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Leckerbissen für Historikfreunde

Fachtagung im Landesarchiv in Bückeburg Leckerbissen für Historikfreunde

Ein Leckerbissen der außergewöhnlichen Art steht Historikfreunden Anfang Oktober ins Haus. Wenn der Standort Bückeburg des Niedersächsischen Landesarchivs von Donnerstag, 8., bis Sonnabend, 10. Oktober, zur Tagung „1615 – Recht und Ordnung in Schaumburg“ lädt, werden rund 20 Vorträge und Gesprächskreise die Themenschwerpunkte „Polizeiordnung“ und „Kirchenordnung“ behandeln.

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 Stefan Brüdermann (von links), Sigmund Graf Adelmann und Eike Höcker stellen Details der Tagung vor.

Quelle: bus

Bückeburg. „Anno 1614 erließ Graf Ernst zu Holstein-Schaumburg eine neue Schaumburgische Kirchenordnung und ein Jahr darauf die Schaumburgische Polizeiordnung. Mit diesen grundlegenden Ordnungen erweiterte Ernst seinen landesherrlichen Wirkungskreis“, erläuterte Archivdirektor Stefan Brüdermann, der das Vorhaben gemeinsam mit Landgerichtspräsidentin Eike Höcker und Landschaftsgeschäftsführer Sigmund Graf Adelmann während eines Pressegesprächs präsentierte.

 Zuvor hatten sich Hof- und Amtsordnungen überwiegend auf das engere Umfeld des Grafen, auf dessen Einkünfte und Ausgaben gerichtet. Die Zusammenkunft im Landesarchiv stellt diese beiden jetzt 400 Jahre alten Ordnungen in den Mittelpunkt und widmet sich davon ausgehend der frühneuzeitlichen Ordnung Schaumburgs in den unterschiedlichen Bereichen.

 Zum Auftakt beleuchtet Gerald Dörner (Heidelberg) den Aspekt „Wie es mit Lehr und Ceremonien in unsern Graffschafften und Landes mit gottlicher Hilff hinfuhro gehalten werden soll“. Anschließend beschäftigt sich Siegried Westphal (Osnabrück) mit den „Reichspoliceyordnungen“. Reiner Polley (Marburg) vergleicht die Schaumburgische Land- und Polizeiordnung mit der 1532 von Kaiser Karl V. erlassenen Peinlichen Gerichtsordnung.

 Eine Sonderveranstaltung führt die Tagungsteilnehmer ins Landgericht Bückeburg, wo Peter Röthemeyer vom niedersächsischen Justizministerium (Hannover) das Thema „Neue Streitkultur – verliert die Justiz an Bedeutung?“ aufgreifen wird. Aus heimischer Sicht von besonderem Interesse dürften die Beiträge der in Bückeburg wohnenden Referenten Hendrik Weingarten, Roswitha Sommer, Diana Krischke und Margarethe Sturm-Heumann sein.

 Weingarten betrachtet die Schaumburgische Amts- und Hausordnung von 1615 und deren Vorläufer unter dem Gesichtspunkt „Zugriff auf den Raum“. Sommer nimmt sich „Die staatliche Reglementierung des Apothekenwesens“ vor. Krischke wirft einen ausführlichen Blick auf die „Barocke Reitkunst am Schaumburger Hof“. Sturm-Heumann lenkt das Augenmerk der Zuhörer auf Eheordnungen und Eheberedungen.

 Der Leiter des Rintelner Museums „Eulenburg“, Stefan Meyer, begibt sich auf die Spuren der Hexereiprozesse in der früheren Universitätsstadt. Brüdermann, Höcker und Adelmann machten zudem auf einen Abendvortrag aufmerksam, in dem Gerhard Menk (Gießen) „Holstein-Schaumburg als Territorialstaat zu Beginn des 17. Jahrhunderts“ vorstellt.

 Die von der Historischen Arbeitsgemeinschaft für Schaumburg in Zusammenarbeit mit dem Landgericht Bückeburg, der Volkshochschule Schaumburg und dem Niedersächsischen Landesarchiv organisierten und von der Schaumburger Landschaft geförderte Tagung ist im Vortragssaal des Archivs von allen Interessierten nach Anmeldung kostenfrei zu besuchen. bus

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