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„Lesefrüchte“ werden in Bückeburg geerntet

Reformationsjubiläum „Lesefrüchte“ werden in Bückeburg geerntet

Die Mitglieder der Synode der Schaumburg-Lippischen Landeskirche haben Details der Ausgestaltung des 2017 anstehenden Reformationsjubiläums in Erfahrung gebracht. Zusätzlich zu vielen weiteren Veranstaltungen sollen hierzulande ein „Europäischer Stationenweg“ und die Aktion „Schaumburg liest ein Buch“ besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

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Das Reformationsjubiläum 2017 beschert Bückeburg und Stadthagen außergewöhnliche Veranstaltungen.bus

Bückeburg (bus). Zusätzlich zu vielen weiteren Veranstaltungen sollen hierzulande ein „Europäischer Stationenweg“ und die Aktion „Schaumburg liest ein Buch“ besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

 Der Stationenweg orientiert sich an dem Umstand, dass reformatorische Gedanken in der frühen Neuzeit an unterschiedlichen Orten aufkamen. Außer in Wittenberg, wo Martin Luther von sich reden machte, waren Reformatoren etwa in Prag, Zürich und Genf anzutreffen. Diesen spürt der Weg an insgesamt 67 Orten in 19 Ländern nach. Die von November 2016 (Start am 3. November in Genf) bis Mai 2017 (Ende am 20. Mai in Wittenberg) dauernde Tour wird – von Osnabrück und Minden kommend – am Dienstag, 29. November 2016, Station in Stadthagen machen.

 Die Auswahl der deutschen Stationen geht auf Vorschläge der Landeskirchen zurück. Außer historischen Orten wie etwa Bretten (wo Philipp Melanchthon geboren wurde), Worms und Augsburg (Städte der Reichstage, in denen das Bekenntnis verteidigt wurde) sowie Coburg (wo Luther sich während des Augsburger Reichstages aufhielt) zählen auch Ortschaften zu den Zielen, denen – wie Stadthagen – in der Reformationszeit keine herausragende Bedeutung zukam oder die wie Wuppertal (wo 1934 die Barmer Theologische Erklärung entstand) noch gar nicht existierten.

 Vor Ort werden regionale (Reformations-)Geschichten gesammelt und binnen 36 Stunden präsentiert. Der Beitrag der Landeskirche Schaumburg-Lippe soll unter anderem das interreligiöse Gespräch in der Region fördern. Als mögliche Kooperationspartner werden christliche, islamische und jüdische Gemeinden ins Auge gefasst. Des Weiteren ist die Einbindung von Schulen und Vereinen vorgesehen.

 Hinter der Buchlese-Aktion steht die Idee, eine ganze Region dazu einzuladen, im September 2017 zwei Wochen lang dasselbe Buch zur Hand zu nehmen. Die gemeinsame Lektüre soll Menschen aus unterschiedlichen Zusammenhängen in ein kreatives Gespräch führen sowie das Bildungsanliegen der Reformatoren würdigen, ohne als Kirche inhaltlich zu bevormunden.

 Das Vorhaben soll mit einem zentralen Eröffnungsgottesdienst beginnen und von Veranstaltungen flankiert werden. In diesem Kontext wird über die Organisation von Theater-Workshops, Erzähl-Cafés, Fotowettbewerbe, musikalische Interpretationen, Literatur-Gottesdienste, Lesungen an ungewöhnlichen Orten und Schulprojekte nachgedacht. Zum Abschluss sollen die „Lesefrüchte“ im Schloss Bückeburg präsentiert werden.

 Die Entscheidung über das zu lesende Buch wird im Januar 2016 fallen. Es soll bezüglich des Umfangs begrenzt und im Sprachniveau verständlich sein, eine spannende Handlung bieten, das Gespräch über existenzielle Fragen fördern und den Horizont des Glaubens offen halten. In der engeren Auswahl befinden sich derzeit „Oscar und die Dame in Rosa“ (Eric-Emmanuel Schmitt) und „Das Buch von allen Dingen“ (Guus Kuijer).

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