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Lena, Karoline und Milena – die ersten drei Sternsinger

Bückeburg / Kirchengemeinde St. Marien Lena, Karoline und Milena – die ersten drei Sternsinger

Lena Schenk (8), Karoline Irmer (9) und Milena Lamatz (9) gehörten zu den Ersten, die sich in diesem Jahr in der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Bückeburg bei den Sternsingern angemeldet haben. Die drei Bückeburger Mädchen werden damit Anfang des kommenden Jahres an der bevorstehenden Sternsingeraktion teilnehmen.

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 Lena Schenk (8), Karoline Irmer (9) und Milena Lamatz (9) sind die drei ersten künftigen Sternsinger des Jahres 2013 in Bückeburg.

Bückeburg. Sie werden, wie viele andere Kinder in Deutschland auch, in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Haus zu Haus ziehen, den Neujahrssegen zu den Familien bringen und Spenden für bedürfte Kinder und Hilfsprojekte in aller Welt sammeln.

 Woher kommt sie, diese Tradition, die vor allem in katholischen Gebieten bekannt ist und intensiv gepflegt wird, in manchen protestantisch geprägten Gegenden hingegen eher ein Nischendasein führt? Ursprung des Sternsingens – oder auch Dreikönigssingen, wie es in vielen Gegenden Deutschlands genannt wird – ist letztlich die biblische Geschichte von den Heiligen Drei Königen, die aus dem Morgenland nach Bethlehem ziehen, um dort den neugeborenen König der Juden zu sehen. Nachzulesen im Matthäus-Evangelium, Kapitel zwei. Allerdings: Von „Königen“ ist da gar nicht die Rede. Wörtlich heißt es bei Matthäus: „Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden?“

 Wohlgemerkt, Sterndeuter, womit das Matthäus-Evangelium wahrscheinlich gelehrte Männer meinte, Wissenschaftler, die möglicherweise als Priester, Philosophen oder Zauberer angesehen wurden, aber keine Könige. Dafür spricht auch der Begriff „magoi“, der im griechischen Original des Evangeliums für die drei Weisen verwendet wird, was nichts anderes bedeutet als „Magier“. Aufmerksam geworden waren sie durch den Aufgang eines neuen Sterns auf das Ereignis in Bethlehem, worin sie die lange zuvor prophezeite Geburt eines neuen jüdischen Messias sahen. Ob der biblischen Geschichte von dem neu aufgegangenen Stern tatsächlich ein historisches astronomisches Ereignis zugrunde liegt, ist heute umstritten. Der häufig im Zusammenhang mit den drei Weisen aus dem Morgenland genannte Halleysche Komet kann es nicht gewesen sein, denn er passierte bereits im Jahr 12 vor Christus die Erde.

 Zu Königen wurden die drei Gelehrten aus dem Morgenland erst innerhalb der christlichen Überlieferung des frühen Mittelalters. Ihre Namen Caspar, Melchior und Balthasar entstammen der lateinischen Tradition, während sie beispielsweise bei den syrischen Christen Larvandad, Hormisdas und Gushnasaph genannt werden. Ganz andere Namen tragen sie hingegen in Äthiopien: Dort heißen sie Tanisuram, Mika, Sisisba, Libtar, Kasäd und sind nebenbei zu fünft statt zu dritt. Der 6. Januar wurde in zahlreichen europäischen Ländern, darunter auch vielen deutschen Bundesländern, als „Dreikönigsfest“ gesetzlicher Feiertag.

 Das Sternsingen hat ebenfalls Jahrhunderte alte Wurzeln: Urkundlich nachweisbar ist dieses Brauchtum, bei dem Kinder Anfang des Jahres von Haus zu Haus gehen, Weihnachtslieder singen und wohltätige Gaben für arme Familien sammeln, bereits seit dem 16. Jahrhundert. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts existieren in vielen europäischen Ländern zentral organisierte Sternsingeraktionen. In Deutschland gibt es die „Aktion Dreikönigssingen“, wie sie seit 2003 offiziell heißt, seit 1959. Seit 1961 wird sie gemeinsam vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, einem Kinderhilfswerk der katholischen Kirche mit Sitz in Aachen sowie dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) getragen.

 Die Sternsinger, zumeist Kinder und Jugendliche, oft auch Ministranten und Kommunionkinder, werden dabei zwischen Weihnachten und Silvester im Rahmen eines Gottesdienstes ausgesandt, um Familien innerhalb der Gemeinde zu besuchen, Lieder zu singen und mit geweihter Kreide die traditionelle Segensbitte C+M+B an die Haustüren zu schreiben. Dabei steht C+M+B nicht etwa, wie man glauben könnte, für die Namen der drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, sondern „Christus mansionem benedicat“ = „Christus segne dieses Haus“. Im Rahmen der Sternsingeraktion 2012, die das Motto „Klopft an Türen, pocht auf Rechte“ trug, waren Sternsinger in 11529 Gemeinden unterwegs und nahmen Spendengeld von 42,4 Millionen Euro ein. 2013 steht die Sternsingeraktion unter dem Motto „Sengen bringen – Segen sein“ und hat als Beispielland Tansania.

 In der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Bückeburg waren alle Kinder und Jugendliche, die an einer Teilnahme an der Sternsingeraktion interessiert waren, zu mehreren Vorbereitungstreffen eingeladen. Die Aussendung der Sternsinger findet im Rahmen der Heiligen Messe am Sonntag, 30. Dezember, um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Marien Bückeburg statt, die Einholung dann während des Familiengottesdienstes am Sonntag, 6. Januar, um 10.30 Uhr. Wer von den Sternsingern besucht werden möchte, kann sich ab Sonntag, 23. Dezember, in Listen eintragen, die in der Pfarrkirche ausliegen.

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