch im Kreis zu drehen schien. Links herum, rechts herum und wieder links herum wurde das Stück schnell zum Ohrwurm. Fast zärtlich gingen die „Jäger“ bei „Ganz leis‘ erklingt die Musik“ zu Werke, eine luftige Komposition, die dadurch umso zwingender war.

Dass das Blasorchester auch im entgegengesetzten Lautstärkebereich zu Hause ist, demonstrierte es mit dem „Montana Marsch“, der auch vom Tempo her richtig abgeht. Hohe, fast jazzige Trompeten, dazu die brassigen Tieftöner – Herz, was willst du mehr. Wenn der Regen tatsächlich (Richtung Minden?) weggeblasen wurde, dann durch diesen fetzigen Bläsersatz. Insgesamt ein wirklich tolles Konzert mit einem Blasorchester „Bückeburger Jäger“, das an diesem Abend wie ein perfektes Uhrwerk harmonierte. mig

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