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Letzter Vorhang gefallen

Bückeburg Letzter Vorhang gefallen

Der Vorhang für die „Schwarzen Brüder“ ist gefallen. Am Sonntagabend ist zum letzten Mal die anrührende und bewegende Geschichte vom Schweizer Bauernjungen Giorgio, der als Kaminkehrer nach Mailand verkauft wird und mit einigen treuen Freunden wieder in die Heimat fliehen kann, auf der Schlossinsel über die Bühne gegangen.

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Der letzte Schluss-Applaus für die „schwarzen Brüder“ auf Schloss Bückeburg.

Quelle: jp

Bückeburg. Viele hunderte Besucher ließen sich bei der Dernière noch einmal von den beeindruckenden musikalischen Leistungen aller Akteure, der mitreißenden, dynamischen Inszenierung und dem imposanten, ganz in die Schlossfassade integrierten Bühnenbild gefangen nehmen. Wie bei einer Abschlussvorstellung üblich, hatten die Darsteller dabei die eine oder andere Verrücktheit und Skurrilität in die Aufführungen eingebaut, die zum Abschluss wie nicht anders zu erwarten minutenlange stehende Ovationen erhielt.

 Anschließend hieß es für die meisten Beteiligten von Ensemble, Musik und Produktion Abschied voneinander nehmen. Da flossen bei nicht wenigen Beteiligten angesichts der zurückliegenden sechs Wochen und des Endes der Spielzeit hinter den Kulissen heiße Tränen. Vor allem einige Angehörige der titelgebenden „Schwarzen Brüder“, allesamt Jungen im Alter zwischen neun und 14 Jahren aus der direkten Umgebung von Bückeburg, die im Frühjahr für das Musical-Projekt auf Schloss Bückeburg gecastet worden waren, ließen dabei ihren Emotionen freien Lauf. „Der Zusammenhalt in der Truppe ist wirklich unglaublich“, so Michael Maas, Mitglied der technischen Crew der Produktion. „Und dass man sich jetzt trennen muss, ist für uns alle Herzschmerz pur.“

 37 Vorstellungen hat das von Mirco Vogelsang geschriebene und von Moritz Sachs produzierte Musical am Bückeburger Schloss insgesamt erlebt. „Emotional sind wir wirklich überwältigt von der Begeisterung, die wir in dieser Zeit ausgelöst haben und die man uns entgegengebracht hat“, erklärte Sachs, Geschäftsführer der verantwortlichen Produktionsgesellschaft Reihe 7. Ob die Besucherzahlen und damit der wirtschaftliche Erfolg des Projekst ebenso Anlass zur Begeisterung geben, konnte der „Lindenstraßen“-Mime zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. „Dazu müssen erst die Listen aller Vorstellungen ausgewertet werden.“

 Fraglos hat vor allem der Kälteeinbruch in der zweiten Augusthälfte dem Open-Air-Musical nach gutem Start bei sommerlich-warmem Wetter zu Beginn der Spielzeit arg zu schaffen gemacht.

 Zwar blieben besonders heftige Wetterkapriolen wie Starkregen oder Sommergewitter, bei denen Vorstellungen unterbrochen oder sogar abgesagt hätten werden müssen, aus, doch die kühlen Temperaturen ab Mitte August ließen die Kartenverkäufe merklich schrumpfen. „Die genauen Zahlen haben wir noch nicht, aber man merkt als Veranstalter natürlich, ob 800 Leute in einer Vorstellung sitzen oder doch nur 300.“

 Kaum Zuspruch erhielten die Vorstellungen sonntags vormittags um 11 Uhr, die daher nach nur zwei Terminen gestrichen wurden. Moritz Sachs: „Aus großen Städten kenne ich es, dass Matinee-Vorstellungen sehr erfolgreich sind, hier wurde das vom Publikum überhaupt nicht angenommen.“ Zu teuer seien die Eintrittskarten für die „Schwarzen Brüder“ indes nicht gewesen, betonte Sachs: „Im Schnitt waren wir sogar 20 Euro pro Karte günstiger als staatlich subventionierte Häuser.“

 Die Herkunft der einzelnen Besucherströme lasse sich nicht vollständig analysieren, da die meisten Tickets über das Internet gebucht wurden. Genaue Daten lägen nur bei den Käufern vor, die ihre Karten bei Vorverkaufsstellen erwarben. „Geschätzt hatten wir etwa 40 Prozent überregionale Besucher von.“ Innerhalb Deutschlands seien besonders viele Besucher aus Thüringen, Hessen und dem südlichen Bayern zu verzeichnen gewesen. Die weiteste Anreise hatten vier Kaminkehrer aus Vietnam auf sich genommen, um das Musical auf Schloss Bückeburg zu erleben.

 Auch wenn die wirtschaftliche Bilanz der „schwarzen Brüder“ somit noch nicht feststeht, beschäftigen sich die Verantwortlichen bereits seit zwei Wochen intensiv mit dem Gedanken eines Folgeprojekts im kommenden Sommer auf Schloss Bückeburg.

 „Das gleiche wird es nicht wieder werden, aber wir haben da schon einige sehr gute Ideen“, so Moritz Sachs. Fest stehe allerdings noch nichts. „Wir sind zurzeit noch in der Phase der Vorfinanzierung und auf der Suche nach Projektpartnern und Sponsoren.“ jp

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