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Mauerfall emotionaler als die Einheit

Bückeburg / Wiedervereinigung Mauerfall emotionaler als die Einheit

Der seit 1990 am 3. Oktober landesweit gefeierte „Tag der deutschen Einheit“ gilt vielen Bürgern als wichtige Erinnerung an ein bemerkenswertes historisches Ereignis.

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Der in der DDR aufgewachsene Thomas Brandt ist heute Inhaber des Motto-Restaurants „Ostalgie“.

Quelle: bus

Bückeburg. Der Tag ruft den Beitritt der sogenannten neuen Länder auf dem Gebiet der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik ins Gedächtnis. Für etliche frühere DDR-Bewohner ist indes der 9. November 1989, als die Berliner Mauer geöffnet wurde, mit wesentlich emotionaleren Erinnerungen verbunden.

 „Den 3. Oktober haben sich ja Politiker ausgedacht“, sagt Thomas Brandt. „Da waren wir zwar alle happy, haben uns gefreut und von den uns versprochenen blühenden Landschaften geträumt. Der Mauerfall sei aber „für uns Ossis wesentlich tief greifender gewesen als die Wiedervereinigung“.

 Als die Nachricht von der Reisefreiheit im Fernsehen vermeldet wurde, mochten Brandt und seine Familie es zunächst nicht recht glauben. „Dürfen wir jetzt hinfahren, wo wir wollen?“, habe er seine Großeltern gefragt. Zwei Tage drauf ging’s gemeinsam mit Schwester und Schwager nach West-Berlin.

 „Wir wurden total herzlich empfangen“, berichtet der in Wurzen bei Leipzig Aufgewachsene. „Ein Bäcker hat uns spontan zu Frühstück und Sekt eingeladen und uns anschließend zur nächsten Sparkasse gefahren.“ Dort stand die Abholung von jeweils 100 D-Mark Begrüßungsgeld auf dem Programm. Die Schwester investierte den Geldsegen sogleich in Parfüm; der Bruder beließ es erst mal beim Kauf eines Jogginganzugs.

 Einen Wohnortwechsel in die „alten Bundesländer“ hat der Sachse seinerzeit allerdings nicht vollzogen. Dieser erfolgte erst 2008 und war der beruflichen Zukunft seiner Ehefrau Mandy geschuldet. „Wir zogen nach Minden, wo ich in einer Fleischerei gearbeitet habe.“ In der Freizeit fungierte der Vater von zwei Kindern beim VfR Evesen als Fußballtrainer. Seit Juli dieses Jahres führt Brandt im Gebäude Am Oberstenhof 2 das Motto-Restaurant „Ostalgie“, wo der Name Programm ist.

 Außer ostalgischen Speisen und Getränken präsentiert die Gaststätte in unregelmäßigen Abständen Themenabende. Am Mittwoch wird eine Wiedervereinigungsparty gefeiert, am Sonnabend, 2. November, eine Ossi-Party. „Dann bekommt jeder Wessi eine Banane umsonst“, kündigt Brandt an. Zudem veranstaltet die „Ostalgie“ von Dienstag, 5. November, bis Sonnabend, 9. November, aus Anlass des Mauerfall-Datums eine DDR-Filmwoche. Dann werden Streifen wie „Flucht in die Freiheit“ und „So war die DDR“ gezeigt. bus

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