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Marsmenschen unterwegs

Feuerwehrübung Marsmenschen unterwegs

Dienstagabend, Feuerwehrhaus Röntgenstraße 60 in Bückeburg. Reges Treiben herrscht auf dem Hof der Feuerwache. Kein Wunder, denn wie jeden Dienstag üben die Männer und Frauen aus der Kernstadtfeuerwehr für den Ernstfall.

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 In der Kabine des Löschfahrzeugs zeigt sich, wie eingeschränkt die Bewegungsfreiheit in den Chemikalienschutzanzügen ist.

Quelle: pr.

Bückeburg (r). Die Maschinisten absolvieren Fahrübungen auf dem Hof. Unterdessen fährt auf der anderen Gebäudeseite ein Spezialfahrzeug der Umweltschutzeinheit des Landkreises vor, und wenige Minuten später marschieren Einsatzkräfte in übergroßen Schutzanzügen durch die Feuerwache.

 Marsmenschen unterwegs: Bilder wie aus einem Kinofilm entpuppen sich nur als eine weitere Übung. Ein Großteil der Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Bückeburg-Stadt hat eine Zusatzausbildung absolviert, die die Einsatzkräfte befähigt, Chemikalienschutzanzüge (CSA) zu tragen. „Diese gummierten Anzüge sind luftdicht und schützen die Einsatzkräfte vor gefährlichen Chemikalien“, erklärt der Übungsleiter Steffen Titze.

 Damit die Feuerwehrleute ihre Einsatzbereitschaft erhalten, müssen sie jedes Jahr eine Übung in diesen Anzügen absolvieren. Diese Übung wurde in den vergangen zwei Wochen von den Feuerwehrleuten der Schwerpunktwehr absolviert. Löschmeister Titze hatte sich zusammen mit Boris Mühlhausen eine anspruchsvolle Übung ausgedacht. Los ging es in der neuen Fahrzeughalle, wo die Feuerwehrleute Atemschutzgeräte anlegten und mit Unterstützung weiterer Kameraden in die Chemikalienschutzanzüge stiegen.

 Schnell wurde klar: Ohne Hilfe ist das Anlegen des Anzuges unmöglich. Da bei der Feuerwehr ohnehin im Team gearbeitet wird, ist dies selbstverständlich kein Hindernis. Nachdem ein Zwei-Mann-Trupp fertig ausgerüstet war, konnte er auf die Strecke gehen. Besonderheit bei den Trupps war, dass jeweils nur ein Bückeburger Feuerwehrmann zu einem Trupp gehörte. Der zweite Truppmann kam von der Besatzung des Gerätewagen Atem- und Strahlenschutz der Umweltschutzeinheit, die ebenfalls an der Übung teilnahmen. „Im Ernstfall müssen wir blind zusammenarbeiten können. Deshalb trainieren wir das auch bei gemeinsamen Übungen“, erklärt Titze. Bei dem Parcours durch die Wache wird schnell deutlich, dass Fitness von den Feuerwehrkräften verlangt wird. Das zeigt sich bei dem Aufstieg im Schlauchturm. Drei Etagen müssen nach oben gestiegen werden. Als sei das nicht schon anstrengend genug, muss jeder Feuerwehrmann noch zwei Kanister, gefüllt mit 20 Liter Schaumbildner mitführen.

 Wieder unten angekommen gibt es keine Erholung für die Floriansjünger. Ein Verletzter muss transportiert, eine Gefahrstoffnummer von einem Warnschild abgelesen und an den Einsatzleitwagen weiter gegeben werden. Während der Übung wird der Verbrauch der Atemluft ständig durch die Atemschutzüberwachung kontrolliert. Regelmäßig wird der Restdruck über Funk abgefragt. Zwei junge Kameraden trainieren dies unter den wachsamen Augen der Bückeburger Atemschutzgerätewartin Andrea Schubert. „Die Atemschutzüberwachung ist die Lebensversicherung unserer Einsatzkräfte“, erklärt Schubert. Deshalb achtete sie, die ehrenamtlich auch Atemschutzausbilderin der Kreisfeuerwehr ist, akribisch genau, was die Nachwuchsfeuerwehrleute notieren.

 Unterdessen müssen die CSA-Träger Fingerspitzengefühl beweisen. An einem Übungstank muss ein Flansch ausgetauscht und eine Umfüllpumpe für Mineralöle zusammen gebaut werden. Bei einer Übung darf auch das Binden eines Feuerwehrknotens nicht fehlen. Das erweist sich durch den überdimensionalen Schutzanzug schwerer als gedacht. Ein letztes Hindernis: die Durchquerung des Mannschaftsraumes eines Löschgruppenfahrzeugs. Wegen der eingeschränkten Bewegungsfreiheit in den Anzügen nicht so leicht, zumal jeder Trupp noch zwei Sandsäcke mitführt. „Die sollen benötigtes Werkzeug in einem Realeinsatz darstellen“, erklärt Boris Mühlhausen.

 Nach rund 20 Minuten sind die ausgepowerten CSA-Träger im Ziel. Der Sandsack kann abgelegt werden und der Restdruck in den Atemluftflaschen an die Atemschutzüberwachung gemeldet werden. Beim Auskleiden stehen wieder Helfer bereit.

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