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Lebensraum für Bekassine und Brachvogel

Bückeburg / Niederung Lebensraum für Bekassine und Brachvogel

Bedroht sind in Deutschland weiterhin die Wiesenvögel – ihre Bestände gehen schrumpfen stark. Das geht aus einer Studie des Naturschutzbund-Dachverbandes „BirdLife International“, der „London Zoological Society“ und des „European Bird Cenus Concil“ hervor.

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Bekassine auf den Feuchtwiesen des Mittleren Bruchs. Ein Watvogel, der in der jetzt beobachteten hohen Zahl bisher nicht in der Bückeburger Niederung zu sehen war.

Quelle: pr.

Bückeburg. Dies gilt aber nicht unbedingt in der Bückeburger Niederung: Dort steigt der Bestand an Wiesenvögeln sogar noch, wie Niederungsexperte Wolfhard Müller, SPD-Umweltpolitiker und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Bückeburger Niederung, und seine Mitstreiter festgestellt haben.

Grund seien zum einen die kontinuierlichen Verbesserungen am Naturschutzgebiet und den angrenzenden Landschaftsschutzflächen, zum anderen aber auch die Eindeichung des Mittleren Bruchs, wie Müller im Gespräch mit dieser Zeitung feststellte. Die Eindeichung habe dafür gesorgt, dass eine weitere Feuchtwiese entstanden sei, die insbesondere Bruchwasserläufer wie Rotschenkel, Bekassine, den Großen Brachvogel und den Grünschenkel angelockt habe. Diese Limikolen, so der Fachbegriff für Watvögel, habe es zuvor in dieser Zahl nicht in der Niederung gegeben: „Für die Artenvielfalt in der Niederung ist auch das Mittlere Bruch verantwortlich.“

 Das Mittlere Bruch war 2012 im Zuge der Renaturierung der Bückeburger Aue auf 1,2 Kilometer Länge eingedeicht worden. Das Bruch mit einer Größe von rund 25 Hektar und einem Gefälle in Richtung Nordosten war mit dem Aushub aus der Renaturierung eingedeicht worden, um zu verhindern, dass bei Hochwasser Wasser aus der Aue in Richtung Nordosten wegfließen kann. Was auch gelang, wie sich bei den Starkregenfällen und folgenden Überschwemmungen im Winter, Frühjahr und Sommer 2013 zeigte. Der Bereich stand für längere Zeit unter Wasser. Was wiederum Kritiker dieser Maßnahme auf den Plan rief, die Verbesserungen wie etwa einen besseren Abfluss des Wassers forderten (wir berichteten).

 Forderungen, die sich nach Ansicht von Müller als unbegründet erwiesen hätten. Das Mittlere Bruch sei den Sommer über abgetrocknet, die extensive Weidewirtschaft habe dafür gesorgt, dass zudem der Bewuchs niedrig gehalten und der Charakter einer Feuchtwiese erhalten worden sei. Ergebnis: die Beobachtung von Vogelarten, die es in diesem Maße in der Niederung bisher nicht gegeben hat. Müller: „So muss es sein.“ Es gehe darum, das artenreiche Feuchtgrünland zu erhalten oder auszubauen, um weitere Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben zu schützen. Diese Flächen würden für den Erhalt von Insekten sorgen, sodass die Nahrungskette nicht weiter ausdünne und das Artensterben fortschreite. Was zum Beispiel in den Maismonokulturen der Fall sei, wo mit Stickstoff und Pestiziden gearbeitet werde, die für den Rückgang der Insektenvielfalt verantwortlich gemacht würden.

 Müller sieht sich mit seinen Ansichten in Übereinstimmung mit den Naturschutzverbänden auf Bundes- und Europaebene. Sie wiesen bei der Vorlage ihrer Studie darauf hin, dass viele Arten noch nicht auf einem sicheren Niveau seien, auch wenn Zuwächse beim Bestand von Bibern, Kranichen, Schwarzstörchen, Uhus oder Wanderfalken zu verzeichnen seien. Für die Wiesenvögel, die dringend artenreiches Grünland brauchen, müsse das bestehende Naturschutzrecht von EU, Bund und Ländern noch stärker umgesetzt werden, mahnte Naturschutzbund-Präsident Olaf Tschimpke bei der Vorlage der Studie. Müller: „Feuchtwiesen sind die Hotspots, die wir brauchen.“

Die Renaturierung der Aue und die Eindeichung des Mittleren Bruchs hatten seinerzeit rund 180000 Euro verschlungen, 90 Prozent kamen als Zuschüsse vom Land Niedersachsen und von der EU. Das Mittlere Bruch befindet sich komplett im Eigentum von Landkreis Schaumburg, der Stadt Bückeburg und dem Förderverein Bückeburger Niederung. Landwirte bezahlen für die extensive Weidewirtschaft wegen des Rückgangs ihrer Erträge keine Pacht. rc

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