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Mal mystisch, mal zum Brüllen komisch

Bückeburg Mal mystisch, mal zum Brüllen komisch

Wer die musikalische Revue auf dem vor einer Woche zu Ende gegangenen Weihnachtszauber auf Schloss Bückeburg gemocht hat, der wird die Weihnachtsgala der Fürstlichen Hofreitschule lieben.

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Ausdrucksstark, kompakt, konzentriert

Pas de deux von Aschenbrödel und ihrem Prinzen.

Quelle: jp

Bückeburg. Das ebenfalls vom Berliner Schauspieler und Bühnen-Autor Jens Wassermann zusammen mit Hofreitschul-Direktorin Christin Krischke verfasste und unter der Regie von Miriam Heinze inszenierte Stück erzählt die Geschichte vom „verlorenen Weihnachtsbart“ noch einmal, diesmal aber nicht für die Revue-Bühne im Nostalgiezelt, sondern im großen Rahmen fürs Reithaus und mit allen Reitern der Hofreitschule als Darstellern. Nach der ausverkauften Premiere am Wochenende wird die Weihnachtsgala noch bis zum 30. Dezember achtmal aufgeführt.

Dass mit eifersüchtigen Zauberinnen nicht gut Kirschen essen ist, diese leidvolle Erfahrung musste Jens Wassermann als vorübergehend nicht-rauschebärtiger Weihnachtsmann bereits in 22 Aufführungen während des Weihnachtszaubers machen. Insbesondere, wenn diese Zauberinnen Kunigunde heißen, eine rote Turmfrisur tragen und Georg Kreislers Klassiker „Also geben Sie Acht“ so hingebungsvoll zu schmettern vermögen wie Miriam Heinze. Auch Nicolai Schein, unter anderem bekannt durch seine Hauptrolle im Musical „Die schwarzen Brüder“, kehrt in der Hofreitschule als Weihnachtself Fridolin auf die Bühne zurück, um sich mit seinem rotgewandeten Chef auf die beschwerliche Suche nach dessen weggezaubertem Bart zu machen – Phileas Fogg und Passepartout aus der Weihnachtsgala vor einem Jahr lassen grüßen.

Und dann werden Kindheitserinnerungen wach, wenn diverse bekannte Märchengestalten den Pfad der beiden Bartsucher kreuzen. Diesmal sind es weniger „schöne Märchenprinzen mit Naturstimme“, sondern vor allem berittene Figuren aus der Feder der Gebrüder Grimm, so unter anderem bei einem Pas de deux der bösen Stiefschwestern des Aschenbrödel oder einer Quadrille mit Weihnachtsmann, Zauberin Kunigunde und russischer Snegorutschka, in der die Vorgeschichte zu den turbulenten Ereignissen um die verschwundene Kinnbehaarung erzählt wird. Das ist mal geheimnisvoll, unheimlich und mystisch, wenn beispielsweise das Schneewittchen (Patricia Schneider) und die böse Königin (Dorothea Glindmeyer) ein gespenstisches Pas de deux vor und hinter dem Zauberspiegel reiten. Dann aber auch wieder schlicht zum Brüllen komisch, wenn Hofreitschul-Kuratorin Diana Krischke als völlig überkandidelte und hysterische Aschenbrödel-Stiefmutter ihren beiden bei der adligen Heiratsanbahnung so erfolglosen Töchtern im Galopp die Leviten liest.

Den bewegendsten Moment erhält die Inszenierung in einer Traumsequenz mit Schulhengst Ulysses als Einhorn und Christin Krischke als Waldelfe. Musikalisch hochkarätige Unterstützung erhalten die Hofbereiter durch die Berliner Sopranistin Anne Görner, die unter anderem mit der berühmten Arie der Königin der Nacht „Der Hölle Rache“ aus Mozarts „Zauberflöte“, dem ungemein gefühlvollen „Dezemberlied“ aus dem Trickfilm „Anastasia“ sowie im Duett mit Miriam Heinze mit dem „Abendsegen“ aus Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ reüssieren darf.

Weitere Aufführungen der Weihnachtsgala „Der verschwundene Weihnachtsbart“ der Fürstlichen Hofreitschule sind am 19., 20. (ausverkauft), 26., 27. (ausverkauft), 28., 29. und 30. Dezember im Reithaus am Marstall. Beginn ist jeweils um 15 Uhr. jp

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