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Bückeburg Stadt Lokaler Wochenrückblick für die Ohren
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19:38 30.07.2011
BU: Rosemarie Schroeter (links) und Gisela Dohmann gehören zu den ehrenamtlichen Leserinnen der Hörzeitung. Quelle: kil

Bückeburg (kil). Neu ist das Projekt des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Schaumburg nicht – im Gegenteil, es scheint vom Aussterben bedroht. Die klingenden Nachrichten gibt es bereits seit rund 25 Jahren. Die Anzahl der Abonnenten sei geschrumpft. „Wir haben noch 15 Hörer“, erzählt Leserin Gitta Thier. Die Ehrenamtlichen erklären sich das durch die Umstellung von der Kassette zur CD, die zur Jahreswende vollzogen worden sei. „Unsere Hörer gehören zur älteren Generation und wollen sich oft keine neuen technischen Geräte mehr anschaffen“, erklärt Rosemarie Schroeter (84), die älteste Leserin der Gruppe. Vor dem Hintergrund, dass es im Landkreis um die 300 Sehbehinderten gebe, sei diese Resonanz sehr gering, meinen die Frauen. Trotzdem möchte das Team weitermachen.

Zu den „Stimmen“ zählen außerdem Gudrun Schmidt, Gisela Dohmann, Roswita Zagorz, Annegret Meyer und Ursula Ellerhorst. Einige sind seit der Gründung dabei. In ihrem kleinen Aufnahmestudio in Bückeburg machen sie sich jeden Dienstag ans Werk. Während in Zwei- oder Dreiergruppen gelesen wird, bereiten sich die übrigen Frauen bei Kaffee und Keksen im Nebenraum auf ihren Einsatz vor. Mit einer Liste ausgewählter Nachrichten sitzen sie an einem kleinen Tisch, auf dem ein Mikrofon angebracht ist. Für jeden Tag gibt es rund 15 Minuten Nachrichten. „Die Aufgabe, die Artikel auszuwählen übernimmt jede Woche eine Andere“, sagt Dohmann. Eine CD umfasst etwa 30 Beiträge, oft gekürzt.

„Wirklich aktuell können wir natürlich nicht sein“, erklärt Thier. Die Daten werden noch am Aufnahmetagmittels USB-Stick nach Holzminden geschickt, wo sie der Selbsthilfeverein „atz Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde“ vervielfältigt und an die Abbonenten schickt, die die Hörzeitung jeden Donnerstag für einen Monatspreis von vier Euro empfangen.

„Wir lesen nur regionale Nachrichten“, meint Thiers. Keinen Sport und keine Weltpolitik. Die Themenwahl richte sich nach der Zielgruppe, also älteren Menschen. Oftmals seien die Hörer Bürger, die niemanden mehr haben, der ihnen vorliest, erzählt Zagorz. „Die Jüngeren sind heute viel wendiger und haben andere Möglichkeiten, sich Informationen aus dem Internet runterzuladen.“

Günter Knoff, Leiter der Schaumburger Gruppe des Sehbehinderten- und Blindenverbands Niedersachsen weiß Ähnliches zu berichten. „Junge Sehbehinderte wachsen ebenso mit Computern und Technik auf, wie andere Jugendliche.“ Die Motivation vieler Senioren, sich in Sachen Technik fit zu machen, halte sich eher in Grenzen. Von den rund 50 Gruppenmitgliedern abbonierten nur drei oder vier die Hörzeitung.

Neue Hörer und Leser sind dem Hörzeitungsteam willkommen. Interessierte können sich telefonisch, (0 57 22) 9 52 20, oder per Mail an Christa.Widdel@Paritaetischer.de wenden. Weitere Details gibt es auf www.blindenzeitung.de.