Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bückeburg Stadt Lebensunterhalt durch Einbrüche
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Lebensunterhalt durch Einbrüche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:11 01.11.2018
Bückeburg

Keine Arbeit, keine Einkünfte, kein fester Wohnsitz – weder in Deutschland noch in seiner Heimat: „Da kann der Angeklagte seinen Lebensunterhalt gar nicht anders bestritten haben als durch Straftaten“, meint Oberstaatsanwalt Frank Hirt.

Fest steht: Mitte Oktober 2017 hatte der 25-Jährige zu nachtschlafender Zeit versucht, durch ein Fenster in ein Schnellrestaurant an der Kreuzbreite einzubrechen, war jedoch gescheitert. Überhastet ließ er am Tatort ein Taschenmesser zurück, an dem sich seine DNA befand. So kamen die Ermittler ihm auf die Spur. Auf das Konto des Mannes gehen außerdem zwei Wohnungseinbrüche in Heeßen und Obernkirchen, begangen im November 2017. Dabei hatte er mindestens einen Komplizen.

In einem Prozess um versuchten gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahl hat das Bückeburger Schöffengericht gegen den Angeklagten jetzt 18 Monate Haft verhängt. Einbezogen wurde dabei das vorausgegangene Urteil wegen der Einbrüche in Heeßen und Obernkirchen.

„Alle Taten liegen zeitlich eng zusammen“, stellte Richter Dirk von Behren fest. „Das Gericht ist überzeugt, dass der Angeklagte seinen Lebensunterhalt durch Diebstähle bestritten hat, insbesondere durch Einbrüche. Zu diesem Zweck ist er nach Deutschland eingereist.“ Darauf, so von Behren, könne es nur eine Antwort geben: Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

„Ich kann Ihnen nur raten, in Ihre Heimat zurückzukehren“, fügte der Vorsitzende an die Adresse des 25-Jährigen hinzu: „Wenn Sie hier noch einmal erwischt werden, erwartet Sie eine deutlich höhere Strafe.“ Bis zur Entlassung aus dem Gefängnis kann mehr Zeit vergehen als zunächst angenommen. Im Prozess wurde bekannt, dass schon wieder neue Haftbefehle gegen den 25-Jährigen vorliegen, einer davon wegen Diebstahls mit Waffen.

Keine Angaben zu möglichem Komplizen

Auf die Frage von Oberstaatsanwalt Hirt, ob er beim versuchten Einbruch in das Bückeburger Schnellrestaurant ebenfalls einen Komplizen hatte, blieb der Angeklagte die Antwort schuldig. Zurzeit verbüßt er seine Strafe für die beiden Einbrüche. In Heeßen hatten er und ein Komplize (35) zwei Smartphones, eine Damenuhr sowie Bargeld erbeutet. In das Wohnhaus waren sie durch ein Toilettenfenster gelangt. Das war gegen 17 Uhr.

Anschließend begaben sich die Männer zusammen mit einem dritten Täter nach Obernkirchen, wo sie ebenfalls in ein Wohnhaus einbrachen, von der zwischenzeitlich alarmierten Polizei jedoch gefasst wurden. Auch dort waren sie durch ein Fenster eingebrochen. Dem dritten Täter gelang die Flucht.

Die Opfer leiden. Eine Frau, in deren Haus nun zum dritten Mal eingebrochen worden ist, wirkte noch Monate danach vor Gericht angeschlagen. Im Kampf gegen organisierte Einbruchskriminalität hat die Bückeburger Staatsanwaltschaft kürzlich ein Sonderdezernat eingerichtet. Auch bei der Polizeiinspektion sind die Kräfte gebündelt worden.

ly