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Bückeburg Stadt Mann begrapscht Frauen
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Mann begrapscht Frauen
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00:27 26.03.2018
Symbolbild Quelle: DPA
BÜCKEBURG

Das Bückeburger Schöffengericht hat ihn jetzt zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt, allerdings auf Bewährung. Verbunden ist die Entscheidung mit strengen Auflagen und Weisungen. So muss sich der Bückeburger einer ambulanten Psychotherapie unterziehen. Er bekommt einen Bewährungshelfer. Und er muss sich nach seinem für das Frühjahr geplanten Umzug in eine fast 300 Kilometer entfernte Stadt um eine neue Arbeitsstelle bemühen. „Wenn Sie vollschichtig tätig sind, kommen Sie nicht auf dumme Gedanken“, machte Richter Dirk von Behren dem Angeklagten klar.

In einem von drei Fällen hatte der Täter sein Opfer in eine Einfahrt an der Bahnhofstraße gedrängt. Er hielt die Frau fest und fasste ihr in den Genitalbereich. Das war im September 2015. Juristisch stufte das Gericht die Tat als sexuelle Nötigung ein. Das ist ein Verbrechen. Mindeststrafe: ein Jahr. Staatsanwalt Lukas Veith glaubt, dass nur deshalb nicht mehr passiert ist, weil ein Bewegungsmelder ausgelöst wurde, das Licht anging und der Täter aus Furcht vor Entdeckung flüchtete – reiner Zufall also. Doch auch so habe der Mann „erhebliche Gewalt ausgeübt“.

Exhibitionistisch gehandelt

Drei Tage zuvor hatte der Bückeburger einer anderen Frau in der Nähe des Bahnhofs ans Gesäß gefasst. Ein klarer Fall von Beleidigung. Die dritte und letzte Tat datiert von Januar 2017. Damals trat der Mann neben das Auto einer Frau und verlangte von dieser, die Fahrertür zu öffnen. Weil das Opfer darauf nicht reagierte, zog der Täter seine Hose herunter und begann, an sich zu manipulieren. Als die Frau losfahren wollte, stellte er sich erst vors Auto, ging dann aber doch zur Seite. In diesem Fall geht das Gericht von exhibitionistischen Handlungen und versuchter Nötigung aus.

Für den Angeklagten sprach, dass er ein Geständnis abgelegt hatte und damit den drei Frauen eine womöglich quälende Aussage vor Gericht ersparte. In dem Geständnis erkennt Richter von Behren zudem Unrechtseinsicht. „Wir glauben dem Angeklagten, dass er sich in einer Ausnahmesituation befunden hat“, erklärte der Vorsitzende.

Außerdem liegt der Übergriff in der Einfahrt, der als Verbrechen am schwersten wiegt, etwa zweieinhalb Jahre zurück. Neue Straftaten sind nicht mehr hinzugekommen. Der Bückeburger ist zwar vorbestraft, jedoch nicht einschlägig, sondern wegen Diebstahls. Demnächst will er zu seiner neuen Freundin ziehen. „Ich sehe, dass es für ihn nach vorne geht“, sagte die Betreuerin des 27-Jährigen. ly