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Lernen und Spielen mit den Lausbuben

Max-und-Moritz-Ausstellung in Bückeburg eröffnet Lernen und Spielen mit den Lausbuben

„Aber nein, noch leben sie!“ Sie wurden gefangen, geschrotet und von Gänsen gefressen – genutzt hat das alles nichts. 150 Jahre nach ihrem frühen und grausamen Ende sind Max und Moritz lebendig wie eh und je.

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Dürfen als Erste „Stempeln gehen“: Gudrun-Sophie Frommhage (Museum Wilhelm-Busch-Geburtshaus), Maxi Schweitzer (Schaumburger Landschaft, zuständig für das Jubiläumsjahr) und Werner Nickel (Sparkasse Schaumburg, Öffentlichkeitsarbeit) holen sich den ersten Stempel – einen Maikäfer, der an den fünften Streich erinnern soll.

Quelle: mig

„Ihr“ groß angelegter Plan erscheint durchtrieben: Sieben Streiche, die an sieben Orten stattfinden sollen. Den Anfang macht dabei bis zum 20. Februar die Bückeburger Geschäftsstelle der Sparkasse Schaumburg, weitere Ausstellungen unter anderem in Rinteln und Stadthagen folgen.

 „Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich“: Die sieben Streiche der Lausbuben Max und Moritz kennt in Deutschland wohl jedes Kind. Wer hat nicht vom tiefen Fall des Schneidermeisters Böck gehört, der das Opfer einer angesägten Brücke wird. Oder von der Witwe Bolte, die ihrer schmackhaften Hühner verlustig geht. Längst gelten die Zeichnungen von Wilhelm Busch als „Urknall des Comics“ – „Rickeracke“, „Kikeriki“ oder „Tak tak“ sind den Entenhausener Lautmalereien („Schling“, „Mampf“, „Hechel“, „Japs“) um viele Jahre voraus.

 150 Jahre Veröffentlichung von Max und Moritz? Das ist auch eine Geschichte der Irrungen und Wirrungen. Denn der erste Verleger lehnte das Manuskript wegen des Flops von Buschs „Bilderpossen“ einfach ab. Erst 1865 war es schließlich so weit – die „Bubengeschichte“ erschien im Verlag Braun und Schneider München. Der Autor bekam eine einmalige Zahlung von 1000 Gulden – viel Geld, das ihm erstmals in seinem Leben eine finanzielle Unabhängigkeit bescherte. Dass der Verleger den richtigen Riecher gehabt hatte, zeigte die zweite Auflage, die wegging wie warme Semmeln. Noch im selben Jahr musste neu gedruckt werden. Danach erschien bis zu Buschs Tod (am 9. Januar 1908) fast jährlich eine weitere Auflage. Bis 1910 hatte sich das Buch eine halbe Million Mal verkauft, darunter auch in den USA, wo es 1871 als „Max and Maurice“ erschien und Rudolph Dirks zu den berühmten „Katzenjammer Kids“ (Hans und Fritz) inspirierte.

 Zu sehen ist all das und mehr in der Ausstellung „Sieben Orte – sieben Streiche“, die als eine Art ganzjähriger Parcours durch ausgewählte Filialen der Sparkasse Schaumburg angelegt ist. Die Schau gliedert sich in sieben Bereiche auf, die jeweils in unterschiedlichen Filialen zu sehen sind: Max und Moritz „Als Werbe-Ikonen“, „Bei Tisch“, „Als Weltenbummler“, „In Film und Ton“, „Lernen und Spielen“, „Auf Briefmarken und Notgeld“ sowie „Mundart und Dialekt“. Die aus drei Sammlungen zusammengetragenen Objekte sollen das Interesse wecken und auch Leute ansprechen, die man sonst vielleicht nicht erreichen würde, sagt Gudrun-Sophie Frommhage-Davar vom Wilhelm-Busch-Geburtshaus, dem Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Wiedensahl.

 Ziel der landkreisweiten Schauen sei es, möglichst viele Menschen mit dem Busch-Jubiläums-Jahr in Verbindung zu bringen. „Wir wollen das Thema breit streuen und so Lust auf mehr machen“, erläutert Frommhage-Davar das Konzept. Ihr Wunsch sei es, dass die Besucher auch andere Veranstaltungen und das Geburtshaus besuchten.

 Lust auf mehr macht schon die Teil-Ausstellung in der Bückeburger Sparkasse an der Bahnhofstraße. Titel: „Kurz, man ist darauf bedacht, was dem Onkel Freude macht. Mit Max und Moritz Lernen und Spielen“. Die Schau ist noch bis zum 20. Februar sehen, weitere Themen folgen im Laufe des Jahres. Werner Nickel (Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Schaumburg) zeigte sich bei der Eröffnung begeistert: „Das ist eine großartige Ausstellung mit vielen hochinteressanten Exponaten.“ Die Sparkasse habe sich gerne an dem Projekt beteiligt, es sei ein „Teil unseres Selbstverständnisses, dass wir der Region etwas zurückgeben wollen“.

 Lobende Worte fanden auch die anderen Grußredner. Frommhage-Davar dankte allen Förderern und im speziellen der Sparkasse für die Unterstützung, „ohne die all das sicher eine Nummer kleiner ausgefallen wäre“. Max und Moritz sieht die Museums-Leiterin als „Botschafter, die über Deutschland hinaus wirken und mit denen jeder etwas aus seiner Kindheit verbindet“. Sie selbst bevorzuge aber eine andere Geschichte aus dem großen Busch-Œuvre, erzählt Frommhage später: „Ich mag die Geschichte von der frommen Helene, die ist sehr hintergründig.“ An der landkreisweiten Schau beteiligen sich folgende Sparkassen-Filialen: Bückeburg, Lauenau, Hagenburg, Bad Eilsen, Obernkirchen, Rinteln (zweimal), Lindhorst, Bad Nenndorf, Nienstädt, Stadthagen und Helpsen. Außer Objekten und einer Schautafel wartet dort auch eine Stempelstation auf die Besucher. Wer alle sieben Stempel zusammen bekommt, kann an einem Gewinnspiel teilnehmen.

 Die Bückeburger Geschäftsstelle ist in diesem Jahr noch zweimal Gastgeber von Teil-Ausstellungen: Vom 19. Mai bis 12. Juni heißt es „Wofür sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt. Max und Moritz bei Tisch“ und vom 6. Oktober bis zum 30. Oktober: „In der Kirche mit Gefühle, saß vor seinem Orgelspiele. Max und Moritz in Film und Ton“. mig

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